Steinwüste oder Steingarten?
30.06.2023 NaturGartentipp | Freude für Mensch und Tier
Ein Steingarten kann sehr artenreich sein und so für ein blühendes Zuhause sorgen. Aber Achtung: Ein Steingarten ist nicht zu verwechseln mit einem Schottergarten!
Meret Franke
Der Boden ist ...
Gartentipp | Freude für Mensch und Tier
Ein Steingarten kann sehr artenreich sein und so für ein blühendes Zuhause sorgen. Aber Achtung: Ein Steingarten ist nicht zu verwechseln mit einem Schottergarten!
Meret Franke
Der Boden ist staubtrocken und wir müssen das Gemüse regelmässig wässern, damit wir ernten können. Die vereinzelten Gewitter sind bislang nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Mit einer Mulchschicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Schafwolle versuchen wir, die Feuchtigkeit möglichst lange im Boden zu halten. Einer der wenigen Bereiche, dem die Trockenheit und die Hitze kaum zusetzen, den wir noch nie gegossen haben und in dem es trotzdem grünt und blüht und summt und brummt, ist der Steingarten.
Ein Steingarten ist nicht zu verwechseln mit einem Schottergarten, der an Lebensfeindlichkeit nicht zu überbieten ist: Ein Unkrautvlies oder eine Folie soll verhindern, dass sich Pflanzen ansiedeln können. Trotzdem sind nach wenigen Jahren schon Pflegemassnahmen notwendig. Die verwendeten Schottersteine sind meist ortsfremd, alle in der gleichen Grösse und ohne kleinere Steine oder Sandanteile. Solche Steinwüsten wärmen sich im Sommer stark auf und es entstehen richtige Hitzeinseln, die auch nachts noch Wärme abgeben. Tiere können in diesem Lebensraum nicht überleben und damit sind Schottergärten ökologisch völlig wertlos und für unsere Umwelt ein Problem.
Blühender Steingarten
Im Gegensatz dazu lebt unser Steingarten und ist ein richtiges Paradies für Wildbienen, Schmetterlinge und Eidechsen. Die Stauden, die da wachsen, kommen einerseits aus dem Mittelmeerraum, wie die duftenden Kräuter Rosmarin, Lavendel und Salbei. Andererseits beherbergt der Steingarten Alpenpflanzen wie Mauerpfeffer, Hauswurz oder Alpenastern, die alle an das karge und trockene Leben in den Alpen angepasst sind. Ausserdem blühen im Steingarten regelmässig Pflanzen, die sich selber aussäen und auf magere Standorte wie Ruderalflächen spezialisiert sind. Dazu gehören der Natternkopf, der mit seinen leuchtend blauen Blüten unzählige Insekten anzieht, der wilde Dost, der in keinem Garten fehlen darf oder die Nachtkerze, die auch den Nachtschwärmern Nektar bietet. Diese Pflanzen sind so anspruchslos, dass sie sich manchmal auch zu stark ausbreiten. Dann können Sie sie ganz einfach mitsamt der Wurzel ausreissen oder kurz vor der Samenreife abschneiden, dann nehmen sie nicht Überhand und erfreuen Mensch und Tier.
Kurs «Naturgarten – der Hausgarten als Beitrag zur Biodiversität»:
Dienstag, 24. Oktober, 8.45 bis 11.45 Uhr, im Ebenrain-Kursgarten, Sissach.
Gartenkurse und Beratung:
Meret Franke und Koni Gschwind, Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft,
Natur und Ernährung, Sissach. garten.ebenrain@bl.ch, www.ebenrain.ch > Landwirtschaft
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