«Auf der Bühne fühle ich mich wohl»
14.10.2022 PorträtKevin Tschopp begeistert mit seiner Stimme unzählige Menschen. Der 25-Jährige aus Thürnen ist zurzeit Kandidat bei «The Voice of Germany». Sein Leben lang singt er schon und nun hat er grosse Pläne für die Zukunft.
Melina ...
Kevin Tschopp begeistert mit seiner Stimme unzählige Menschen. Der 25-Jährige aus Thürnen ist zurzeit Kandidat bei «The Voice of Germany». Sein Leben lang singt er schon und nun hat er grosse Pläne für die Zukunft.
Melina Mundschin
Herr Tschopp, wie ist es dazu gekommen, dass Sie bei «The Voice of Germany» teilnehmen?
Kevin Tschopp: Das ist eine witzige Geschichte. Meine Schwester hatte mich angemeldet, ohne dass ich davon wusste. Sie schickte Videos ein und als sie die Rückmeldung erhielt, dass ich dabei bin, wurde ich eingeweiht. Ich war wirklich sehr überrascht und zuerst ein wenig überfordert. Ich habe mich aber sehr darüber gefreut, dass ich mein musikalisches Können vor einer Jury unter Beweis stellen kann.
War die Musik schon immer Teil Ihres Lebens?
Mit dem Singen habe ich tatsächlich sehr früh angefangen, aber eher für mich selbst. Als ich dann ungefähr 13 oder 14 Jahre alt war, holte mich mein damaliger Musiklehrer von der hinteren Reihe nach vorne, um zu singen. Nach dem Unterricht sollte ich vor ihm alleine singen. Ab diesem Zeitpunkt war ich regelmässig an Weihnachtskonzerten oder Schulauftritten dabei.
In welchem Genre fühlen Sie sich zu Hause?
Da kann ich mich nicht nur für eines festlegen. Ich würde sagen, irgendwo zwischen Jazz, Soul und R’n’B. Am liebsten singe ich Balladen.
Wer ist Ihr Vorbild und Ihre Inspiration in der Musikwelt?
Mein absolutes Idol ist Adele. Die Art von Musik, die sie macht, und ihre Stimme sind einfach unglaublich. Bei ihr gibt es nicht viel Show rundherum, ihre Bühnenpräsenz ist sehr klassisch und elegant. Bei Adele geht es wirklich um die Stimme und die Gefühle, die sie übermittelt. Das bewundere ich sehr.
Mit welchem Musiker oder welcher Musikerin würden Sie gerne einmal ein Duett singen?
Mit ganz vielen! Eine Ballade mit Adele zu singen, das wäre ganz cool. Auch mit Künstlern wie Sam Smith, John Legend oder Bruno Mars könnte ich gut «viben». Und wäre sie noch am Leben, wäre ich unglaublich gerne einmal an ein Konzert von Amy Winehouse gegangen.
Wie fühlen Sie sich bei «The Voice of Germany» vor einem Auftritt mit dem Wissen, dass Sie ein grosses Publikum erwartet?
Panisch. Ich glaube, ich war noch nie so nervös wie vor diesen Auftritten. Am schlimmsten ist es, kurz bevor man auf die Bühne tritt.
Was hilft in diesen Momenten?
Es ist wichtig, für sich selbst ein kleines Ritual oder ein Mantra zu haben. Vor meinem ersten Auftritt sagte ich mir: «Egal, was geschieht, es muss so passieren, wie es eben passiert. Ich gebe mein Bestes und zeige, was ich kann, der Rest liegt nicht in meinen Händen.» Das nahm mir tatsächlich viel Nervosität weg. Aber ich denke, so richtig daran gewöhnen werde ich mich nie.
Wer darf im Publikum bei einem Auftritt niemals fehlen?
Mein Vater ist mein allergrösster Supporter. Er kommt an alle Auftritte. Das tut mir extrem gut. Auch meine Zwillingsschwester darf nie fehlen. Bei Selbstzweifeln kann sie mich beruhigen und mir Mut machen. Sie hat immer die richtigen Worte bereit. Sie ist mein Glücksbringer.
Welches ist Ihre bisher schönste musikalische Erinnerung?
Da kommt mir die Perfomance bei «The Voice of Germany» in den Sinn, bei der ich zusammen mit zwei anderen Teilnehmenden auf der Bühne stand. Das war in der sogenannten «Battlephase». Ich habe noch nie so viel Energie gespürt. Das war ein unglaublicher Moment.
Haben Sie auch schon eigene Songs geschrieben?
Ja, aktuell bin ich gerade dabei, selbst zu komponieren. Einen Song zu schreiben und zu produzieren, ist erst auf Ende Jahr geplant. Ich habe mir für meinen ersten eigenen Song die Herausforderung gesetzt, etwas «Peppiges» zu machen. Normalerweise bin ich im Balladengenre zu Hause. Ich hatte aber Lust, etwas anderes auszuprobieren, wozu die Menschen auch tanzen können.
Was bedeutet es für Sie, Musik zu machen?
Mit dem Schreiben von eigenen Songs habe ich das Singen und die Musik noch einmal ganz neu entdeckt. Beim Singen kann ich mich in den Song hineinversetzen. Wenn ich jedoch selber einen Song schreibe, sind das meine eigenen Gefühle, die ich so aufs Papier bringe. Das hat eine therapeutische Wirkung, ich setze mich sehr stark mit mir selbst auseinander. Einerseits ist das zwar extrem anstrengend, aber andererseits tut es auch einfach gut. Ich gebe ein Stück von mir selbst ab und das ist auch okay so.
Hat sich Ihr Alltag seit der Teilnahme bei «The Voice of Germany» verändert?
Auf jeden Fall! Ich habe jetzt die Möglichkeit, mit vielen und verschiedenen talentierten Menschen zusammenzuarbeiten. Auch mein Terminkalender sieht komplett anders aus als noch vor einem Jahr. Heute habe ich zum Beispiel ein Fotoshooting, morgen bin ich im Studio am Aufnehmen und am nächsten Tag eingeladen für ein Interview. Und ich liebe es.
Was sind Ihre Zukunftspläne?
Es sind auf jeden Fall weiterhin Auftritte geplant. Denn wenn ich bei «The Voice of Germany» etwas gelernt habe, dann das, dass ich auf die Bühne gehöre. Ich bin ein Mensch, der nicht so selbstbewusst ist. Aber auf der Bühne fühle ich mich sicher und wohl. Das ist es, was ich wirklich machen möchte. Und für die Zukunft ist es eines meiner Ziele, dass man mich auf der Bühne antrifft.
Zur Person
mm. Kevin Tschopp ist 25 Jahre alt. Er wuchs in Thürnen auf, wo er noch heute wohnt. Als vielversprechender Kandidat nimmt er am Musikwettbewerb «The Voice of Germany» teil. Ursprünglich fing er eine Banklehre an, wechselte aber ein paar Jahre später ins berufsorientierte KV. Aktuell wolle er sich auf die Musik konzentrieren und später gleichzeitig wieder im Bankensektor einsteigen.