Redliche Arbeit und Verzicht
Zum «Carte blanche»-Beitrag «Eigenmietwert runter und weg» in der «Volksstimme» vom 5. Oktober, Seite 6
Der Eigenmietwert ist tatsächlich ein eigenartiges Konstrukt, über dessen Abschaffung man ...
Redliche Arbeit und Verzicht
Zum «Carte blanche»-Beitrag «Eigenmietwert runter und weg» in der «Volksstimme» vom 5. Oktober, Seite 6
Der Eigenmietwert ist tatsächlich ein eigenartiges Konstrukt, über dessen Abschaffung man durchaus diskutieren kann. Nur verschweigt Herr Meier natürlich, dass dieser Wert nicht isoliert betrachtet werden darf. Er ist nur ein Mosaiksteinchen unter anderen, die für die Steuerveranlagung von Hauseigentum massgebend sind. Daher ist auch der Vergleich mit dem Fernseher absolut unzutreffend. Soll der Eigenmietwert abgeschafft werden, müssen auch die Abzüge für Unterhalt, Hypothekarzinsen u.a. zur Disposition stehen.
Und noch eine Randbemerkung: Warum müssen eigentlich die Lobbyisten der Hauseigentümervereine immer betonen, dass ihre Mitglieder ihr Haus «unter viel Verzicht und durch redliche Arbeit» erworben haben? Diese Binsenwahrheit zu erwähnen, ist völlig unnötig, es sei denn, man wolle durch eine solche Bemerkung alle andern disqualifizieren. Redliche Arbeiterinnen und Arbeiter gibt es in allen Gesellschaftsschichten und verzichten müssen viele Leute auch, damit sie Ende Monat ihren Mietzins bezahlen können.
Hans Rebmann, Gelterkinden