Zum Tod von Charlie Kirk
Replik auf den Leserbrief von Donat Oberson in der «Volksstimme» vom 30. September, Seite 8
Charlie Kirk hatte seine in vielen Debatten geäusserten Ansichten vielmals biblisch begründet. Sein fundierter Glaube ...
Zum Tod von Charlie Kirk
Replik auf den Leserbrief von Donat Oberson in der «Volksstimme» vom 30. September, Seite 8
Charlie Kirk hatte seine in vielen Debatten geäusserten Ansichten vielmals biblisch begründet. Sein fundierter Glaube drängte ihn, sich auch politisch zu äussern. Eine solche Einmischung in gesellschaftliche Fragen ist durchaus legitim. So hat sich zum Beispiel der Pfarrer und Schriftsteller Jeremias Gotthelf damals nicht gescheut, gegen Ansichten von Exponenten der radikalen Partei Stellung zu beziehen. In seinem überaus lesenswerten Buch «Glaube, Ideologie und Wahn» hat Werner Huth den Glauben als zum Menschen gehörend, als wichtig beschrieben sowie positiv bewertet. Er hat ihn aber streng von den als Glaubensstörungen apostrophierten Begriffen der Ideologie und des Wahns abgegrenzt. Er meint zudem, es sei utopisch, Ideologien und Wahn eines Tages ausrotten zu können.
So ist meiner Meinung nach bei der Beurteilung, ob bei jemandem ein gesunder oder pathologischer Glauben vorhanden ist, äusserste Zurückhaltung geboten. Werner Huth schreibt, dass man seine eigenen Massstäbe zur Beurteilung so wenig wie möglich heranziehen soll. Vorab ist vonnöten, sich in die Art des Denkens des anderen hineinzuversetzen und zu ermitteln, von welchen inneren Erfahrungen er ausgeht. Diese Erfahrungen sind ernstzunehmen.
Peter Steffen-Grimm, Diegten