CARTE BLANCHE
31.12.2019 PolitikSpitex auf dem Siegertreppchen
Urs Roth, Landrat SP, Niederdorf
Der Gemeinwohl-Atlas untersucht jedes Jahr systematisch den gesellschaftlichen Nutzen von Unternehmen und Organisationen und bildet diesen ab. Als Geschäftsführer des ...
Spitex auf dem Siegertreppchen
Urs Roth, Landrat SP, Niederdorf
Der Gemeinwohl-Atlas untersucht jedes Jahr systematisch den gesellschaftlichen Nutzen von Unternehmen und Organisationen und bildet diesen ab. Als Geschäftsführer des Spitex-Verbands Baselland (SVBL) freut es mich natürlich, in einer Organisation tätig sein zu dürfen, deren Beitrag zum Gemeinwohl im Jahr 2019 wiederum neben der Rega am höchsten bewertet wurde. Aus diesem Grund widme ich die heutige «Carte blanche» ganz am Ende dieses Jahres den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Spitex-Organisationen.
Der Spitex-Verband Baselland ist die kantonale Dachorganisation für die NPO-Spitex. Die einzelnen Spitex-Organisationen stellen die ambulante Pflege und Betreuung von Menschen in ihrem Zuhause sicher. Durch die Gemeinden sind sie mit einem Versorgungsauftrag ausgestattet. Dies verpflichtet die Organisationen, jeden Auftrag im Rahmen ihrer Aufgabe anzunehmen und ihr Einzugsgebiet vollständig abzudecken – unabhängig vom Ort oder der Dauer eines Einsatzes. Die NPO-Spitex als grösste und wichtigste Anbieterin von ambulanten Leistungen im Kanton Basel-Land schaft zählt etwas über 1000 Mitarbeitende (ca. 500 Vollzeitstellen) und betreut pro Jahr über 7000 Kundinnen und Kunden mit über einer halben Million Pflege- und Betreuungsstunden.
Eine gute und integrierte Gesundheitsversorgung lebt von einem aufeinander abgestimmten Zusammenspiel von stationären und ambulanten Angeboten. Die Patientinnen und Patienten werden heute immer rascher aus dem Spital entlassen. Die Betreuung zu Hause wird dadurch umgekehrt komplexer: Multimorbidität, Demenz, Palliative Care und ambulante Psychiatriepflege haben längst Einzug in die Spitex-Leistungserbringung gehalten. Die Aufgaben der Spitex sind in diesem Kontext ethisch wertvoll für die Gesellschaft, weil sie das Grundbedürfnis der Menschen befriedigen hilft, auch im Falle einer Krankheit oder Beeinträchtigung solange als möglich zu Hause sein zu dürfen. Die Spitex ist jedoch auch aus ökonomischer Sicht wertvoll, weil die Pflege und Betreuung zu Hause die Gesellschaft wesentlich günstiger zu stehen kommt als der stationäre Aufenthalt im Heim oder im Spital. Angesichts der gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen, dem zunehmenden demografischen Wandel und dem bereits heute feststellbaren Fachkräftemangel im Gesundheitswesen braucht es keine prophetischen Kenntnisse, um eine in den nächsten Jahren nochmals wachsende volkswirtschaftliche Bedeutung der Spitex zu erkennen.
Die Mitarbeitenden von Spitex-Organisationen leisten ihre wertvolle Arbeit unter grossem Druck und mit hoher Effizienz – und lassen dies die Klientinnen und Klienten dennoch kaum spüren. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit – eine tägliche Herausforderung. Dafür gebührt ihnen mein grosser Dank. Ich selber versuche mich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen dafür einzusetzen, dass alle Leistungen der Spitex angemessen entschädigt werden, jetzt und in Zukunft. Tragen wir somit gemeinsam Sorge zu unseren Spitex-Organisationen!
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

