Alle finanzpolitischen Ziele erreicht
26.03.2026 Bezirk LiestalKanton Baselland steht finanziell gut da
Anton Lauber budgetierte für das vergangene Jahr einen Aufwandsüberschuss von 65 Millionen Franken. Vor allem dank höherer Steuereinnahmen bei Privatpersonen und dem Entlastungspaket kann der Baselbieter Finanzdirektor für 2025 ...
Kanton Baselland steht finanziell gut da
Anton Lauber budgetierte für das vergangene Jahr einen Aufwandsüberschuss von 65 Millionen Franken. Vor allem dank höherer Steuereinnahmen bei Privatpersonen und dem Entlastungspaket kann der Baselbieter Finanzdirektor für 2025 einen Gewinn von 42 Millionen Franken präsentieren.
Tobias Gfeller
Anton Lauber («Die Mitte») kann nicht aus seiner Haut: Auch wenn er ein positives Jahresergebnis vorstellen kann, gibt der Baselbieter Finanzdirektor traditionell auch den Mahner. Dieses Mal sind es die unsichere geopolitische Lage, das Entlastungspaket des Bundes und die kantonale «Umverteilungsinitiative», die Risiken für den kantonalen Finanzhaushalt bedeuten würden. Die Initiative fordert, dass ein Drittel der Gewinnausschüttung der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) an die Gemeinden statt wie aktuell vollumfänglich an den Kanton geht. Insgesamt machte Lauber im Rahmen der Medienkonferenz zur Jahresrechnung 2025 einen entspannten und optimistischen Eindruck.
Dazu hat er auch allen Grund: Der Kanton Baselland erzielte im vergangenen Jahr einen Ertragsüberschuss von 42 Millionen Franken. Budgetiert war ein Defizit von 65 Millionen Franken. Die Differenz zwischen Budget und Rechnung resultierte fast ausschliesslich auf der Ertragsseite. Dabei ragen die Steuereinnahmen heraus: Der Fiskalertrag lag 112 Millionen Franken über Budget.
Die grösste positive Differenz zum Budget gab es bei der Grundstückgewinnsteuer um 74 Millionen Franken, auch weil die Steuerverwaltung ihren Pendenzenberg bei den Veranlagungen langsam abbauen kann. Die Einkommenssteuern bei natürlichen Personen lagen 62 Millionen Franken über Budget, die Vermögenssteuern acht Millionen Franken über Budget.
Dass die Gewinnsteuern von Unternehmen um 55 Millionen Franken tiefer ausgefallen sind als prognostiziert, lag an den wenigen grossen Steuerzahlern, die schwierig zu budgetieren seien, so Lauber. Auf der Ertragsseite schlug auch die höhere Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) um 38 Millionen Franken gegenüber Budget zu Buche.
Anton Lauber konstatierte zufrieden: «Wir haben 2025 alle finanzpolitischen Ziele des Regierungsrats erreicht.» Dazu gehörten neben dem Ertragsüberschuss ein weiterer Abbau des Bilanzfehlbetrags bei der Basellandschaftlichen Pensionskasse (BLPK), bei der man mittlerweile sechs Tranchen im Vorsprung liegt, und die Stärkung des Eigenkapitals.
Wenig Gehör für die Gemeinden? Ein Blick auf das Eigenkapital unterstreicht die positive Entwicklung der Finanzlage des Kantons. Lag die Eigenkapitaldecke 2016 nach der BLPK-Reform noch bei 311 Millionen Franken, stand sie Ende 2025 bei 824 Millionen Franken. In dieser Zeitspanne resultierten sieben positive und drei negative Jahresabschlüsse und konnte die Nettoverschuldung von 3,14 auf 2,28 Milliarden Franken abgebaut werden.
Trotz der positiven Aussichten für den Kanton wollte der Baselbieter Finanzdirektor auf Nachfrage nicht zu sehr auf das finanzielle Wehklagen vieler Gemeinden eingehen. Es seien 86 Gemeinden mit unterschiedlichen Ausgangslagen und Herausforderungen, betonte Anton Lauber zurückhaltend.
Während Gemeinden und Parteien mit Vorstössen im Landrat und Initiativen versuchen, den Druck auf den Kanton zu erhöhen, den Gemeinden finanziell unter die Arme zu greifen, gibt sich Lauber dahingehend weiter defensiv.
Positiver Ausblick auf 2026
Ungewöhnlich offen wagte Anton Lauber einen finanzpolitischen Ausblick auf das laufende Jahr. Trotz des budgetierten Aufwandsüberschusses von 42 Millionen Franken sei unter anderem aufgrund der doppelten Gewinnausschüttung der Nationalbank von 44 Millionen Franken für 2026 ein Gewinn möglich.
Dass der Baselbieter Finanzdirektor derart optimistisch auf die kurzfristige Zukunft blickt und diese offen ausspricht, ist ungewöhnlich. Dies zeigt aber auch, dass der Kanton Baselland finanziell aktuell gut und stabil dasteht. Die Parteien werden dies hinsichtlich der kantonalen Wahlen 2027 für ihre Positionen auszunutzen versuchen: die Linke gegen weitere Kürzungen und für Mehrausgaben, die Bürgerlichen für Steuersenkungen.
Der Finanzdirektor Anton Lauber unterstrich seinerseits die Bedeutung der vor zwei Jahren aufgrund der tiefroten Rechnung 2023 eingeschlagenen Finanzstrategie. 75 Millionen Franken an Entlastungen hätten den positiven Jahresabschluss 2025 erst möglich gemacht, mahnte Lauber.
