Oberdorf ist zurück in der 3. Liga
31.05.2022 Fussball4. Liga: FC Oberdorf – AC Virtus Liestal 3:1 (1:1)
Der FC Oberdorf kehrt dank eines hart erarbeiteten 3:1-Erfolgs über die AC Virtus Liestal in die 3. Liga zurück. Der Aufstieg ist auch ein Abschiedsgeschenk von Trainer Alessandro Buccigrossi, der in der nächsten Saison ...
4. Liga: FC Oberdorf – AC Virtus Liestal 3:1 (1:1)
Der FC Oberdorf kehrt dank eines hart erarbeiteten 3:1-Erfolgs über die AC Virtus Liestal in die 3. Liga zurück. Der Aufstieg ist auch ein Abschiedsgeschenk von Trainer Alessandro Buccigrossi, der in der nächsten Saison zum FC Gelterkinden weiterzieht.
Daniel Hofstetter
Bis zur 25. Minute lief für den FC Oberdorf alles nach Plan. Er dominierte das Duell mit der AC Virtus Liestal in der 4. Liga nach Belieben. Obschon diese eine Partie über Aufstieg oder Nichtaufstieg entscheiden konnte, wirkten die Platzherren keineswegs gehemmt. Es schien sich zu bewahrheiten, wie Cheftrainer Alessandro Buccigrossi das Team vor dem Anpfiff wahrnahm. Die Spieler seien «locker, voller Vorfreude. Solche Partien, in denen es um alles oder nichts geht, haben wir nicht so oft. Das muss man positiv auffassen.» Diese positive Einstellung brachte Oberdorf aufs Feld. Mit überzeugendem Offensivfussball erspielten sich die Oberbaselbieter in der Startphase zahlreiche Chancen. Zwei Mal sah man den Ball von der Torumrandung abklatschen. Ein frühes 3:0 wäre möglich gewesen. Aber die Tore fielen nicht. Und so kam es, wie es im Fussball oft kommt, wenn eine Mannschaft Chancenwucher betreibt. Sathurjan Thanabalasingam bezwang den bis dahin beschäftigungslosen Cedric Krähenbühl im Oberdörfer Tor aus dem Nichts zum 0:1 (25. Minute).
Der Gegentreffer sorgte für einen Bruch im Spiel des Favoriten. Oberdorf blieb zwar spielbestimmend. Die Dominanz war hingegen weg. Doch ausgerechnet jetzt, da die Oberbaselbieter zu zweifeln begannen, klappte es endlich. Timothy Lückner lancierte Jordan Hachenberger, der Virtus-Schlussmann Ibrahim Buljubasic überwinden konnte (37.). Der Ausgleich war verdient, aber angesichts der jüngsten Entwicklung auf dem Feld nicht zwingend.
Nach dem Seitenwechsel ging es vorerst im gleichen Stil weiter. Oberdorf agierte optisch überlegen. Virtus setzte Nadelstiche. Bis sich Buljubasic einen äusserst unglücklichen Aussetzer leistete. Lucas Burri führte einen Freistoss kurz auf Nicolas Gentsch aus. Dessen Abschluss missglückte. Buljubasic hätte ihn aufnehmen können. Doch er hielt bloss einen Arm hin. Von diesem sprang der Ball vor die Füsse von Liam Wenger. Wenger nahm das Geschenk an. Aus kürzester Distanz schob er zur Führung ein (55.). Die Weichen für die Aufstiegsparty waren damit gestellt. Sicherheit verbreitete das Tor hingegen keine. Es entwickelte sich eine Partie auf Messers Schneide. Stets drohte der erneute Ausgleich.
Stefano Gigliotti verpasste ihn beispielsweise mit einem direkten Freistoss nur knapp (57.). Die Nerven beruhigten sich erst kurz vor Schluss. Hachenberger legte für Wenger auf, der Buljubasic ein zweites Mal bezwang (85.). Der Aufstieg war Tatsache.
«Es war von Anfang an das Ziel, so schnell wie möglich wieder aufzusteigen. Das haben wir geschafft. Darauf können wir stolz sein. Die Truppe hat es verdient», sagte Routinier Ramon Krattiger. «Wir haben die beste Offensive und die beste Defensive», unterstrich Tiago Soares, weshalb Oberdorf zu Recht ganz oben stehe. Der Angreifer stuft den Aufstieg als «wichtig» ein, weil «es dieser sehr gut organisierte Verein verdient, in höheren Ligen zu spielen».
«Übergebe intakte Mannschaft»
«Man arbeitet eine ganze Saison und kann sie in einem Spiel kaputt machen. Das wollten wir unbedingt verhindern», so Doppeltorschütze Wenger. Nicht zuletzt deshalb sei ihm bei seinen Toren «ein riesiger Stein vom Herzen» gefallen. Ähnlich erging es Buccigrossi: «Ich bin so froh, dass es gut gekommen ist», meinte der Cheftrainer. «Es wäre schön gewesen, hätten wir überzeugend gewonnen.» Da für die Tabelle aber die nackten Zahlen massgeblich sind, «brauche ich jetzt noch eine halbe Stunde. Dann ist es auch mir egal.»
Denn am Ende des Tages zählt einzig, dass Oberdorf die Rückkehr in die 3. Liga zustande gebracht hat. Der Aufstieg ist gleichzeitig Buccigrossis Abschiedsgeschenk. Nach einem Jahr zieht es ihn weiter zum Zweitligisten Gelterkinden. So sehr er sich auf die neue sportliche Herausforderung freut, so sehr schmerzt ihn der Abgang beim FC Oberdorf. «Es ist eine super Mannschaft. Wir haben etwas richtig Gutes auf die Beine gestellt», blickt Buccigrossi zurück.
Als er seine Spieler über seinen Abgang informierte, sei es «sehr emotional» geworden. «Wenn man das nach nur einem Jahr sagen kann, hat man nicht viel falsch gemacht.» An seinen Nachfolger übergebe Buccigrossi «sicher eine Mannschaft, die intakt ist». Eine Mannschaft, die ab der kommenden Saison wieder in der 3. Liga spielen darf.
TELEGRAMM
FC Oberdorf – AC Virtus Liestal 3:1 (1:1).
Sportplatz: z’Hof. Zuschauer: 200. Schiedsrichter: Imhof. Tore: 25. Thanabalasingam (Bürki) 0:1; 37. Hachenberger (Lückner) 1:1; 55. Wenger (Gentsch) 2:1; 85. Wenger (Hachenberger) 3:1.
FC Oberdorf: Krähenbühl; Hostettler, Gentsch, Krattiger, Burri; Spinnler, Tschopp, Spescha, Richner; Soares, Lückner. Weitere eingesetzte Spieler: Hachenberger, Wenger, Lohner, Weber, Pichler, L. Lägeler.
Bemerkungen: 6. Kopfball von Soares an die Latte. 20. Freistoss von Spinnler an den Pfosten. Keine Verwarnungen.