Friedenstaube wird missbraucht
Als Mensch, der sich seit langem für Frieden einsetzt, nicht zuletzt auch mit dem jährlichen Friedenssingen in der Offenen Kirche Elisabethen in Basel am ersten Adventssonntag, verletzt mich der Missbrauch der Friedenstaube auf ...
Friedenstaube wird missbraucht
Als Mensch, der sich seit langem für Frieden einsetzt, nicht zuletzt auch mit dem jährlichen Friedenssingen in der Offenen Kirche Elisabethen in Basel am ersten Adventssonntag, verletzt mich der Missbrauch der Friedenstaube auf dem Plakat der sogenannten «Neutralitätsinitiative» besonders. Etikettenschwindel sage ich dem, denn wer wäre nicht für das harmlos und einfach klingende Motto «Kein Krieg»?
In Wirklichkeit will die dahinterstehende Partei, dass wir im Alleingang weiterhin Geschäfte mit kriegsführenden Unrechtsregimes wie Russland betreiben – die Blochers lassen grüssen. Und gleichzeitig stimmt sie für die Ausweitung von Waffenlieferungen. Damit heizt die Partei die Kriege in aller Welt an – und das soll Frieden bringen? Nicht genug damit, schreiten ihre Jungen zur Tat und zerstörten sämtliche Plakate der Gegner ihrer Initiative im Raum Sissach. Ein wahrlich befremdliches Demokratieverständnis! Denn wessen Argumente nicht ziehen, weil sie durch und durch verlogen sind, der schreitet zur Gewalt. Mir graut.
Und wer mitbekommen hat, dass Russland der Schweizer Bevölkerung ein Ja in dieser Abstimmung empfiehlt, muss definitiv aufhorchen. Ein Staat, der seit Jahren Abertausende seiner Männer geopfert hat in einem aussichtslosen Krieg, der kein Ende findet, gibt uns Empfehlungen in einer internen, souveränen demokratischen Entscheidung? Wehret den Anfängen, denn wir sehen, wozu die Autoritären und Rechtsradikalen weltweit fähig sind, wenn man sie gewähren lässt!
Ariane Rufi no dos Santos, Sissach