«Bei uns tauchen Besucher in eine andere Welt ein»
05.10.2018 Baselbiet, Wenslingen, Bezirk Sissach«Bei uns tauchen Besucher in eine andere Welt ein»
Das «Hoochi Goochy» wird jedes Jahr vom Turnverein und der Damenriege Wenslingen organisiert. Was als bescheidenes Turnhallenfest mit zwei Bars begann, hat sich zu einem grossen Event entwickelt. Organisator Jan Burri ...
«Bei uns tauchen Besucher in eine andere Welt ein»
Das «Hoochi Goochy» wird jedes Jahr vom Turnverein und der Damenriege Wenslingen organisiert. Was als bescheidenes Turnhallenfest mit zwei Bars begann, hat sich zu einem grossen Event entwickelt. Organisator Jan Burri findet, dass Feiern zum Sport dazugehört.
Anna Uebelhart
Heute und morgen können sich auch dieses Jahr wieder Partywütige aus der ganzen Region in der Dorfturnhalle Wenslingen einfinden, um zusammen ausgelassen zu der Musik von DJ René und DJ Maddin zu feiern. Heute tritt als Special Guest die Band Groovepack feat. Jizelle auf. Das Motto «Wild Wild Wäislige» verwandelt das Partygelände in eine Kleinstadt des Wilden Westens inklusive einem Saloon, einer Planwagen-Bar und einem Tipi-Zelt.
«Volksstimme»: Herr Burri, Sie organisieren das «Hoochi Goochy» nun schon zum vierten Mal. Was stellt für Sie die grösste Herausforderung dar?
Jan Burri: Man muss immer den Überblick behalten, denn es gibt sehr viele verschiedene Einzelheiten, die geregelt werden müssen. Es packen aber auch viele Leute mit an, die schon länger dabei sind und somit bereits wissen, was zu tun ist.
Wenslingen ist mit knapp 700 Einwohnern nicht gerade eine Metropole. Wie schafft ihr es trotzdem, dass das Fest ein Erfolg ist?
Wir geben uns sehr viel Mühe mit der Dekoration und fangen schon eine Woche vorher an, aufzustellen. Die Besucherinnen und Besucher sollen den Eindruck haben, in eine andere Welt einzutauchen. Das zeichnet uns aus. Ausserdem denke ich, das unsere Gäste diesen Aufwand und die Mühe, die wir ins «Hoochi Goochy» stecken, zu schätzen wissen.
Ein wichtiger Bestandteil des «Hoochi Goochy» sind die verschiedenen Mottos. Wer entscheidet, zu welchem Thema gefeiert wird?
Vor fünf oder sechs Jahren haben wir damit begonnen, die ganze Damenriege und den Turnverein entscheiden zu lassen. Bei einer Sujet-Sitzung sitzen alle zusammen und jeder darf Vorschläge bringen. Anschliessend wird demokratisch abgestimmt. Uns ist es wichtig, dass die Mehrheit der beiden Vereine hinter dem Motto steht und somit motiviert ist, zu dekorieren und sich entsprechend zu kleiden.
Es ist kein Geheimnis, dass an einer Party dieser Art viel Alkohol konsumiert wird. Passt dies denn zum sportlichen Image eines Turnvereins?
Der Sport steht natürlich immer im Mittelpunkt des Turnvereins. Ein Grund, wieso wir sportlich erfolgreich sind, sind jedoch auch unsere Teamevents. Diese fördern den Zusammenhalt in der Gruppe. Es gehört dazu, wenn man eine gute sportliche Leistung erbracht hat, darauf anzustossen und den Erfolg zu feiern. Beim Aufbau fürs «Hoochi Goochy» arbeitet man zusammen, was ebenfalls den Teamgeist stärkt. Das Resultat darf man am Ende der Woche dann gemeinsam geniessen.
Wo viel Alkohol fliesst, kommt es schnell zu Handgreiflichkeiten. Was tun Sie, wenn es zu Schlägereien kommt?
Es ist uns wichtig sicherzustellen, dass nichts passiert. Seit ich diesen Job mache, war es an jedem «Hoochi Goochy» erstaunlich friedlich. Auch wenn es in den vergangenen Jahren ruhig war, schrauben wir bei den Sicherheitsvorkehrungen aber nicht zurück. Es hat zu jedem Zeitpunkt genug Leute vor Ort, die bei einer kritischen Situation eingreifen können.
Welche Altersgruppen sind am Wenslinger Turnhallenfest besonders vertreten?
Was sich bei uns etabliert hat, ist, dass am Freitag das Fest von jung bis alt, vom ganzen Spektrum der Bevölkerung, besucht wird. Dieses Jahr spielt am Freitag die Live-Band Groovepack mit der Sängerin Jizelle. Zusätzlich gibt es vorher noch einen Auftritt der Line-Dance-Gruppe Wenslingen, bei dem anschliessend alle herzlich willkommen sind, mitzumachen. Am Samstag kommen dann tendenziell eher jüngere Partygäste, die von DJ René und DJ Maddin in Partystimmung gebracht werden.
Sie machen einen mühsamen Job. Sie müssen nüchtern bleiben, während die anderen feiern. Machen Sie das noch lange?
Ich halte es für sinnvoll, dass man die Führung in gewissen Abständen weitergibt. Das sorgt zwischendurch für frischen Wind. Im kommenden Jahr werde ich bestimmt noch als OK-Präsident aktiv sein. Was danach passiert, weiss ich noch nicht.
Zu Spitzenzeiten wurde das «Hoochi Goochy» von 2000 Menschen besucht. In diesem Jahr rechnen Sie mit 1400. Anlässe dieser Art verschwinden immer mehr. Was machen Sie besser als andere Veranstalter, um weiter bestehen zu können?
Wir investieren wirklich viel in die Organisation und geben unser Bestes. Viele Leute waren schon immer mit dabei und bleiben uns als Stammgäste erhalten. Zudem kommen die Musik, die aufwendig gestaltete Location und die preiswerten Getränke gut an und wir achten darauf, die Stimmung hoch zu halten.
Zur Person
aue. Jan Burri hat an der Universität Basel Nanowissenschaften studiert, lebt inzwischen in der Nähe von Winterthur und arbeitet und doktoriert in Zürich. Trotz der Distanz engagiert er sich für den Turnverein in seinem Heimatdorf Wenslingen. Als OK-Präsident des «Hoochi Goochy» hilft er aktiv dabei mit, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Die Zeit im Turnverein hat ihn in seiner Jugend geprägt und auch jetzt möchte es sich der 28-Jährige nicht nehmen lassen, weiter mitzumischen.

