Nicht nur auf dem Dach des Hallenbads in Gelterkinden, auch auf der Tennishalle nebenan wurde eine Solaranlage gebaut. Die beiden Anlagen sind verknüpft und zeigen beispielhaft, wie ein «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» erfolgreich aufgebaut und betrieben werden kann.
Nicht nur auf dem Dach des Hallenbads in Gelterkinden, auch auf der Tennishalle nebenan wurde eine Solaranlage gebaut. Die beiden Anlagen sind verknüpft und zeigen beispielhaft, wie ein «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» erfolgreich aufgebaut und betrieben werden kann.
Wer mit der Bahn von Gelterkinden in Richtung Hauenstein fährt, sieht die beiden neuen Hallen auf der rechten Seite sofort: zuerst das Hallenbad, das 2018 eröffnet wurde, und danach die in diesem Jahr fertiggestellte Tennishalle.
Auf dem Flachdach des Hallenbads ging bereits im März 2020 eine Photovoltaikanlage mit 151 Kilowatt Leistung für den Eigenverbrauch in Betrieb. Die Energiegenossenschaft ADEV mit Sitz in Liestal erstellte die Anlage im Contracting. Das heisst, die ADEV finanziert, baut und betreibt die Anlage und verkauft der Schwimmhalle den Strom zu einem konkurrenzfähigen Preis. Gemäss Berechnungen wird zukünftig rund ein Viertel des Stromverbrauchs des Hallenbads auf dem eigenen Dach erzeugt.
Unmittelbar neben dem Hallenbad hat der Tennisclub Gelterkinden (TCG) nun den Bau einer Tennishalle mit zusätzlichen Aussenplätzen vollzogen. Der TCG entschied sich wie zuvor schon die Gemeinde für ein Solarstrom-Contracting mit der ADEV. So entstand auf dem Dach der Tennishalle eine zweite Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 161 Kilowatt, die im Januar ans Netz ging.
Ein optimales Modell: der ZEV
Noch vor wenigen Jahren hätte jede der beiden Anlagen einen eigenen Anschlusspunkt ans öffentliche Stromnetz benötigt. Im Fall der Tennishalle hätte dies bedeutet, eine lange und teure Leitung zu verlegen. Das revidierte eidgenössische Energiegesetz ermöglicht nun aber, dass Eigentümer benachbarter Parzellen eine gemeinsame Anlage betreiben dürfen, auch wenn sie auf verschiedenen Dächern liegt. Für die Wirtschaftlichkeit ist dies natürlich ein Vorteil, denn je grösser die Fläche, desto tiefer die Gestehungskosten.
Solche nachbarschaftlichen Anlagen-Verbindungen nennt man in der Fachsprache «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)» – ein heute übliches Modell, das von den Energieversorgern anerkannt wird. Der Transformator der Anlage auf dem Hallenbad hat vorausblickend genügend Reserven und Margen einberechnet, um auch den Strom vom Dach der Tennishalle umzuformen.
Mit dem Anschluss kann die Photovoltaikanlage auf der Tennishalle neben dem Eigenverbrauch einen weiteren Anteil des Stromverbrauchs des Hallenbads abdecken. So zeigt dieses Projekt pionierhaft, wie Strom zukünftig möglichst nahe am Verbraucher produziert werden kann. Doch der ZEV lohnt sich nicht nur im Hinblick auf die Energiewende, sondern sorgt auch für Sicherheit in der Gemeindekasse. Den überschüssigen Strom bietet die Anlagebetreiberin ADEV der Gemeinde zu langfristig stabilen, wettbewerbsfähigen Konditionen an.
ADEV Energiegenossenschaft