«Zur Spitzengruppe fehlt uns noch einiges»

Di, 19. Feb. 2019

Tim Häfelfinger verspürt als Teamleader viel Druck – kann damit aber gut umgehen

Mit vier Siegen in Serie am Ende hat sich der Volleyballclub Gelterkinden bei den Männern souverän in der 1. Liga gehalten. Captain Tim Häfelfinger ist zufrieden mit der Klassierung, sieht aber, dass der VBCG mit Abstand nicht zur Liga-Spitze gehört.

Sebastian Wirz

«Volksstimme»: Herr Häfelfinger, zum Saisonende hat Ihr Team vier Siege in Serie gefeiert. Sind Sie erst in der entscheidenden Phase heiss gelaufen?
Tim Häfelfinger:
Wir sind mit einem neu zusammengestellten Team angetreten und haben einige Zeit gebraucht, um uns zu finden. Dazu mussten sich viele der jungen Spieler, die erstmals in der 1. Liga zum Einsatz kamen, an das höhere Niveau gewöhnen. Wir hatten grosse Schwankungen in unserem Spiel, Anfang Saison haben wir oft nur sätzeweise gut gespielt und dann wieder Hänger eingezogen. Je länger die Meisterschaft dauerte, umso konstanter sind wir geworden. So konnten wir vor einer Woche gar Emmen-Nord besiegen, den zuvor ungeschlagenen Leader und Gruppensieger.

Sie haben die Meisterschaft mit grossem Abstand zu den Abstiegsplätzen auf Rang 5 beendet. Sind Sie zufrieden?
Für die erste Saison dieser Mannschaft in der 1. Liga ist das ein gutes Resultat. Allerdings waren wir in den Spielen gegen die Topteams immer nahe dran und haben dennoch verloren. Auch wenn es teilweise wenige Punkte waren, zeigt uns das, dass wir noch einen grossen Schritt von der Spitze entfernt sind.

Wenn es in den Entscheidungssatz ging, hat der VBC Gelterkinden immer verloren; im Herbst gleich dreimal in Folge. Was fehlt dem Team im Vergleich zu den Besten?
In der entscheidenden Phase haben wir oft Nerven gezeigt. Unnötige Fehler beim Aufschlag oder im Angriff können solche Situationen entscheiden, und diese Entscheidungen fielen meist zu unseren Ungunsten. Die Spitzenteams haben mehr erfahrene Spieler, während wir viele Junge ein- und aufgebaut haben. Die Routiniers bleiben in den massgeblichen Situationen ruhig und fehlerfrei. Dazu kommt, dass wir auch wegen zweier Langzeitverletzter ein sehr dünnes Kader und damit wenige Optionen für Wechsel hatten.Viel mehr als dieser fünfte Platz lag dieses Jahr nicht drin.

Dennoch haben Sie sich gegen die Teams, die nun hinter dem VBCG klassiert sind, fast schadlos gehalten.
Die Jungen haben eine sehr gute Saison gespielt, sie haben sich dem höheren Niveau angepasst. Entscheidend gegen die Mannschaften am Tabellenende war aber auch, dass die Stammkräfte und Teamstützen die von ihnen erwartete Leistung meist gebracht haben.

Bei allem Lob für die nachrückenden Kräfte, die ihre erste Saison in der 1. Liga gespielt haben:  Nicht zuletzt in den ausschlaggebenden Phasen jedes Satzes ruht die grösste Last auf Ihren Schultern. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie die Ballwechsel im Angriff beenden. Ist diese Rolle eher Belastung oder Ansporn?
Dafür sind Aussenangreifer Ramon Kasper und ich da. Derjenige von uns, der zum Satzende am Netz ist, muss in vielen Fällen die Sätze beenden. Ich spüre da schon viel Druck, aber das halte ich nicht für etwas Negatives. In vielen Situationen weiss ich genau, dass der Angriff über mich laufen wird und dass ich liefern muss. Diese Gewissheit und das Vertrauen sind etwas Schönes, aber die Matchs können so auch sehr anstrengend werden. Ich hoffe, dass es uns gelingt, die Zuspiele kommende Saison etwas gleichmässiger zu verteilen.

Ihr Team hat einen Mittelfeld-Rang erreicht und das Kader scheint für 2019/20 mehrheitlich beisammen zu bleiben. Wo soll es tabellarisch hingehen?
Wir wollen angreifen, wollen uns in der Spitzengruppe der 1. Liga positionieren. Es muss nicht das Ziel sein, in die Nationalliga B aufzusteigen, aber wir sollten um die Play-off-Plätze eins und zwei spielen. Mit Tanguy Quartenoud und Raphael Dettwiler haben zwei Zugänge aus NLB-Teams fast die komplette Saison verpasst. Ihre Rückkehr wird uns etwas mehr Breite im Kader geben. Vielleicht kommen auch noch neue Spieler dazu.

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