Wiedersehen nach langer Pause
04.04.2023 BaselbietStandortförderung empfängt chinesische Delegation
Am Freitag besuchte eine chinesische Delegation das Baselbiet. Beim wirtschaftlichen Austausch knüpften Unternehmer aus der Region persönliche Kontakte, auf die sie lange warten mussten.
Janis ...
Standortförderung empfängt chinesische Delegation
Am Freitag besuchte eine chinesische Delegation das Baselbiet. Beim wirtschaftlichen Austausch knüpften Unternehmer aus der Region persönliche Kontakte, auf die sie lange warten mussten.
Janis Erne
Ein stürmischer Wind blies der chinesischen Delegation entgegen, als sie über den Vorplatz ins Schloss Ebenrain trat. Unruhig war nicht nur das Wetter am Freitag, sondern bis vor wenigen Monaten auch die Zeit in Fernost. Chinas Machthaber Xi Jinping verordnete eine rigorose Null-Covid-Politik. Die Reiseströme kamen zum Erliegen. Darum musste die Delegation aus der ostchinesischen Provinz Shandong dreieinhalb Jahre warten, bis sie dem Baselbiet einen Gegenbesuch abstatten konnte. Im November 2019 war es, als die kantonale Standortförderung und einzelne Unternehmer nach China reisten, um die Freihandelszone bei Qingdao anzuschauen.
Zhao Shiyu ist Vize-Oberbürgermeister der Stadt (9 Millionen Einwohner). Er bedankte sich für den herzlichen Empfang im Schloss Ebenrain, wo standesgemäss «Chiirssi»-Saft und Läckerli aufgetischt und ein paar nette Worte ausgetauscht wurden. Aus dem Oberbaselbiet waren Schaer Pharma aus Itingen und die Rego-Fix aus Tenniken zugegen. Auch der Reibbeläge-Hersteller Furka aus Breitenbach (SO) und ein junger Architekt mit chinesischer Frau wollten sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, Kontakte zu chinesischen Entscheidungsträgern zu knüpfen. Wirtschaftsprofessor Jörg Wombacher vertrat die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), die seit 25 Jahren das «China Centre» betreibt und Wissen über das «Reich der Mitte» bereitstellt. Anwesend war auch Roman Vettiger vom Reisebüro China Tours in Liestal – er berät Unternehmen beim Markteintritt in Fernost.
Mehr Austausch gewünscht
Wie Robert Sum von der Standortförderung am Rande sagte, soll das Treffen Baselbieter Unternehmen dabei helfen, sich in China anzusiedeln oder ihre Präsenz auszubauen. In der Stadt Qingdao gibt es dafür verschiedene Cluster wie den «Deutsch-Chinesischen Ökopark». Am Freitag, nach dem Empfang im «Ebenrain», besuchten die Chinesen ein Baselbieter Pendant: den «Switzerland Innovation Park Basel Area» in Allschwil. Dort wurde jüngst das erste kommerziell nutzbare Quantencomputer-Netzwerk eröffnet und es sollen insbesondere Life-Sciences-Unternehmen angelockt werden.
Vor der Abfahrt Richtung Unterbaselbiet sagte Zhao Shiyu, dass die beiden Länder voneinander lernen sollen: «Die Schweiz entwickelt fortgeschrittene Technologien und Produkte, bietet zugleich aber auch gute Arbeitsbedingungen.» Er hoffe auf Kooperationen und einen regelmässigen Austausch mit Baselbieter Unternehmen und der Wissenschaft. «China wünscht sich mehr internationale Gäste», so Zhao. Er sprach dabei auch Austauschstudenten, etwa von der FHNW, an.
Schliesslich lobte er den Bundesrat für sein «effizientes und präzises» Handeln bei der Credit-Suisse-Übernahme durch die UBS. So hätten globale Verwerfungen an den Finanzmärkten verhindert werden können. Das Wetter blieb an diesem Tag darum die einzige stürmische Angelegenheit.

