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28.02.2023 Eishockey2. Liga: Nach deutlicher Heimniederlage siegt ZS in Mühlethurnen
Auch im Halbfinal muss ein drittes Spiel für oder gegen den EHC Zunzgen-Sissach entscheiden. Gegen Mühlethurnen setzte es zuerst die erste Heimniederlage der Saison, ehe die Oberbaselbieter auswärts mit 7:1 selber ein ...
2. Liga: Nach deutlicher Heimniederlage siegt ZS in Mühlethurnen
Auch im Halbfinal muss ein drittes Spiel für oder gegen den EHC Zunzgen-Sissach entscheiden. Gegen Mühlethurnen setzte es zuerst die erste Heimniederlage der Saison, ehe die Oberbaselbieter auswärts mit 7:1 selber ein Ausrufezeichen setzten.
Sebastian Wirz
Eine Faustregel im Sport lautet: Das Heimteam geht mit mehr Energie in eine Partie. Da ist einerseits das eigene Publikum, das die Spieler antreibt und begeistert werden will. Und im Amateursport, in dem die Sportler an Arbeitstagen früher Feierabend machen müssen und relativ kurz vor Spielbeginn eintreffen, geht es nicht zuletzt um den Anfahrtsweg, auf dem die Beine im Auto, Bus oder Car nicht gerade frischer werden. Als Qualifikationssieger hat sich der EHC Zunzgen-Sissach in der 2. Liga das Privileg erarbeitet, am Wochenende auswärts spielen zu können. Die Teams aus Kandersteg, Bönigen und jetzt im Halbfinal Mühlethurnen müssen unter der Woche anreisen.
Umso ungläubiger verfolgten die mehr als 200 Zuschauer auf der Sissacher Kunsteisbahn am Donnerstag den Beginn der ersten Halbfinalpartie von ZS gegen den HC Mühlethurnen. Die Gäste aus dem Bernbiet – immerhin rund fünf Viertelstunden dauerte ihre Anreise – überforderten die Oberbaselbieter von der ersten Minute an. Dabei war es nicht so sehr die gute Puckkontrolle und Organisation des HCM, sondern das Tempo und die Konsequenz im Forechecking, die den Gastgebern grosse Probleme bescherten. Die Anzahl Puckverluste, Fehlpässe in der eigenen Zone sowie zugelassene Konterchancen im ersten Halbfinalspiel dürften für ZS diese Saison ein nicht gerade schmeichelhafter Rekord gewesen sein.
Erste Heimniederlage für ZS
«Vielleicht haben wir Mühlethurnen unterschätzt», sagt ZS-Stürmer Jérôme Lanz auf Anfrage, «und vor allem waren wir überhaupt nicht im Play-off-Modus. Die Überzeugung hat gefehlt, die nötige Halbfinal-Stimmung war weder vor dem Spiel noch auf dem Eis da.» Der verschlafene ZS-Start bescherte Mühlethurnen gleich mehrere Chancen und es ist erstaunlich, dass daraus nur ein Gäste-Tor (12. Minute) resultierte.
Wer dachte, dass der Ausgleich von Denis Malik, der den Abpraller des eigenen Abschlusses verwertete (28.), etwas an der Gemengelage ändern würde, lag falsch: Mühlethurnen reagierte sofort und ging 70 Sekunden später wieder in Führung. «Wir haben ihren Top-Block nicht in den Griff bekommen», sagt Lanz dazu. Tatsächlich vereinten Tim und Kai Niederhauser sowie Mischa Lüthi 11 der 15 Gäste-Skorerpunkte an diesem Abend auf sich. 2:5 lautete das Schlussresultat – über weite Strecken fühlten sich die Kräfteverhältnisse bei der ersten ZS-Heimniederlage in dieser Saison deutlicher an.
Final um den Finaleinzug
Doch auch ZS kann Auswärtsspiel. 48 Stunden später sah die Welt ganz anders aus, als Pascal Sahli die Oberbaselbieter im zweiten Spiel in der 2. Minute in Führung schoss. Mühlethurnen glich zwar im Powerplay aus, aber dieses Mal war es ZS, das schnell reagierte und durch ein Tor von Remo Hunziker wieder in Führung ging. «Es war von Beginn weg eine ganz andere Stimmung. Die Energie war da, alle wussten, dass wir liefern müssen», sagt Jérôme Lanz, der in der 29. Minute das 3:1 für ZS erzielte.
«Wir hatten ihre ‹Stars› im Griff und plötzlich lief bei ihnen nichts mehr. Das ist nun einmal so im Amateursport; es gibt grössere Aufs und Abs als bei den Profis», ist der Neuzugang mit Erfahrung als Halbprofi aus der «MySports»- sowie Swiss League überzeugt. Spätestens nach dem 4:1 durch Marc Niederhauser (30.) sei gar nichts mehr gekommen vom Heimteam, ZS gewann gleich mit 7:1 und antwortete damit schon zum zweiten Mal in Folge mit sieben Toren in einem Spiel auf eine Niederlage.
So kommt es heute Abend (20 Uhr, Kunsteisbahn Sissach) zum entscheidenden Spiel 3 dieser Halbfinalserie. Beide Teams sind gewarnt. Von einem Heimvorteil für ZS redet aktuell niemand – Faustregeln hin oder her.
TELEGRAMME
EHC Zunzgen-Sissach – HC Mühlethurnen 2:5 (0:1; 1:2; 1:2). Eisbahn: Kunsteisbahn Sissach. Zuschauer: 215. Schiedsrichter: Hirschi, Diggelmann. Tore: 12. T. Niederhauser (K. Niederhauser, Lüthi) 0:1; 28. Malik (Dietrich, Leisi) 1:1; 30. Lüthi (T. Niederhauser, K. Niederhauser) 1:2; 35. T. Niederhauser (Segessenmann, K. Niederhauser) 1:3; 42. Hügi (Alder, Corbetti) 1:4; 53. Spreyermann (Hunziker, M. Di Biase) 2:4; 60. Lüthi (T. Niederhauser, K. Niederhauser; ins leere Tor) 2:5. Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen ZS, 3-mal 2 Minuten sowie einmal 2+2 Minuten gegen Mühlethurnen.
Zunzgen-Sissach: Tschan, Lepori (ab 44.); Gusset, Schäublin; Leisi, Dörig; F. Müller, V. Di Biase; Hunziker, M. Di Biase, Spreyermann; Dietrich, Malik, Lanz; Bertschy, R. Müller, Gfeller; Sahli, D. Müller, Niederhauser.
HC Mühlethurnen – EHC Zunzgen-Sissach 1:7 (1:2; 0:4; 0:1). Eisbahn: Sportzentrum Sagibach, Wichtrach. Zuschauer: 223. Schiedsrichter: Schäfer, von Allmen. Tore: 2. Sahli (Malik) 0:1; 11. Spring (Marti) 1:1; 16. Hunziker (Spreyermann, M. Di Biase) 1:2; 29. Lanz (R. Müller, Malik/Auschluss Steuri) 1:3; 30. Niederhauser 1:4; 37. Dintheer (Hunziker, Model/Ausschluss T. Niederhauser) 1:5; 39. M. Di Biase (Gusset, Hunziker/Ausschluss T. Niederhauser) 1:6; 42. Hunziker (M. Di Biase) 1:7. Strafen: 7-mal 2 Minuten sowie 5 Minuten gegen Mühlethurnen, 6-mal 2 Minuten gegen ZS.
Zunzgen-Sissach: Lepori; Gusset, Dörig; Leisi, Dietrich; F. Müller, Lenz; Schäublin; Dintheer, R. Müller, Gfeller; Sahli, Malik, Lanz; Hunziker, M. Di Biase; Neiderhauser, Model, D. Müller; Bertschy.