Über den Berg zur Thürnerfluh
30.09.2021 Basel, RatgeberWandertipp | Wanderung Rünenberg–Berg–Thürnerfluh–Böckten–Sissach
Die Wanderung führt von Rünenberg über den «Gelterkinder Berg» bei der Waldhütte vorbei zur Thürnerfluh und über den Vogelsang ...
Wandertipp | Wanderung Rünenberg–Berg–Thürnerfluh–Böckten–Sissach
Die Wanderung führt von Rünenberg über den «Gelterkinder Berg» bei der Waldhütte vorbei zur Thürnerfluh und über den Vogelsang und Böckten nach Sissach.
Ueli Oberli
Rünenberg erscheint 1102 mit dem ersten Dorfnamen «Runachperh» und um 1454 hiess das Dorf «Runenberg». 1392 belehnte der Bischof von Basel den Grafen Hermann von Thierstein mit dem Hof von Rünenberg. Durch Rünenberg führte die Römerstrasse, die Sommerau mit Zeglingen verband. Das Dorf kam 1461 an die Stadt Basel und später bei der Kantonstrennung zum Bezirk Sissach. Rünenberg ist der Heimatort dreier berühmter Männer. Einer davon ist Niklaus Riggenbach, geboren 1817 im elsässischen Gebweiler. Nach dem frühen Tod seines Vaters kehrte die Familie in die Schweiz zurück, nach Basel. Niklaus Riggenbach machte eine Mechanikerlehre und besuchte dann in Paris Abendkurse in Mathematik und Physik. Hier gelangte er zur Einsicht, sich fortan dem Bau von Lokomotiven zu widmen. Für die Rigibahn erfand er das Zahnstangensystem und war Miterbauer dieser Bahn.
Unsere Wanderung beginnt nach dem Ausstieg aus dem Postauto. Wir wandern einige Meter aufwärts und biegen vor dem Parkplatz nach rechts ab. Bald sind wir beim bekannten Weiher. Hier biegen wir rechts in die Schulstrasse ein. Bei der Y-Gabelung nach gut 500 Metern wenden wir uns nach rechts und folgen auf der rechten Seite dem Waldrand. In der Waldecke wandern wir geradeaus weiter. Auf diesem Weg kommen wir nach gut einem Kilometer zur Stierenstall-Hütte mit einer Feuerstelle und Spielgeräten. Hier gehen wir links weiter und abwärts. Bei der nächsten Gabelung machen wir eine Spitzkehre links aufwärts und bleiben für rund 1,3 Kilometern auf diesem Weg. Bei der Abzweigung vor dem Werkhof und dem etwas versteckten Wegweiser biegen wir nach links ab. Nach etwa 250 Metern wenden wir uns auf dem schmalen Weg nach links und steigen auf zur Thürnerfluh. Hier geht es nach rechts weiter immer abwärts. Neben der Wegkehre linkerhand geht es nach links weiter. Immer auf diesem Weg bleiben und am Waldrand rechts abwärts zum Hof Vogelsang. Unterhalb vom Hof geht es rechts weiter abwärts bis ins Dorf.
Naturschutzgebiet Wolfloch
Hof und Dorf Böckten waren im Mittelalter in homburgischem Besitz, später gelangte es an die Thiersteiner und von diesen zur Herrschaft Farnsburg. Im 14. und 15. Jahrhundert teilten sich mehrere Herren die grund- und gerichtsherrlichen Rechte in Böckten. Werner Truchsess von Rheinfelden verkaufte alle Rechte 1467 an Basel. Vor der Reformation stand in Böckten eine Galluskapelle. In der Zeit von 1836 bis 1954 war in Böckten die Bezirksschule, das Gebäude wurde 1963 abgerissen. Von 1891 bis 1916 war das Dorf durch die Sissach-Gelterkinden-Bahn an den öV angeschlossen. Bis vor wenigen Jahren die Buslinie eingeführt wurde, war das Dorf dann vom öV abgeschnitten.
Wir überqueren die Strasse und wandern auf der Hintergasse weiter. Bei der nächsten Abzweigung wenden wir uns nach links und am Ende nach rechts und gehen durch die Unterführung weiter. Wir kommen nun am Naturschutzgebiet Wolfloch vorbei. Nach dem Aufstieg wenden wir uns nach links. Nach den ersten Häusern linkerhand wandern wir links abwärts, auf der Strasse nach rechts und nach wenigen Schritten benützen wir links das Eptingerbrüggli. Vor dem «Eptinger» geht es nach rechts und bei der Brücke nach links aufwärts in die Begegnungszone und ins Zentrum.
Die Mineralquellen Eptingen AG sind seit 1910 in Sissach zu Hause. In diesem Jahr wurde das Land nördlich der Hauptstrasse zum Bau des Bürogebäudes und der Lagerhallen erworben. Bereits 1823 ist im «Alpbad» das erste Badhaus erwähnt. Vor allem die dazugehörige Quelle wechselte im Nachhinein mehrmals den Besitzer. 1925 ging die Alpbadquelle in den Besitz der neu gegründeten Mineralquelle Sissach AG über, welche die Quelle 1928 neu fasste. Im gleichen Jahr wurde die Abfüllanlage nördlich der Hauptstrasse erstellt. Damit das Wasser hier abgefüllt werden konnte, musste eine 2300 Meter lange Verbindungsleitung erstellt werden. Diese führte über die «Gust», durch die «Sonnhalde» und die «Rütscheten» zum Allmendweg und weiter durch den Bützenenweg zur neuen Abfüllanlage. Mehrmals musste sie wegen der Bautätigkeit verlegt werden. Mit der Nutzung der Alpbadquelle entstand eine neue Getränkelinie mit den Sissa-Süssgetränken wie Citro, Himbi und Orange. Bekannt ist ab 1949 das Pepita. Während der Badesaison konnten die Kinder beim Eptinger am Tor klingeln und dann wurden sie mit Flüssigem versehen.
Wandertipp 90
Karten 1:25 000
Blatt 1068 Sissach;
Blatt 1088 Hauenstein
Distanz ca. 8,7 km
Aufstieg ca. 130 m
Abstieg ca. 345 m
Wanderzeit ca. 2½ h
Anreise mit der S3 nach Gelterkinden, umsteigen auf Bus Linie 104 bis Rünenberg «Mitteldorf»
Rückfahrt ab Sissach mit S3 oder S9 oder den verschiedenen Buslinien