Abfallgebühren dürften steigen
15.09.2026 BaselbietIWB erhöhen Verbrennungstarife ab dem kommenden Jahr
Die IWB verlangen ab dem 1. Januar 2027 für die Kehrichtverbrennung 25 Franken mehr pro Tonne. Für die angeschlossenen Gemeinden dürften dadurch auch die Abfallgebühren steigen. Ob dies bereits 2027 oder erst ...
IWB erhöhen Verbrennungstarife ab dem kommenden Jahr
Die IWB verlangen ab dem 1. Januar 2027 für die Kehrichtverbrennung 25 Franken mehr pro Tonne. Für die angeschlossenen Gemeinden dürften dadurch auch die Abfallgebühren steigen. Ob dies bereits 2027 oder erst später geschieht, ist allerdings noch offen.
Tobias Gfeller
In jenen Gemeinden, in denen der Kehricht in der Kehrichtverwertungsanlage der Industriellen Werke Basel (IWB) entsorgt wird, werden voraussichtlich die Abfallgebühren steigen. Auch eine heute volle Abfallkasse kann dies mittel- bis langfristig nicht verhindern.
Ab dem 1. Januar 2027 werden die Anliefertarife für die Entsorgung von Abfällen in der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) in Basel um 25 Franken pro Tonne angehoben. Je nach Tarifstufe entspräche dies zwischen 5 und knapp 23 Prozent, rechnet IWB-Mediensprecher Reto Müller vor. Die Anpassung sei eine Reaktion auf stark gestiegene Betriebs- und Infrastrukturkosten in den vergangenen Jahren. Alleine seit 2019 betrug der Kostenanstieg rund 30 Prozent. Nach drei Tarifsenkungen in den vergangenen 15 Jahren sei dies nun die erste Tariferhöhung seit geraumer Zeit, so Müller.
Hauptursachen für die Kostensteigerungen sind gemäss IWB verschärfte umweltrechtliche Vorgaben und die Nachrüstung der sogenannten sauren Flugaschenwäsche in der Anlage. Die damit verbundenen höheren Abschreibungen sowie der steigende Einsatz von Chemikalien erhöhen die laufenden Kosten erheblich, heisst es von der Firma.
Die Tariferhöhung hat direkte Auswirkungen auf die Einwohnerinnen und Einwohner jener Gemeinden, die ihren Kehricht zur Verbrennung in die KVA nach Basel liefern. Der Diegter Gemeinderat kündigte im Mitteilungsblatt kürzlich eine mögliche Anpassung bei den Vignettenpreisen an. Die Autogesellschaft Sissach-Eptingen AG, die für 15 Oberbaselbieter und Solothurner Gemeinden die Kehrichtentsorgung übernimmt, habe die Gemeinde über die Tariferhöhung bei den IWB informiert. Wie die finanziellen Folgen im Detail aussehen, sei noch nicht klar, sagt der Diegter Gemeindepräsident Niklaus Häfelfinger auf Anfrage der «Volksstimme».
Ob die Vignettenpreise bereits auf das kommende Jahr hin oder erst 2028 erhöht werden müssen, kommt unter anderem auf das Vermögen in der Abfallkasse an. Die Spezialfinanzierung Abfall schloss in der Diegter Jahresrechnung 2025 mit einem Minus von knapp 3500 Franken. Ohne ausserordentliche Investitionen hiesse das, dass die Vignettenpreise aktuell schon zu tief sind, um die Ausgaben decken zu können. Die Frage, ob die Abfallgebühren in Diegten bereits auf das kommende Jahr hin erhöht werden müssen, sei Teil des aktuell laufenden Budgetprozesses, erklärt Häfelfinger. Dass die Preise erhöht werden müssen, sei mittel- bis langfristig unumgänglich, wenn die Kosten der Entsorgung steigen. Bei den Spezialkassen sind die Gemeinden zu ausgeglichenen Rechnungen verpflichtet. Über die Steuern dürfen diese laufenden Ausgaben nicht finanziert werden.
Bis zu 235 000 Tonnen Abfall
Gebührenerhöhungen bei Spezialfinanzierungen führen an Gemeindeversammlungen traditionell zu Diskussionen. Das weiss auch Gemeindepräsident Niklaus Häfelfinger. Doch den Gemeinden sind diesbezüglich bis zu einem gewissen Grad die Hände gebunden. Das sei bei 80 bis 90 Prozent der Ausgaben der Fall, erinnert Häfelfinger an einen kürzlichen Bericht des Regierungsrats.
Die Kehrichtverwertungsanlage verarbeitet jährlich 225 000 bis 235 000 Tonnen Abfall aus Basel-Stadt, Baselland, dem Landkreis Lörrach, dem unteren Fricktal sowie dem Laufental-Schwarzbubenland. Im Vergleich zu anderen Kehrichtverwertungsanlagen in der Schweiz liegen die aktuellen Tarife der KVA Basel unter dem Durchschnitt, teilten die IWB Ende Juni mit. Die vorgesehene Erhöhung positioniere die Anlage nun im mittleren Preissegment. Die Abwärme der KVA wird unter anderem für die Fernwärme der Stadt Basel genutzt.
