MUNDART
05.07.2018 RegionSummernächt
I ligg im Bett, es laus Lüftli wäit durs offene Fänschter, vo wyt här ghört me Musig und lysligs Lache. S isch e heerlige Summerdag gsi und i dämmere langsam y. Bis i es Summe ghör, wo nööcher chunnt und denn wider ewägg ...
Summernächt
I ligg im Bett, es laus Lüftli wäit durs offene Fänschter, vo wyt här ghört me Musig und lysligs Lache. S isch e heerlige Summerdag gsi und i dämmere langsam y. Bis i es Summe ghör, wo nööcher chunnt und denn wider ewägg goht, und chuum ischs verschwunde, ghör i, wies vo linggs wider nööcher chunnt und denn blötzlig still isch. Denn chützeled mi öbbis hinderem Ohr und i schloh chreftig zue. Mit em Resultat, ass my Frau, wo näbedra scho schloft, wach wird und frogt: «Hesch du das au ghört?» I brummlen öbbis vomene Schnoogg, und scho isch si hellwach. E Zytli ischs denn ruig und mir loose böidi aagsträngt in d Nacht. S isch ruig, me ghört einzig nonen einsame Bass dur s Dal wummere, i entspann mi, und der Bass begleited mi in Schloof.
I verwach wider, wo my Frau sich fascht explosionsartig im Bett drüllt und afoht um sich schloh. S Zyl vo dene Schleeg bi glückligerwys nid i, sondern e Fliege, wo uf ihrer Stirne glanded isch. Die Fliegen isch natürlig lengscht wider gstarted und umkreist jetz mit eme bedrohlige Suure s Bett. S isch klar, ass bi somene Fliegenaagriff nümm an schloofe z dänken isch. My Frau stoht uf, macht s Liecht a und jagd das Vych vo eim Eggen in andere, und am Schluss hockt dä Bomber an der Decki und blant der neggschti Aagriff. Statt ass er eifach zum Fänschter us in d Nacht verschwindet.
I lueg dere Jagd interessiert zue, aber eigetlig wett i äntlig schloofe. I schell mi au us em Deckbett und assischtier myner Frau as Tryyber, was aber die Fliege nid grooss beydruckd. Si fliegt eifach no närvöser im Schloofzimmer umenand. Und denn, hols der Gugger, entdeckt my Frau e zwöiti Fliege, wo bishär völlig unbeteiligd imen Egge ghockt isch. I bewaffne mi mit eme Chüssi, knalls an d Wand, hoorscharf näbe d Fliege, wo churz abhebt und denn uf der Chaschtedür parkiert. Die zwöiti Fliege het sich underdessen im Vorhang verschlaufd. Nach e baar wytere Chüssiwürf hocke mer erschöpft uf em Bett und wärde vo zwo Fliegen argwöhnisch beobachted.
Die rettendi Idee het my Frau: Mir häi doch irgendneumen im Huushalt e Fliegedätscher. Si macht sich uf d Suechi, währendämm ich die Fliegen in Schach halt. Nach zäh Minute wädled si triumfierend mit em Fliegedätscher ins Schloofzimmer und denn foht si afo dätsche. S dapfere Schnyderli hätt si helli Freud dra gha. I bring mi in Sicherheit und nach wytere zäh Minute chan i zwoo Lyche vom Deppich ufläsen und durs Fänschter entsorge.
Syd dere Nacht goht my Frau numme no bewaffned ins Bett. Uf em Nachttischli lyt jetz der Fliegedätscher. Und trotz strängschtem Verbott vo chemische Waffe motted e Fliege- und Muggestecker vor sich aane.
Michi Kunz lebt in Zunzgen und schreibt regelmässig für die «Volksstimme».

