Ruhige Fans und saubere Toiletten
27.02.2018 SportBiathlon | Dolder-Fans an den Olympischen Spielen
An den Olympischen Spielen in Südkorea hat Mario Dolder auf die Unterstützung von drei mitgereisten Fans zählen dürfen. Diese erlebten vor Ort mehr als nur die ...
Biathlon | Dolder-Fans an den Olympischen Spielen
An den Olympischen Spielen in Südkorea hat Mario Dolder auf die Unterstützung von drei mitgereisten Fans zählen dürfen. Diese erlebten vor Ort mehr als nur die Biathlon-Wettkämpfe.
Severin Furter
Die Olympischen Spiele in Pyeongchang gehören seit dem vergangenen Sonntag der Geschichte an. Spiele, die nicht nur den Sportlerinnen und Sportlern aus den verschiedensten Nationen besonders in Erinnerung bleiben werden, sondern auch Simone Blank. Gemeinsam mit ihrem Vater Viktor und ihrem Bruder Christoph ist sie nach Südkorea gereist, um dort ihren Lebensgefährten Mario Dolder bei den Biathlon-Wettkämpfen zu unterstützen. Eine Woche verbrachte das Familientrio in Südkorea, um in erster Linie «seinen Mario» zu unterstützen. Vor dem ersten olympischen Wettkampf war nicht nur Dolder selbst nervös: «Mir lief es kalt den Rücken hinunter, als wir das Biathlon-Stadion betraten und ich die olympischen Ringe sah», sagt die 27-jährige Blank. Es sei ein besonderer Moment gewesen, insbesondere wenn man sehr detailliert wisse, wie viel Einsatz der jeweilige Sportler gegeben habe, um das Ziel einer Olympia-Teilnahme zu erreichen.
Die Stimmung an den Biathlon-Wettkämpfen erlebte die kleine Fantruppe aus dem Baselbiet dann ganz anders als bei bisherigen Besuchen von Weltcuprennen in Europa, an denen mehrere Tausend Fans lauthals schreiend ihre Athleten anfeuern. In Südkorea herrschte eine ruhigere Stimmung: «Weil die Südkoreaner überzeugt sind, dass die Sportler in den Stadien auch ihre Ruhe benötigen, durften wir nur kleine Kuhglocken mit auf die Tribüne nehmen, um die Biathleten anzufeuern», erklärt Blank.
Die Stimmung vor Ort sei trotz wenig Publikum und anderer «Fansitten» jedoch sehr angenehm gewesen: «Die Bevölkerung und die zahlreichen Helfenden waren sehr freundlich, lächelten stets und wollten Fotos mit uns machen. Aber das Sportgeschehen schien sie wenig zu interessieren», sagt Blank. Auch im koreanischen Fernsehen seien die Olympischen Spiele kaum übertragen worden: «Es lief sehr viel Werbung.» So mussten die Baselbieter vor Ort auf ihr Smartphone zurückgreifen, wollten sie auf dem Laufenden bleiben. «Wlan hast du dort immerhin überall», sagt Blank mit einem Schmunzeln.
Kleine Verständigungsprobleme
Natürlich waren Simone Blank und ihre Begleiter auch im «House of Switzerland» zu Besuch. Dort, wo beispielsweise die Studios von Schweizer Radio und Fernsehen untergebracht waren. Als Familienangehörige durfte Blank zudem das olympische Dorf besuchen und sehen, wie die Athleten leben und wie sie essen. «Das einmal zu sehen, ist schon sehr eindrücklich», sagt Blank.
Doch nicht nur wegen der Olympischen Spiele hat sich die Reise nach Asien gelohnt. «Wir wollten auch das uns unbekannte Land entdecken.» So ging es an einem Tag beispielsweise in die Hauptstadt Seoul, die mehr Einwohner zählt als die ganze Schweiz. Gewisse Punkte seien der Schweiz aber sehr nahe, sagt Blank: «Wir waren erstaunt von der Sauberkeit des Landes. Nirgends lag Abfall, auch gibt es an öffentlichen Plätzen sehr gute sanitäre Anlagen.»
Obwohl als Europäer schwierig einzuschätzen ist, wie die Stimmung unter der Bevölkerung in Südkorea ist, können Blanks nur Positives von ihrer Reise erzählen. Negative Erlebnisse hatten sie keine, höchstens kleine Verständigungsprobleme: «Englisch sprechen nur die wenigsten», sagt Blank. So mussten die Biathlon-Fans beispielsweise dem Taxifahrer auf einer Landkarte zeigen, an welchen Ort sie gebracht werden wollen. Und beim Bestellen im Restaurant half das Übersetzungsprogramm auf dem Handy.
Highlight als Enttäuschung
vs. Die Olympischen Spiele in Pyeongchang sollten das Karriere-Highlight für Mario Dolder werden. Die Freude war riesig, als sich der Zeglinger Biathlet Anfang Dezember für die Winterspiele qualifizierte. Ein Top-15-Rang war Dolders Ziel. Die Resultate sind in der Endabrechnung ernüchternd: Dolder konnte in keinem Rennen einen Exploit zeigen und klassiert sich auf den Rängen 64 (Sprint, 10 km), 49 (Einzel, 20 km) und 15 (Staffel, 4 x 7,5 km)).