Gesunder Wald erbringt gewohnte Leistungen
16.03.2023 RegionMünchenstein | Anlass zum internationalen Tag des Waldes
Der Wald leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung. Eine Veranstaltung des Amts für Wald beider Basel gab einen Einblick, was es braucht, damit dies auch in Zukunft so ...
Münchenstein | Anlass zum internationalen Tag des Waldes
Der Wald leistet einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung. Eine Veranstaltung des Amts für Wald beider Basel gab einen Einblick, was es braucht, damit dies auch in Zukunft so bleibt.
Elmar Gächter
«Die Herausforderung im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist nicht, ob es künftig noch Wald gibt, sondern die Frage ist, ob dieser Wald die Leistungen, die wir von ihm erwarten, auch in Zukunft erbringen kann», sagte Ueli Meier, Leiter Amt für Wald beider Basel, am vorgezogenen Anlass zum Internationalen Tag des Waldes vom 21. März. Dass der Wald einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung leistet, ist unbestritten. Doch dies sei nur dann weiterhin möglich, so der Kantonsforstingenieur, wenn der Wald einigermassen vital bleibe. Zu klären sei neben anderem die Frage, wie die öffentlichen Waldleistungen als Erholungs- und Freizeitort zu definieren sind, wer sie bestelle und letztlich zahle.
Einen erfolgreichen Ansatz hat das Forstrevier Arlesheim-Münchenstein gefunden, wie die Verantwortlichen am Medienanlass im Schlössliwald oberhalb von Münchenstein orientierten. 2018 haben die Einwohnergemeinden Arlesheim und Münchenstein zusammen mit den beiden Bürgergemeinden eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, welche die finanzielle Beteiligung der Einwohnergemeinden an den Waldleistungen der Bürgergemeinden regelt. Darin ist für vorerst fünf Jahre eine Summe von jährlich 200 000 Franken festgelegt, wovon die Einwohnergemeinden zwei Drittel und die Bürgergemeinden einen Drittel leisten.
Münchensteins Gemeindepräsidentin Jeanne Locher und Bürgerratspräsident Christian Banga sprachen von einem erfolgreichen Projekt. «Als grosser Nebeneffekt ist die Zusammenarbeit sowohl zwischen dem Werkhof der Einwohnergemeinde und dem Forstbetrieb als auch zwischen den Behörden gestärkt worden», so Banga. Eine solche Lösung wäre, wie er weiter festhielt, für die Bürgergemeinde praktisch undenkbar gewesen, weil sie befürchtete, dass man in ihr Hoheitsgebiet dreinrede.
Verjüngung des Waldes
Für Revierförster Fredi Hügi, der den Forstbetrieb Arlesheim-Münchenstein leitet, ist, wie für viele seiner Amtskollegen, die Verjüngung des Waldes ein zentrales Thema. Auf den rund 500 Hektaren seines Betriebs setzt er vor allem auf klimatolerante Baumarten wie Traubeneiche, Speierling und Elsbeerbaum. Wer einen gesunden Wald wolle, der müsse auch einen gesunden Berufsstand haben mit genügend und gut ausgebildetem Personal, ist Hügi überzeugt. Grosse Mühe mache dem Wald die extreme Trockenheit, was sich vor allem beim hohen Buchenanteil zeige, der zusehends mehr Eingriffe aus Sicherheitsgründen erfordere. «Diese Wälder bauen wir wieder gut auf, aber es braucht seine Zeit. Wir im Forst haben die Geduld, die Bevölkerung jedoch etwas weniger», so Hügi.
Die obersten Waldchefs der beiden Kantone, der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber und sein basel-städtischer Kollege Kaspar Sutter, hoben die Bedeutung des Waldes hervor. Weber sprach vom Wald als prägendes Element der heimischen Landschaft, die mit ihrer hohen Qualität ein attraktives Lebensumfeld biete und die Identität und kulturelle Eigenart der Bewohner stärke. Damit diese Qualitäten erhalten bleiben, brauche es unter anderem funktionsfähige Ökosysteme mit intakter Biodiversität. Die natürlichen Ressourcen müssten sich laufend regenerieren können. Regierungsrat Sutter wies auf Studien hin, die zeigten, dass der Wald ein wichtiger Faktor für die psychische Gesundheit der Menschen ist. Die Bevölkerung, vor allem auch im städtischen Raum, schätze es, mit dem Wald gleich nebenan einen Hort für die Volksgesundheit zu wissen. Das Bewusstsein, dass der Wald eine laufend grössere Bedeutung für den Klimaschutz darstelle, habe stark zugenommen.
Positiv sei, dass der Rohstoff Holz in jüngster Zeit so stark wie schon lange nicht mehr nachgefragt sei. «Dies ist ein guter Aspekt, da der Wald damit wirtschaftlicher wird und die Diskussion über die Kosten und Erträge entspannter geführt werden können», so Sutter.

