Lässt die Fusion die Jungen kalt?
07.04.2022 Hersberg, ArisdorfVor allem Rentner beteiligten sich am Workshop zur Zukunft der beiden Gemeinden
Die Dörfer Hersberg und Arisdorf bereiten die Fusion vor. Vorgängig konnten die Einwohnerinnen und Einwohner an einem Anlass ihre Meinung äussern und Anregungen einbringen. Beteiligt haben sich ...
Vor allem Rentner beteiligten sich am Workshop zur Zukunft der beiden Gemeinden
Die Dörfer Hersberg und Arisdorf bereiten die Fusion vor. Vorgängig konnten die Einwohnerinnen und Einwohner an einem Anlass ihre Meinung äussern und Anregungen einbringen. Beteiligt haben sich vorwiegend Rentnerinnen und Rentner. Die jüngste Person war 46 Jahre alt.
tho. Ein Workshop zum Zusammenschluss der Gemeinden Arisdorf und Hersberg hat kürzlich unter Ausschluss der Presse stattgefunden (siehe «Volksstimme» vom 1. April, Seite 3). Die Einwohnerinnen und Einwohner aus beiden Dörfern konnten sich dort auf den neusten Stand der Planung bringen lassen und auch Fragen und Anregungen zur Fusion einreichen. Gestern nun verbreitete die Gemeindeverwaltung Arisdorf in einer Medienmitteilung einige Erkenntnisse, die am Anlass gewonnen worden sind. Eine davon: Obwohl es sich bei der Fusion um ein «Zukunftsprojekt» handle, hätten an dem von 30 Personen besuchten Workshop ausschliesslich Personen im fortgeschrittenen Alter einen Fragebogen zu «möglichen Brennpunkten» ausgefüllt: «Lediglich acht Personen gehörten zur Altersgruppe zwischen 46 und 65, alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren im Rentenalter», heisst es in der Mitteilung. Über die Gründe könne nur gerätselt werden. Eine der Mutmassungen ist laut Communiqué: Für jüngere Generationen, die oft global denken und handeln, sei der geplante Zusammenschluss gegebenenfalls gar kein Thema und längst fällig. Doch eben, das ist Spekulation.
Laut der Mitteilung sind in Gruppen mehre Themen «emotional diskutiert worden»:
– Thema Bürgergemeinde: Die Bürgergemeinde und Einwohnergemeinde von Hersberg sind seit einigen Jahren zusammengeschlossen. Diejenigen von Arisdorf sind hingegen getrennt. Bei einem Zusammenschluss der beiden Einwohnergemeinden entstünden in Hersberg Probleme der Zuständigkeiten beim Bürgerrecht der Hersbergerinnen und Hersberger. Zudem gibt es in diesem Gebiet auch noch die Bürgergemeinde Basel-Olsberg. Die vorgeschlagene Lösung, die Aufgaben und Vermögenswerte der Bürgergemeinde per Zusammenschluss direkt von der Gemeinde Hersberg an die Bürgergemeinde Arisdorf zu übertragen, sei zuerst zwar kontrovers diskutiert, «bei der näheren Betrachtung jedoch als zweckmässig und sinnvoll erachtet worden», heisst es in der Mitteilung. Voraussetzung sei die Zustimmung der Bürgergemeinde Arisdorf.
– Thema Gemeindename: Das Projektlenkungsgremium schlägt vor, dass beide Ortsteile ihren Namen behalten, die politische Gemeinde aber den Namen «Arisdorf» führt. Auf den Ortstafeln von Hersberg solle in Klammern «Gemeinde Arisdorf» hinzugefügt werden. Auch hier hätten sich die Teilnehmenden am Workshop dem Vorschlag mehrheitlich anschliessen können.
– Thema Wappen: Die vom Projektlenkungsgremium vorgeschlagene Lösung, dass beide Ortsteile «für kulturelle Zwecke» ihre Wappen beibehalten, «jedoch offiziell und nur wo zwingend erforderlich» das Wappen der Gemeinde Arisdorf für die fusionierte Gemeinde übernehmen, habe im Workshop mehrheitlich Unterstützung gefunden. Nun solle symbolisch für die fusionierte Gemeinde unter Mitwirkung der Bevölkerung ein neues Logo kreiert werden.
Auch an der Urne
Ferner müssten nun alle Reglemente, relevanten Verträge und Regelungen beider Gemeinden überprüft und hinsichtlich des Zusammenschlusses durch den Projektlenkungsausschuss beurteilt sowie in einem umfassenden Bericht dokumentiert werden, heisst es weiter. Für die Entscheide der Gemeindeversammlungen wird ein Fusionsvertrag ausgearbeitet, der sich auf die wesentlichen Inhalte beschränken werde. Stimmen im September dieses Jahres beide Gemeindeversammlungen zu, sind zusätzlich Urnenabstimmungen in beiden Gemeinden erforderlich.
Eine «umfassende Informationsveranstaltung» für die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden wird am 17. August stattfinden. In der «Volksstimme» vom 1. April ist erstmals Kritik am hohen Tempo für den Fusionsprozess laut geworden: «Ich wünsche mir eine längere Verlobungszeit», sagte unter anderem der ehemalige Hersberger Gemeindepräsident Florian Kron.