Fasnachtsplaketten für den neuen Bahnhof
26.01.2023 Bauprojekte, Bezirk LiestalGrundstein für das neue Bahnhofsgebäude wird gelegt
Während beim Wohn- und Geschäftshaus bereits das erste Stockwerk gebaut wird, befindet sich das neue Bahnhofsgebäude in Liestal noch auf Ebene Baugrube. Stadtpräsident Daniel Spinnler hat einer Zeitkapsel, die in den nächsten Tagen ...
Grundstein für das neue Bahnhofsgebäude wird gelegt
Während beim Wohn- und Geschäftshaus bereits das erste Stockwerk gebaut wird, befindet sich das neue Bahnhofsgebäude in Liestal noch auf Ebene Baugrube. Stadtpräsident Daniel Spinnler hat einer Zeitkapsel, die in den nächsten Tagen einbetoniert wird, etwas Besonderes beigelegt.
Tobias Gfeller
Eigentlich hätte gestern der Grundstein für das neue Bahnhofsgebäude gelegt werden sollen. Doch die dafür vorgesehene Zeitkapsel wird erst in den kommenden Tagen einbetoniert, da der bauliche Zeitpunkt dafür noch nicht gegeben sei. Das tat dem feierlichen Anlass gestern am Bahnhof Liestal aber keinen Abbruch. Seit knapp einem Jahr wird am Wohn- und Geschäftshaus gegenüber der Kantonsbibliothek gebaut. Auch beim neuen Bahnhofsgebäude soll es schon bald in die Höhe gehen, teilten SBB und Implenia gestern trotz verschobener Grundsteinlegung vor Ort mit.
Neben einer Tageszeitung, Bauplänen und einem Jurybericht zum Studienwettbewerb legte Liestals Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP) der metallenen Zeitkapsel ein ganz besonderes Erinnerungsstück bei: Drei Plaketten der Liestaler Fasnacht 2023, die unter dem Sujet «Breitspurig» als Hommage an den Bahnhofsausbau stehen, sollen bei einem Fund der Zeitkapsel das Fasnachtskomitee, das dann das Zepter der Liestaler Fasnacht in der Hand hat, an die Tradition der Plakette erinnern. «Ob es die Plaketten immer noch in der heutigen Form oder vielleicht virtuell gibt, ist zweitrangig», meinte Spinnler zu seinem besonderen Andenken.
Die drei Plaketten werden auf einer Blechplatte mitsamt Widmung und Brief den kommenden Generationen übergeben. Diese sollen vom neuen Bahnhof Liestal profitieren. Neben dem Ausbau der Bahninfrastruktur auf vier Spuren wird sich auch das Gesicht des Bahnhofs markant verändern. Der Anblick eines Bahnhofs als Eingangstor sei für eine Stadt von grosser Bedeutung, waren sich gestern die Redner Armin Vonwil, Leiter Anlageobjekte Mitte bei den SBB-Immobilien, Architekt Andreas Signer und Stadtpräsident Daniel Spinnler einig.
«Man kann sich freuen, dass Liestal einen würdigen Ankunftsort erhält», so Spinnler. Das sei bisher nicht so gewesen, erinnerte sich der Stadtpräsident an den Besuch von Bundesrat Alain Berset im Rahmen des Spitteler-Jahres 2019. Als er den hohen Gast auf Gleis 3 des Bahnhofs empfing, sei es mit der alten Infrastruktur und dem Mief schon etwas zum Fremdschämen gewesen. Erst in der Altstadt habe er Stolz verspürt, so Spinnler, der von einem willkommenen Facelifting sprach.
Neubau als grosse Chance
Der Gebäudekomplex mit Wohn- und Geschäftshaus, Verbindungsgebäude und Bahnhofsgebäude ist rund 250 Meter lang. Dass heutzutage Bahnhöfe komplett neu gebaut werden, sei eine Ausnahme, betonte Armin Vonwil. Normalerweise werden sie saniert oder umgebaut. Das sei baulich eine grosse Chance gewesen. «Bei Umbauten und Sanierungen weiss man nie, auf was man genau trifft, weil früher nicht alles im Detail in den Plänen festgehalten wurde.» Auch stünden viele Bahnhofsgebäude heute unter Schutz, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. Neubauten hätten andere Herausforderungen, seien insgesamt aber eher einfacher in der Planung als Sanierungen und Umbauten.
Die neuen Gebäude sollen gemäss Armin Vonwil zum Schlussstein der städtebaulichen Entwicklung am Bahnhof werden. Während früher Architekten wie Max Vogt mehrere Bahnhöfe gestalten durften, sorgen die SBB heute mit Wettbewerben für eine vielseitige Architektur. So werden Bahnhöfe zu einmaligen Eingangstoren für Gemeinden und Städte. Die Erwartungshaltung der Bevölkerung an Bahnhofsbauten sei entsprechend hoch, erinnert der Leiter Anlageobjekte Mitte der SBB.
Mit dem zeitgleichen Ausbau der Bahninfrastruktur und dem Bau der neuen Gebäude ist der Bahnhof Liestal aktuell eine Grossbaustelle. Das sei für die Abläufe sogar ein Vorteil, versichert Gesamtprojektleiter Ronny Reuther. Die zeitgleichen Arbeiten seien eine Chance, weil sämtliche Sperrungen und Umleitungen nur einmal organisiert werden müssen. «Auch für die Bevölkerung ist es einfacher: Lieber eine kürzere Zeit starke Einschränkungen, als permanente Einschränkungen über eine längere Zeit.»
Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien trotz der Einschränkungen grösstenteils positiv. «Natürlich gibt es immer wieder Details, die wir anpassen müssen, weil an diesem Ort so viel aufeinandertrifft. Im Grossen und Ganzen geht es halt auch darum, Kompromisse einzugehen», beschreibt Ronny Reuther die Situation.