Die Farnsburg erstrahlt in neuem Glanz
05.09.2023 BaselbietRuine ist frisch saniert – am Sonntag gibt es ein Eröffnungsfest
Die Sanierung der Ruine Farnsburg war für die zuständigen Archäologen in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Janis Erne
Nach vier Jahren Planen und ...
Ruine ist frisch saniert – am Sonntag gibt es ein Eröffnungsfest
Die Sanierung der Ruine Farnsburg war für die zuständigen Archäologen in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Janis Erne
Nach vier Jahren Planen und Bauen ist Ende Juni die Sanierung der Ruine Farnsburg abgeschlossen worden. Das kommt einem Meilenstein gleich: Wie der stellvertretende Kantonsarchäologe Christoph Reding gestern an einem Medienrundgang sagte, seien nun alle drei grossen Burganlagen im Baselbiet saniert. Zuvor waren bereits die Homburg bei Läufelfingen und die Ruine Pfeffingen an der Reihe.
Redings Ausführungen zufolge war die Sanierung der Farnsburg, die oberhalb von Ormalingen mit Weitblick auf die Alpen, den Schwarzwald und die Vogesen thront, das grösste Stück Arbeit. Der Materialumschlag sei «riesig» gewesen. 650 Tonnen Steine, mehr als 500 Tonnen Mörtel, 120 Kubikmeter Beton und knapp 25 Tonnen Stahl seien verbaut worden. Dafür mussten rund 80 Baumulden die schmalen Waldwege herauf zur Ruine und wieder hinunter transportiert werden.
Stein vom Gisiberg
Die Farnsburg ist laut Reding eine vergleichsweise grosse Ruine. Es habe aber auch andere Gründe für den immensen Materialbedarf beziehungsweise -austausch gegeben: zum Beispiel der schlechte Zustand des Gemäuers. Dieses bestand aus dem sogenannten Hauptrogenstein, der nicht frostbeständig ist und je länger, desto mehr abbröckelte. Er wurde weitgehend durch einen Stein aus dem Laufental sowie durch Abbruchmaterial vom Gisiberg in Tenniken ersetzt.
Das gleiche Problem zeigte sich beim Untergrund: Auch dieser besteht aus dem Hauptrogenstein und musste gesichert werden. Die Arbeiten konnten nur in den wärmeren Monaten (von April bis Oktober) ausgeführt werden. «Bei Frost konnten wir den Mörtel nicht verbauen», erklärte Reding.
Erschwert wurde die Sanierung ausserdem durch Hohlräume, die zufällig entdeckt wurden. Diese sind bis zu sieben Meter tief und mussten gestützt werden. Die ungenügend gesicherten Hohlräume seien ein Relikt von früheren, mangelhaften Reparaturen, so Reding. Auch musste Rücksicht auf die Tierwelt und die Natur genommen werden. So wurde zum Beispiel darauf geachtet, dass der Schild-Ampfer erhalten bleibt. Reding: «Laut Biologen stammt diese Pflanze aus dem ehemaligen Burggarten. Im Baselbiet gibt es sie angeblich nur bei der Farnsburg.»
Das Resultat der 7,47 Millionen Franken teuren Sanierung kann sich sehen lassen. Der Grundriss wurde freigelegt, um zu zeigen, wie das Leben in der Burg einst aussah. Eine neue Aussichtsplattform ermöglicht einen 360-Grad-Blick ins Umland, zum Beispiel ins einstige «Untertanen-Dorf» Buus. Für Reding macht das die Farnsburg aus: Dass sie mit der Umgebung kommuniziere und nicht versteckt im Wald liege. Infotafeln sollen den Besuchenden die Geschichte der Ruine näherbringen. Bis im nächsten Sommer sollen zudem Hörstationen installiert werden.
Auch Markus Dettwiler vom Hofgut Farnsburg ist «zufrieden» mit der Sanierung. Ihm gehört die Ruine, die im 14. Jahrhundert gebaut wurde und seit jeher mit dem Hofgut verbunden ist. Dettwilers Ururgrossvater hat das Hofgut und somit die Ruine – ein «grösserer Steinhaufen» – einst gekauft. Im Jahr 1933 vereinbarte der Grossvater mit dem Kanton, dass die öffentliche Hand die Ruine unterhält. Die jüngste Sanierung ist also auch für die Familie Dettwiler ein Meilenstein.
Eröffnungsfest der sanierten Farnsburg am kommenden Sonntag von 10 bis 16 Uhr.

