Ex-Nati-Goalie übernimmt
31.05.2018 Eishockey
Dem EHC Zunzgen-Sissach ist mit der Verpflichtung seines neuen Trainers ein wahrer Transfercoup gelungen. Mit Dino Stecher steht nächste Saison beim Zweitligisten ein ehemaliger Nationalspieler an der Bande, der nach seinem Abschied als Assistent beim EHC Biel nach über einem Jahr ...
Dem EHC Zunzgen-Sissach ist mit der Verpflichtung seines neuen Trainers ein wahrer Transfercoup gelungen. Mit Dino Stecher steht nächste Saison beim Zweitligisten ein ehemaliger Nationalspieler an der Bande, der nach seinem Abschied als Assistent beim EHC Biel nach über einem Jahr zum Eishockey zurückkehrt.
Thomas Ditzler
Die Frage, wer nächste Saison beim Zweitligisten EHC Zunzgen-Sissach an der Bande stehen wird, ist endlich geklärt. Nachdem sich die ZS-Verantwortlichen mit Mike Schütz als Nachfolger von Robert Othmann plötzlich doch nicht einig werden konnten, ging die Suche wieder von vorne los (die «Volksstimme» berichtete). Am Dienstag konnte der abtretende Sportchef Ruedi Müller der Mannschaft den neuen Cheftrainer präsentieren. In der Person von Dino Stecher wird das Fanionteam im kommenden Winter von einem wahren Eishockey-Fachmann trainiert, der bereits schweizweit auf höchster Ebene tätig war – sei es als Torhüter beim EHC Olten, bei Fribourg-Gottéron, den ZSC Lions, oder aber auch als Trainer bei den EHC Basel Sharks oder als Assistent des Sissachers Kevin Schläpfer beim EHC Biel.
Dass der 54-Jährige jetzt bei ZS einen Einjahresvertrag unterzeichnet hat, sei mit sehr viel Glück verbunden gewesen. «Die Anfrage von Ruedi Müller kam einfach im richtigen Augenblick. Hätte er mich vor sieben Wochen angefragt, hätte ich wohl noch abgewunken», sagt Stecher und lacht. Eigentlich wollte sich der abtretende ZS-Sportchef bei Stecher nur über mögliche Trainernamen erkundigen. «Aus einem SMS wurde ein Telefonat und später ein Gespräch und plötzlich wurde eine mögliche Zusammenarbeit konkreter», sagt Ruedi Müller, der sich im Nachhinein keine bessere Lösung als Dino Stecher für den freien Posten als ZS-Trainer vorstellen konnte.
Rückkehr zum Eishockey
Für den Solothurner bedeutet das Traineramt beim EHC Zunzgen-Sissach zugleich eine Rückkehr an die Bande. Stecher war bis zur Entlassung von Kevin Schläpfer beim EHC Biel im Herbst 2016 Assistenztrainer des Sissachers. Anfang 2017 verliess dann auch Stecher den Klub und wechselte in die Privatwirtschaft. Heute amtet er als operativer Leiter des Eis-Campus in Huttwil. «Für mich war es eine ganz neue Situation mit diesem Beruf. Ich musste mich erst einmal zurechtfinden, ehe ich wieder im Eishockey ein Amt übernehmen konnte», so Stecher über seine hockeyfreie Zeit. Nach einer Weiterbildung sei es nun aber der richtige Moment, um wieder einzusteigen. Dies nun «nur» in der 2. Liga zu tun, sei für ihn überhaupt kein Rückschritt. «Der EHC ZS ist wohl jener Eishockeyverein mit der grössten Tradition in der Region. Für mich als Oltner bestehen da natürlich sehr viel Sympathien zu diesem Verein», sagt Stecher.
Vor allem aber habe er aus den verschiedenen Gesprächen mit den ZS-Verantwortlichen gespürt, dass die Philosophien der beiden Parteien sehr ähnlich sind. Es habe einfach gestimmt, oder wie es Dino Stecher sagt: «Vielleicht ist ZS der richtige Klub zum richtigen Zeitpunkt für mich.»
Assistiert wird Stecher in der neuen Saison vom ehemaligen ZS-Spieler Thomas Gisin, der nach seinem Rücktritt als Aktivspieler nun den Schritt als Trainer schaffen will. Für den 36-Jährigen sei es eine grosse Wertschätzung, dass der Verein ihm das Vertrauen als Assistent ausspricht. «Ich möchte möglichst viel von Dino lernen», sagt Gisin und Stecher ergänzt: «Es wird an der Bande sicher keine One-Man-Show von mir geben.» Vielmehr soll es ein Miteinander sein. Letztendlich wolle man beim Verein mit diesem Trainer-Modell auch versuchen, den Assistenztrainer an das Amt des Cheftrainers heranzuführen.
Kader «gut aufgestellt»
Für das neue Trainerduo ist bereits jetzt eines klar: «Der EHC Zunzgen-Sissach muss auch in der nächsten Saison ein 2.-Liga-Spitzenteam sein.» Dafür spreche auch die Tatsache, dass der Kern der Mannschaft im besten Eishockeyalter sei, sagt Gisin und «auch die jungen Spieler konnten bereits 2.-Liga-Luft schnuppern».
Obwohl das Team neben dem Abgang von Freddy Stalder einzig mit drei jungen Spielern verstärkt wurde, sei man für die kommende Saison «gut aufgestellt», so Gisin weiter. Nun liegt es nicht zuletzt auch an der Erfahrung des neuen Trainers, das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen. «Natürlich darf im Amateurbereich der Spass beim Eishockey nicht fehlen. Ich werde den Spielern aber auch einiges abverlangen. Denn Spass hat letztlich mit Gewinnen zu tun und den haben wir nur, wenn wir hart arbeiten.» Mit der Verpflichtung von Dino Stecher hat der Verein bereits jetzt ein starkes Zeichen an die Konkurrenz geschickt und setzt zugleich mit Assistent Gisin auf die nötige Kontinuität, die es für den Erfolg über mehrere Jahre braucht.