Scientology
28.09.2023 RegionBei den Anzeigen steht es nun 4:2
Replik auf den Artikel «Scientologen verlieren vor Gericht» in der «Volksstimme» vom 26. September, Seite 3
Ich bin Sprecher der Schweizer Scientologen. Leider enthält der oben genannte Artikel diverse ...
Bei den Anzeigen steht es nun 4:2
Replik auf den Artikel «Scientologen verlieren vor Gericht» in der «Volksstimme» vom 26. September, Seite 3
Ich bin Sprecher der Schweizer Scientologen. Leider enthält der oben genannte Artikel diverse Missverständnisse und inkorrekte Informationen, die korrigiert werden müssen. Der Verein Freie Anti-SC Aktivisten (Fasa) hat diverse Aussagen des Artikels bereits auf seinem Blog korrigiert. Nachfolgend die Punkte.
Scientology Basel hat im Jahr 2020 Anzeigen gegen Vertreter zweier Anti-Scientology-Vereine eingereicht. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt hat 2023 sechs Strafbefehle gegen diese Vertreter erlassen. Vier haben diese akzeptiert, zwei haben dagegen Einsprache erhoben.
Der Staatsanwalt war der Meinung, dass das Ehepaar aus dem Oberbaselbiet wegen übler Nachrede gebüsst werden müsse. Scientology Basel wurde es dabei freigestellt, an der Verhandlung als Privatkläger teilzunehmen. Die Staatsanwaltschaft Basel war die Anklägerin. Entsprechend waren wir auch nicht mit einem Anwalt vertreten. Die Richterin erlaubte mir, Stellung zu beziehen. Das Urteil richtete sich gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft.
Die Zeugin sagte vor Gericht aus, dass eine Person in ihren Laden gekommen sei und ihr eine Broschüre vorgestellt habe. Sie habe dabei verstanden, dass diese in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) erstellt worden ist (Scientology bestreitet dies und offerierte Zeugen). Die Zeugin fragte den Mann dann, woher er komme. Er antwortete: «Von Scientology.» Daraufhin bat sie ihn, den Laden zu verlassen. Die Zusammenfassung der Zeugenaussage in der «Volksstimme» ist dementsprechend inkorrekt.
Zudem zitierte die Verteidigerin nicht aus dem Buch «Dianetics», sondern aus einem Buch über Ethik. Ich habe klargemacht, dass diese Zitate bezüglich «Freiwild» nicht Teil der Religion sind. Im Übrigen ist diese Passage nicht im betreffenden Buch zu finden.
Die Richterin äusserte sich weiter dahingehend, dass keine Fakten vorliegen würden, dass sich Scientologen als Beauftragte des BAG ausgaben. Dass aber das Ehepaar guten Glaubens war, dass es hätte sein können. Auch wurde nicht mitgeteilt, dass es grobfahrlässig und mutwillig war, eine Anzeige zu erstatten. Und dass Scientology als Verein seinen Ruf habe verteidigen wollen.
Ich habe Ihrem Reporter gegenüber erwähnt, dass ich dies mit unserem Anwalt anschauen werde und dass es möglich ist, dass wir das Urteil akzeptieren. Vor allem das «angeblich» hat den Strafbefehl aufgehoben … Darüber kann man streiten; der Staatsanwalt war offenbar der Meinung, dass es strafbar war. Ein Fussballtrainer würde jetzt vielleicht sagen, dass es 4:2 für Scientology ausging, was die Anzeigen betrifft.
Jürg Stettler, Sprecher der Schweizer Scientologen
