«Ein Traum hat sich erfüllt»
17.11.2022 Bauprojekte, ReigoldswilFamilie Degen hat ihr Rundholz-Blockhaus bezogen
Seit rund einem Monat wohnen Joëlle und Fabian Degen mit ihren drei Kindern in ihrem neuen Zuhause – einem einmaligen Gebäude ganz aus Holz aus dem einheimischen Wald.
Elmar Gächter
«Für mich ist definitiv ...
Familie Degen hat ihr Rundholz-Blockhaus bezogen
Seit rund einem Monat wohnen Joëlle und Fabian Degen mit ihren drei Kindern in ihrem neuen Zuhause – einem einmaligen Gebäude ganz aus Holz aus dem einheimischen Wald.
Elmar Gächter
«Für mich ist definitiv ein Traum in Erfüllung gegangen, noch schöner, als ich ihn mir vorgestellt habe», sagt Joëlle Degen, die zusammen mit ihrem Mann Fabian und den Kindern Finnja, Suvi und Samu, den Norwegischen Waldkatzen Hera und Willi sowie Husky Shade im Oktober ihr Traumhaus bezogen hat. Stolz thront das markante Rundholz-Blockhaus am Ende des Fürstenbergwegs oberhalb des Schulhauses in Reigoldswil an bester Aussichtslage.
In lediglich drei Tagen ist das Haus Mitte Mai dieses Jahres aufgerichtet worden, vorfabriziert auf dem Gelände oberhalb der ehemaligen Deponie Eichenkeller mit Holz aus dem einheimischen Wald (die «Volksstimme» berichtete). Die bis zu 55 Zentimeter dicken Rundhölzer mit einer Länge zwischen 14 und 18 Metern bilden den Rohbau, der auf eineinhalb Obergeschossen und einem Untergeschoss eine Wohnfläche von 265 Quadratmetern mit sieben Zimmern bietet.
Die mächtigen Stämme haben mit mehreren Transporten auf engen Wegen schadlos das Ziel erreicht und auf dem zentimetergenau vorbereiteten Fundament ihren geplanten Standort gefunden. «Da einzelne Besucher, die das Kellergeschoss im Rohbau besichtigt haben, zweifelten, ob es gross genug sei, wurden wir ein bisschen unsicher und haben vorsorglich nachgemessen. Aber es hat alles bestens aufeinander gestimmt», hält Joëlle Degen mit Schmunzeln fest. Sie ist es, die das ganze Projekt geplant und gezeichnet hat, für die Bauleitung zuständig und praktisch täglich auf der Baustelle präsent war. Zusammen mit ihrem Mann, ihrem Vater und ihrem Bruder hat sie sich zudem dem Innenausbau gewidmet.
Das Blockhaus besticht nicht nur durch seine Aussengrösse, sondern zeigt auch im Innern beeindruckende Masse. Da ist einmal der grosse, bis zum Dach offene Wohnraum mit einer Blockbautreppe mit Fichtengeländer, die zum Obergeschoss mit heimeligen Kinderzimmern und der Galerie führt. Natursteine aus Jurakalk zieren die Böden im Erdgeschoss und die Nassräume, Eichenparkett die weiteren Räume.
Die Küche präsentiert sich in Eichenholz und einer Gerätefront ganz in Schwarz – eine Farbe, die sich auch bei den Türgriffen und den Armaturen durch das ganze Haus zieht. «Uns gefällt das Zusammenspiel zwischen Schwarz und dem hellen Holz ausgezeichnet», halten Joëlle und Fabian fest. Im grosszügigen Kellergeschoss steht unter anderem ein grosser Hobbyraum zur Verfügung.
Heizen bisher nicht notwendig
«Die ersten Wochen konnten wir unser Haus gar noch nicht so richtig geniessen», sagt Joëlle. Noch fehlen Möbel, die zwar bestellt, aber noch nicht geliefert sind. Doch wohl fühlen sich hier bereits alle, auch die Kinder. Tochter Suvi hatte zu Beginn ein wenig Mühe, vermisste sie doch ihre Freundinnen am alten Wohnort in Oberdorf. «Aber heute wollen alle drei nicht mehr von hier weg, denn sie haben bereits viele ‹Gspänli› in Kindergarten und Schule gefunden», freuen sich nicht zuletzt auch ihre Eltern.
Das Holzhaus strahlt ein wohltuendes Ambiente aus und lässt auch wärmemässig keine Wünsche offen. Geheizt wird es mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, die 280 Quadratmeter grosse Solaranlage auf dem Satteldach sorgt für mehr Energie als die fünfköpfige Familie benötigt. «Das Haus ist so gut isoliert, dass wir bis heute auf das Heizen weitgehend verzichten konnten», sagt der Hausherr.
Fabian und Joëlle Degen sprechen von einem fast perfekten Projekt und stellen ihren Handwerkern, praktisch alle aus der Region, ein gutes Zeugnis aus. Sie möchten im Übrigen all jene ermuntern, die ebenfalls ein solches Holzhaus bauen möchten. «Traut euch, denn es ist unbeschreiblich schön, darin zu wohnen. Und es ist erst noch nicht teurer als ein konventioneller Bau in der ähnlichen Grösse.» Klar gehe man bei dieser Bauart Kompromisse ein, so müsse die Form des Hauses aussen und innen einfach gehalten sein, auch könnten aus statischen Gründen keine durchgehenden Fensterfronten angebracht werden.
Tag der offenen Türe geplant
Und worauf sind die beiden ganz besonders stolz? «Vor allem auf meine Frau, denn ohne sie wäre aus unserem Projekt nie ein solches Traumhaus entstanden», hält Fabian fest. «Ich habe viel Energie investiert, teilweise bis zu 18 Stunden am Tag und bis zwei Uhr in der Früh. Denn ohne die Eigenleistungen wäre vieles nicht drin gelegen», sagt Joëlle. Es erfülle sie mit Stolz und Freude, von der Planung bis zur Realisierung einen grossen Anteil an diesem tollen Ergebnis geleistet zu haben.
Beide planen einen Tag der offenen Türe, denn das Interesse an ihrem Blockhaus sei enorm. Aber vorerst wollen sie ihren Traum ausleben und die Früchte ihrer riesigen Arbeit in ihrem einmaligen neuen Zuhause so richtig geniessen.



