Gelterkinden
16.04.2026 BRIEFEJa zum Schulhaus – Nein zum Luxusprojekt
In der aktuellen Debatte wird behauptet, das Referendumskomitee betreibe ein finanzpolitisches Manöver auf dem Rücken unserer Schulkinder. Diese Unterstellung ist bequem – sie erspart den Befürwortern ...
Ja zum Schulhaus – Nein zum Luxusprojekt
In der aktuellen Debatte wird behauptet, das Referendumskomitee betreibe ein finanzpolitisches Manöver auf dem Rücken unserer Schulkinder. Diese Unterstellung ist bequem – sie erspart den Befürwortern eine Auseinandersetzung mit der Realität.
Fakt ist: Hätte der Gemeinderat ein konsequent kostenorientiertes Ausschreibungsverfahren gewählt und die vorgegebenen 7 Millionen Franken Baukosten eingehalten, gäbe es heute kein Referendum. Bis heute bleibt unbeantwortet, wie aus einer Ausschreibung mit klarer Kostenvorgabe ein 11-Millionen-Franken- Projekt als Sieger hervorgehen konnte – und weshalb dies als alternativlos verkauft wird. An der Gemeindeversammlung wurde zudem behauptet, das geforderte Raumprogramm lasse sich nicht günstiger realisieren. Diese Aussage ist nun widerlegt: Die Arbeitsgruppe Ratio, bestehend aus lokalen Baufachleuten, hat für dasselbe Raumprogramm Baukosten von rund 6,7 Millionen Franken berechnet – mehr als 4 Millionen Franken weniger.
Das Projekt ist bereits weit ausgearbeitet und stützt sich zu grossen Teilen auf konkrete Offerten. Lokale Bauunternehmer stehen mit ihrem Namen für Kosten- und Termintreue ein. Das ist mehr als eine theoretische Annahme – das ist belastbare Realität. Dem Referendumskomitee nun eine Verzögerungstaktik vorzuwerfen, wirkt vorgeschoben. Tatsächlich verzögert wird der Prozess dort, wo berechtigte Fragen zu Kosten ignoriert oder kleingeredet werden. Wer verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgeht, prüft günstigere Alternativen.
Ich sage Ja zu einem Schulhausneubau, aber Nein zu einem Projektierungskredit für einen unnötig teuren Luxusbau. Wenn derselbe Schulraum deutlich günstiger realisiert werden kann, muss der Gemeinderat diese Option ernsthaft prüfen – im Interesse der Gemeinde und unserer Kinder.
Christoph Bitterlin, Gelterkinden
