Mobilfunk
16.02.2021 GesellschaftUngeheuerliche Vorgänge in Zunzgen
Zum Artikel «Übung am falschen Objekt?» in der «Volksstimme» vom 9. Februar, Seite 3
Man liest es in den Medien: Eine kleine Gruppierung konnte durchsetzen, dass der Gemeinderat Zunzgen aktiv werden ...
Ungeheuerliche Vorgänge in Zunzgen
Zum Artikel «Übung am falschen Objekt?» in der «Volksstimme» vom 9. Februar, Seite 3
Man liest es in den Medien: Eine kleine Gruppierung konnte durchsetzen, dass der Gemeinderat Zunzgen aktiv werden muss und dieser hat nun über dem gesamten Gemeindegebiet eine Planungszone für Mobilfunkanlagen erlassen. Bei allen 2000 Parzellen auf dem Gemeindegebiet würde im Grundbuch eine entsprechende Anmerkung eingetragen, dies für fünf Jahre. Unglaubliche Kosten für die Gemeinde und ein tiefer Eingriff in die Eigentumsrechte. Für mich ist klar: Einträge ins Grundbuch meiner Parzellen müssen durch meine Willensäusserung begründet sein. Ein einseitiges Verbot gehört da definitiv nicht dazu.
Die Schweiz hat, unbestritten auch dank ihrer dichten Besiedelung, im internationalen Vergleich sehr strenge Grenzwerte, auch oder gerade beim Mobilfunk. Dass nun eine neue Technologie kommt, ändert nichts an den Grenzwerten und der maximal zulässigen Strahlenbelastung. 5G ist nicht eine Technologie, die einfach ein etwas schnelleres Internet bringt und mehr Nutzung zulässt, das natürlich auch, aber der wahre Nutzen geht wesentlich weiter. 5G ist die Technologie, die Mobilfunk für neue Anwendungen im Bereich Industrie, Mobilität und weiteren Wirtschaftsbereichen ermöglicht. Extrem tiefe Reaktionszeiten und tieferer Energieverbrauch lassen so völlig neue Anwendungen zu. Für ein innovatives Land wie die Schweiz, deren Wohlstand ausschliesslich auf Fortschritt aufgebaut ist, ein unbestritten zentraler Faktor für die Zukunft.
Es darf dabei auch nicht vergessen gehen, dass die bei Einzelpersonen gemessene Strahlung zu 90 Prozent von den individuellen Geräten ausgeht und nicht von den Antennen; will man also strahlenarm leben, so ist der grösste und wichtigste Schritt die Entledigung des eigenen Geräts. Ob man das aber will, sei jeder Person selbst überlassen.
Stefan Degen, Landrat FDP, Gelterkinden
