Kunsti-Bau für PM tabu
27.04.2018 SissachHolzbauer und Gemeinde noch uneinig
ssc. Am Neubau der Kunsti darf die PM Mangold AG nicht mitbauen – wohl, weil das Verhältnis zwischen der Gemeinde Sissach und dem Holzbauunternehmen noch durch die Affäre um das Kunsti-Dach belastet ist. Eine baldige ...
Holzbauer und Gemeinde noch uneinig
ssc. Am Neubau der Kunsti darf die PM Mangold AG nicht mitbauen – wohl, weil das Verhältnis zwischen der Gemeinde Sissach und dem Holzbauunternehmen noch durch die Affäre um das Kunsti-Dach belastet ist. Eine baldige Einigung hat Gemeindepräsident Peter Buser zwar jüngst in Aussicht gestellt. Zu einer solchen, so David Schreiber, der Geschäftsführer von PM Mangold, komme es aber nur, wenn die Gemeinde der Firma ihr Vertauen ausspreche. Zum Beispiel, indem sie die PM Mangold wieder in Submissionsverfahren einbeziehe.
Kunsti-Neubau ohne PM Mangold
Die Holzbaufirma wünscht sich einen Vertrauensbeweis
Soll es im Streit zwischen Sissach und der PM Mangold AG zur angekündigten Einigung kommen, so darf die Gemeinde bei der Vergabe von Arbeiten die Firma nicht mehr ausschliessen, findet deren Geschäftsführer. Genau dies hat sie nämlich beim Kunsti-Neubau getan.
Sebastian Schanzer
Die Aussage von Gemeindepräsident Peter Buser hat aufhorchen lassen. Er informierte an der vergangenen Sissacher Gemeindeversammlung, dass eine Einigung in der Affäre Kunsti-Dach mit dem beteiligten Holzbauunternehmen nun im Entwurf vorliege. Nach sechs Jahren der Ungewissheit, wer für das sogenannte Kunstidach-Debakel geradestehen soll, ist jetzt zumindest eine gütliche, aussergerichtliche Lösung offenbar in greifbarer Nähe – eine Lösung, wohlgemerkt, fern von Schuldzuweisung oder -anerkennung. Denn darauf verzichtet man in der Regel, wenn eine aussergerichtliche Einigung erfolgen soll.
Ganz so weit, wie es Buser verlauten liess, sind die beiden Parteien aber noch nicht. Der Geschäftsführer der PM Mangold Holzbau AG, David Schreiber, bestätigt auf Anfrage, dass mittlerweile ein Einigungsangebot der Gemeinde vorliege. «Nun müssen wir noch einige Punkte präzisieren und die Details ausarbeiten.» Näher will er nicht auf die Verhandlungen eingehen, um sie nicht zu gefährden. Er betont aber, dass ein baldiger Vergleich für das Holzbau-Unternehmen aus Ormalingen sehr wichtig wäre. «Wir wollen endlich klare Verhältnisse, damit wieder Ruhe einkehren kann.»
Denn Fakt ist, dass die PM Mangold seit sechs Jahren unter dem Verdacht leidet, nicht sauber zu arbeiten. «Wenn man die Anzahl Aufträge vor 2012 mit jenen danach vergleicht, stellen wir einen eindeutigen Rückgang fest», so Schreiber. Das betreffe auch private Auftraggeber. «Aus Sissach bekommen wir seither praktisch keine Aufträge mehr.»
Arbeitsleistung statt Geldbetrag?
Zur Erinnerung: Ende 2012 musste die Eishalle in Sissach geschlossen werden, weil das von der PM Mangold errichtete Dach einzustürzen drohte. Später wurde die Konstruktion für knapp 1 Million Franken verstärkt und die Kunsti konnte wieder freigegeben werden. Wer letztlich die Schuld am Kunsti-Debakel trägt, konnte auch nicht durch einen vom Bezirksgericht Sissach in Auftrag gegebenen Expertenbericht eindeutig geklärt werden. Die Chancen der Gemeinde, mit einer Klage vor Gericht erfolgreich Schadensersatz einzufordern, dürften aber nicht allzu gross sein, sonst hätte sie es wohl längst getan.
Wie könnte nun ein Vergleich aussehen, der beide Parteien zufriedenstellt? «Für uns wäre es ideal, wenn wir wieder an der Kunsti arbeiten könnten», sagt Schreiber. «Wenn uns die Gemeinde ihr Vertrauen ausspricht, würde das unseren guten Ruf nach aussen wiederherstellen.» Genau dies verwehrte die Gemeinde dem Unternehmen aber – zumindest, was den Neubau betrifft. Im Submissionsverfahren für die Arbeiten an der neuen Kunsti wurde die PM Mangold ausdrücklich nicht berücksichtigt, wie Schreiber sagt.
«Es muss in Zukunft wieder eine Zusammenarbeit der Gemeinde mit der PM Mangold möglich sein. Sonst werden wir keine Einigung erzielen.» Möglicherweise zielt Schreiber hier auf eine Entschädigung der Gemeinde durch Arbeitsleistung seitens PM Mangold anstelle eines auszuzahlenden Geldbetrags.
Und was sagt Sissach dazu? Peter Buser, Gemeindepräsident, möchte sich vorerst nicht weiter zum Thema äussern. «Im Moment verhandeln wir. Sobald es Ergebnisse gibt, werden wir die Öffentlichkeit informieren», sagt er.