Obwohl es für die Moderatorin des ORF hörbar seltsam ist, «Kanton Basel-Landschaft» vom Teleprompter abzulesen, scheinen «unsere» Politiker in Österreich einen äusserst positiven Ruf zu geniessen: «Die Schwyzer Landräte geben gemäss ihrem ...
Obwohl es für die Moderatorin des ORF hörbar seltsam ist, «Kanton Basel-Landschaft» vom Teleprompter abzulesen, scheinen «unsere» Politiker in Österreich einen äusserst positiven Ruf zu geniessen: «Die Schwyzer Landräte geben gemäss ihrem Naturell von Anfang an alles auf dem Platz», heisst es im Fernsehbeitrag zum Gastspiel des FC Landrat bei der Südtiroler Bürgermeistermannschaft im italienischen Moos in Passeier. Trotz einer 2:8-Niederlage attestiert der durch die Musik der «Ersten Allgemeinen Verunsicherung» fast schon satirisch anmutende Beitrag den Landrätinnen und Landräten um Captain Marco Agostini (Grüne): «Die eidgenössischen Landräte versuchen wacker, in der Abwehr dagegenzuhalten – egal aus welchem politischen Lager.» Die Waldenburger Landrätin Andrea Kaufmann (FDP) bestätigt vor dem Mikrofon, dass das Team politisch neutral sei. «Hier sind wir ein Team, eine Mannschaft und wir haben ein Ziel.» Der Grund dafür, dass das Fernsehen zum Spiel anreiste, waren dann aber vielleicht doch nicht die fussballerischen Künste der Parlamentarier, sondern der Ehrengast: Sepp Maier, deutscher Weltmeistertorhüter von 1974 und langjähriger Rückhalt des FC Bayern, machte den «politischen Anstoss». Und herzte dann beim abschliessenden Gruppenbild unsere «eidgenössische Schwyzer» Landrätin Andrea Kaufmann.
Landratspräsident Andreas Dürr (FDP) wurde gestern im Parlament grundsätzlich. Das höchste Gremium des Kantons müsse Würde ausstrahlen, mahnte der Anwalt, der selbst stets gebügelt und mit Krawatte erscheint. Der Landrat sei schliesslich keine Schulreise, sagte er in seiner Ansprache. Anstand müsse nach aussen wie nach innen gewahrt werden – bei Kleidung und Sprache. Fäkalausdrücke und Beleidigungen gehörten nicht zum parlamentarischen Comment. Kleiderregeln wollte Dürr zwar keine erlassen. Orientierung gab er trotzdem: Wenn man für seine Firma ein wichtiges Geschäft abschliessen wolle, erscheine man auch nicht in der Badehose. Für den Auftritt im Landratssaal bat er deshalb und ohne Namen zu nennen: «Bitte zieht also die Badehose aus!» Grosses Gelächter im 90-köpfigen Gremium. Ganz so grundsätzlich, dass die Ratsmitglieder künftig lieber nackt statt in Badehose ans Mikrofon treten sollen, war Dürrs Aufruf zu mehr Stil dann vermutlich doch nicht gemeint.