Erschliessung gefährdet Wohnbauprojekt
28.10.2022 LangenbruckReferendum gegen Quartierplan «Gärbi» zustande gekommen
Der Quartierplan «Gärbi» in Langenbruck kommt an die Urne. Gegen den Gemeindeversammlungsbeschluss vom 20. September ist das Referendum ergriffen worden. Die Urnenabstimmung findet am 12. März ...
Referendum gegen Quartierplan «Gärbi» zustande gekommen
Der Quartierplan «Gärbi» in Langenbruck kommt an die Urne. Gegen den Gemeindeversammlungsbeschluss vom 20. September ist das Referendum ergriffen worden. Die Urnenabstimmung findet am 12. März statt.
Christian Horisberger
Die Debatte um den Quartierplan «Gärbi» an der Gemeindeversammlung vom September war intensiv. Die Überbauung auf dem mehr als 17 000 Quadratmeter grossen Gebiet in der Bauzone wurde im Grundsatz nicht infrage gestellt. Hingegen hatten mehrere Anwohner des Schwengiwegs, über den die Überbauung erschlossen werden soll, Bedenken geäussert, ob die Quartierstrasse dafür geeignet ist. Bereits heute sei die Situation prekär, hiess es. Die Einfahrt in den Schwengiweg sei gefährlich, zum Kreuzen würden Autos oft aufs Grasland ausweichen. Der Mehrverkehr würde die prekäre Situation verschärfen. Bevor über den Quartierplan abgestimmt wird, so die Forderung an der Gemeindeversammlung, solle die Erschliessung definitiv geregelt werden.
An der Gemeindeversammlung scheiterte ein entsprechender Antrag mit 23:15 Stimmen. Womöglich wird der Gemeinderat dennoch in der geforderten Reihenfolge vorgehen müssen. Denn gegen den Quartierplan ist das Referendum zustande gekommen, wie die Gemeinde vergangene Woche mitteilte. 118 Stimmberechtigte haben das Referendum unterstützt, 72 Unterschriften wären für das Zustandekommen nötig gewesen. Die Urnenabstimmung findet am 12. März kommenden Jahres statt.
Steuerzahler anlocken
Die Überbauung «Gärbi» soll gemäss Quartierplan vier Mehrfamilienhäuser, ein Mehrzweckgebäude sowie je sechs Ein- und Doppeleinfamilienhäuser umfassen. Für Langenbruck ist dieses Projekt wichtig. Einerseits benötigt die Gemeinde den Steuerfranken von Zuzügern, um ihre Eigenständigkeit aufrechterhalten zu können. Andererseits drohen Auszonungen, da das Dorf über zu grosse Baulandreserven verfügt.
Der für den Quartierplan zuständige Gemeinderat Hans Weber interpretiert das Referendum nicht als Fundamentalopposition gegen das Entwicklungsprojekt, sondern als Widerstand gegen die Erschliessung via Schwengiweg, wie er auf Anfrage sagt. Die Unzufriedenheit darüber sei bereits im Mitwirkungsverfahren zum Ausdruck gebracht worden. «Wir haben die Bedenken ernst genommen», sagt Weber. Der Gemeinderat habe daraufhin Zufahrtsvarianten prüfen und für die Anpassung des Schwengiwegs ein Vorprojekt ausarbeiten lassen.
Allenfalls, so Weber, sei an der Gemeindeversammlung der Eindruck entstanden, die Anwohner würden bei Planung der Umgestaltung «ihrer» Quartierstrasse nicht einbezogen. Dies treffe nicht zu, versichert er. Der Gemeinderat werde mit den Initianten des Referendums nun das Gespräch suchen, um dies zu bekräftigen. Nicht aber, um ihnen eine andere Erschliessung zur «Gärbi»-Überbauung zu präsentieren: «Ich wüsste nicht, welche.» Beim Variantenstudium habe sich der Gemeinderat am Strassennetzplan orientiert und er sehe in keiner anderen Zufahrt Vorteile.
Die Frage, ob sich der Widerstand tatsächlich eher gegen die Erschliessung als gegen das Bauvorhaben als Ganzes richtet, muss vorderhand offen bleiben. Allen Initianten war es gestern nicht möglich, gegenüber der «Volksstimme» eine Stellungnahme abzugeben.
Selbst wenn der Gemeinderat die Initianten ins Boot holen kann – abgestimmt wird am 12. März so oder so. Weber hofft auf grünes Licht der Bevölkerung für den Quartierplan, in den drei Grundeigentümer involviert seien – unter anderem die Gemeinde – und der mit einem immensen Aufwand zustande gekommen sei.