Fussball
14.09.2023 Region«Liefern statt lafern»
Dieses Motto bekommt immer mehr Bedeutung, denn es klafft eine grosse Lücke zwischen den Ankündigungen vor einem Spiel und den Resultaten auf dem Rasen danach! Deutschland verliert zu Hause ein Spiel gegen Japan mit 1:4, ...
«Liefern statt lafern»
Dieses Motto bekommt immer mehr Bedeutung, denn es klafft eine grosse Lücke zwischen den Ankündigungen vor einem Spiel und den Resultaten auf dem Rasen danach! Deutschland verliert zu Hause ein Spiel gegen Japan mit 1:4, die Schweiz spielt gegen die Mannschaft von Kosovo 2:2. Nur: der FC Basel hat vor einigen Tagen angedeutet, was es ausmacht, wenn 11 Spieler während der ganzen Spielzeit imstande sind, eine gemeinsame Leistung zu liefern. Die Zeitungsberichte und Interviews vor dem Spiel tragen dazu bei, dem Wunschdenken zu viel Platz einzuräumen und der Realität deftige Kommentare folgen zu lassen.
Diese Begebenheiten gipfeln in Kommentaren der Spieler und Trainer, die nicht nur wenig Substanz haben, sondern auch die fehlende Einstellung, die mangelnde Bereitschaft, sich für das Team einzusetzen, offenlegen, was nur in wenigen Sportarten der Fall ist. Japan verfügt über ein Team, das als Kollektiv funktioniert, der Kosovo hat an seinen Erfolg geglaubt und der neu aufgestellte FC Basel hat in seinem ersten Match gegen Zürich unter Beweis gestellt, dass die Mentalität ein enormer Leistungstreiber sein kann.
Einige hoch dotierte Spieler «unserer» Nationalmannschaft verfallen – in regelmässigen Abständen – in eine Motivationskrise und erbringen nur bedingt eine zufriedenstellende Leistung. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Muss der Trainer wirklich ein ausgewiesener Kameltreiber sein? Meiner Ansicht nach trägt das Fussballgeschäft wesentlich dazu bei, dass der Sport in den Hintergrund rückt und die Gehälter und Transfersummen ins Zentrum rücken. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, schwindet das Interesse an dieser Sportart, was einem normalen und vernünftigen Vorgang entsprechen würde. Wollen wir das wirklich? Die Konsequenz daraus: Vor dem Spiel kein «Gelafer», während dem Spiel eine geschlossene Teamleistung und nach dem Spiel ein vernünftiges Interview oder ein realistischer Bericht in den Medien – ohne Schulnoten!
Rolf Senn, Liestal
