Mit einem Schnaps «für die Götter»
30.11.2017 OltingenDas ausgedolte Lochmattbächlein wird eingeweiht
Einst in ein Rohr gezwungen, um bewirtschaftsfähiges Land zu gewinnen, ist das Lochmattbächlein in Oltingen wieder ausgedolt worden und darf sich jetzt bei Tageslicht sehen lassen. Gemeinsam mit Vertretern des Kantons und ...
Das ausgedolte Lochmattbächlein wird eingeweiht
Einst in ein Rohr gezwungen, um bewirtschaftsfähiges Land zu gewinnen, ist das Lochmattbächlein in Oltingen wieder ausgedolt worden und darf sich jetzt bei Tageslicht sehen lassen. Gemeinsam mit Vertretern des Kantons und Landeigentümer Toni Gass hat die Organisation Pro Natura Baselland dies möglich gemacht. Rund 190 Meter Gewässer plätschern über Holz- und Steinschwellen dem abschüssigen Bord entlang. An der Einweihungsfeier haben die Beteiligten am Montag insbesondere die gute Zusammenarbeit hervorgehoben. Insgesamt wurden bis jetzt 19 Bäche im Kanton ans Tageslicht geholt.
Ein Gewässer erblickt das Tageslicht
Das Lochmattbächlein fliesst jetzt überirdisch
Munter plätschert das Wasser im Lochmattbächlein und ebenso munter netzt es vom Himmel her. Die Ausdolung das Bachs wird offiziell eingeweiht. Letztlich freuen sich alle dabei: Landbesitzer, Gemeinde, Pro Natura und der Kanton.
Im Rahmen der sogenannten Anbauschlacht während des Zweiten Weltkriegs wurden viele Bäche und Bächlein eingedolt, um bewirtschaftsfähiges Land zu gewinnen. Traugott Wahlen, der damals zuständige Bundesrat, war aber der Meinung, diese nach der Kriegsnot wieder hervorzuholen. Wohl nicht so viele Jahre floss das Lochmattbächlein nördlich von Oltingen durch eine Röhre, bevor sich das Wasser seinen Weg durch das Gehölz Richtung Ergolz suchte. Auf jeden Fall wurde es nun wieder ans Tageslicht geholt. Dass das Werk bestens gelungen ist, ist der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten in Vorbereitung und Ausführung zu verdanken – dem Kantonalen Tiefbauamt, dem Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain, Pro Natura Baselland, Wasserbauern, Landeigentümern. Das hörte man aus den Voten der Beteiligten immer wieder heraus.
Die nun freigelegten 190 Meter des Gewässers weisen den Charakter eines Wiesenbachs auf. Im oberen, flacheren Teil plätschert das Wasser
– dem Gelände angepasst – über Holzund Steinschwellen dem etwas abschüssigeren Bord entgegen, bis es schliesslich steil Richtung Wald abfällt. Laut Ausführungen des Oltinger Gemeindepräsidenten befand sich in früheren Zeiten hier in der Lochmatt eine offene Deponie. Diese wurde mit dem sehr lehmhaltigen Aushub, der beim Bau der Turnhalle anfiel, abgedeckt. Das darunter fliessende Lochmattbächlein hatte sich im Verlauf der Jahre einen eigenen Weg gesucht. Da dadurch Hangrutschgefahr bestand, musste nach einer Lösung gesucht werden.
Gemäss eidgenössischem Gewässerschutzgesetz dürfen defekte Eindolungen nicht erneuert werden. Vielmehr muss das Gewässer freigelegt werden. In verschiedenen Besprechungen kristallisierte sich die Lösung heraus, nicht nur den defekten Teil der «Drainage» auszudolen, sondern das Lochmattbächlein auf seiner ganzen Länge freizulegen.
Unter Federführung von Pro Natura Baselland gelang das Werk ausgezeichnet. Es ist dies das neunzehnte Ausdolungsprojekt im Rahmen der Aktion «Gummistiefelland». Das Budget von 94 000 Franken wurde um 11 000 Franken unterschritten. An den Kosten beteiligen sich der Kanton, der Fonds Landschaft Schweiz, die Gemeinde Oltingen, sowie Pro Natura Schweiz und Baselland. Die gute Zusammenarbeit hat sich einmal mehr gelohnt – und die Natur freuts.