Spitalfusion
07.02.2019 RegionRisikoreicher Spitalkoloss
Die Spital-Grossfusion birgt hohe Risiken für die Patienten, Steuer- und Prämienzahler. Sie lässt die Fragen nach dem konkreten Nutzen für Patienten, Prämien- und Steuerzahler mehrheitlich unbeantwortet und ...
Risikoreicher Spitalkoloss
Die Spital-Grossfusion birgt hohe Risiken für die Patienten, Steuer- und Prämienzahler. Sie lässt die Fragen nach dem konkreten Nutzen für Patienten, Prämien- und Steuerzahler mehrheitlich unbeantwortet und zementiert den Status quo der bestehenden öffentlichen Spitallandschaft auf unbestimmte Zeit. Für den sich rasch wandelnden Gesundheitsmarkt braucht es aber ein Netzwerk mit agilen und fokussierten Anbietern, die rasch auf das sich verändernde Marktumfeld und auf Innovationen reagieren können. Die Kooperationsinitiative ist eine funktionierende Alternative zum risikoreichen Spitalkoloss: Mit dem ergänzten Spitalgesetz werden dadurch effizienzsteigernde Kooperationen gefördert. Daher Nein zur Spitalfusion und Ja für mehr Zusammenarbeit.
Pascal Catin, FDP Gelterkinden und Umgebung, Gelterkinden
Grosses Konstrukt ohne Vorteile
Was sind die Vorteile der Spitalfusion? Spontan denkt man vielleicht an ein oft vorgebrachtes Argument der Befürworter, eine Fusion bringe mehr Fallzahlen für das Unispital Basel und sichere so die Hochschulmedizin. Doch welche Vorteile ergeben sich genau für die Patientinnen und Patienten?
Ich bin nicht überzeugt, dass das Prinzip «je grösser, desto besser» im Spitalbereich zutrifft. Während mehrere Anbieter den Wettbewerb und die Innovation am Laufen halten, hat ein grosser Spitalkoloss keinen Anlass, die Leistungen im Vergleich zu anderen kostengünstiger und effizienter anzubieten. Wenn man in Betracht zieht, dass der grosse Spitalkomplex bei einer Fusion eine Marktmacht von 70 Prozent erhalten würde, bestätigt sich dieser Verdacht.
Aber auch von raschem Agieren im sich stets wandelnden Gesundheitsmarkt kann dabei nicht die Rede sein. Ein grosses Konstrukt mit vielen abhängigen Leistungserbringern kann niemals die Flexibilität bieten, wie dies eine grössere Anzahl von Spitälern kann. Deshalb gilt es, zur Spitalfusion Nein zu sagen.
Stefan Degen, Landrat FDP, Gelterkinden
Spitalfusion Basel und das Gegenteil im Aargau
In den beiden Basel sollen die Spitäler fusioniert werden. Dadurch sollen Doppelspurigkeiten verhindert und mittelfristig sogar Kosten eingespart werden. Gemäss Medienmitteilung des Kantonsspitals Aarau vom 4. Februar soll das seit fünf Jahren mit dem Kantonsspital Baden gemeinsam geführte Orthopädiezentrum wieder aufgelöst werden. Durch diese Massnahme sollen gemäss Zitat «schlankere Strukturen mit effizienteren Abläufen entstehen», weil das Ziel einer Bündelung der Kräfte offenbar nicht erreicht wurde. Aus Erfahrung wird man klug. Ich bleibe bei meinem Nein zur Fusion.
Paul Hug, Ziefen
