Kommission will Gnadenfrist für Sportmuseum

  31.10.2013 Basel, Kultur, Gemeinden, Politik, Gesellschaft, Sport, Baselbiet, Region

Das Schweizer Sportmuseum nagt seit Jahren am Hungertuch und dribbelt dem finanziellen Abgrund entlang. Das Problem ist, dass der Bund zwar einen Beitrag zahlt, sich aber nicht verantwortlich fühlt. Und die beiden Basel sind zwar wichtige Träger des Museums, halten dieses aber für eine eigentlich nationale, nicht kantonale Angelegenheit.

Das baselstädtische Parlament hat zwar im Februar die jährliche Subvention von 150\'000 Franken bis 2015 verlängert, jedoch unter der Bedingung, dass das Baselbiet mindestens gleichviel zahlt. Die vorberatende Kommission des Baselbieter Landrats will nun aber wie die Baselbieter Regierung nichts wissen von einer regulären Subvention, wie aus ihrem am Donnerstag publizierten Bericht hervorgeht.

BL-Kommission will nicht dem Museum den Stecker ziehen
Der Kommission reicht der im Juni vorgelegte Sanierungsplan des Sportmuseums nicht; zudem lehnt sie eine Sanierungsphase von zehn Jahren ab. Ein Baselbieter Nein würde aber auch die baselstädtische Subvention blockieren, risse also gleich ein 300\'000-Franken-Loch ins Sportmuseum-Budget von rund einer Million. Im letzten Jahr resultierte bei 880\'000 Franken Gesamtertrag ein Plus von 10\'000 Franken.

Um nicht den Sargnagel einzuschlagen, hat sich die Kommission daher dennoch einstimmig für eine zeitlich begrenzte Unterstützung ausgesprochen. - Die vom nationalen Parlament bis 2015 bewilligten 150\'000 Franken vom Bund sind übrigens laut Bundesamt für Kultur von den kantonalen Subventionsentscheiden nicht tangiert.

Die Kommission beantragt dem Baselbieter Landrat, die Regierung zu beauftragen, 2014 und 2015 aus dem Swisslos-Fonds je 150\'000 Franken als «projektorientierte Beiträge» zu spendieren. Allerdings hat die Exekutive die alleinige Kompetenz über die Lottogelder, und sie hatte in ihrer Vorlage eine feste Unterstützung des Sportmuseums klar abgelehnt.

Die Argumente der Regierung entkräftet die Kommission nicht: Zum einen ist die Kantonskasse leer und der Spardruck hoch, zum anderen sind Swisslos-Gelder nicht für dauerhafte Betriebskostendeckung gedacht - Projekthilfe läge drin. So gesehen sind die Erfolgschancen einer parlamentarischen Aufforderung offen. Laut Landeskanzlei diskutiert die Regierung die Lottogeldervergabe jeweils intensiv.

Sportmuseum-Leiter Gregor Dill gibt sich auf Anfrage optimistisch: Wenn der Landrat Ja sagt, hoffe das Museum auf Geld vom Baselbiet. Bisher sei ja der Beitrag auch aus dem Lotteriefonds geflossen. Die Museums-Fixkosten seien tief und die Angestellten hätten keine festen Pensen, sodass man halt jeweils mache, wozu das Geld reicht.

Sport und Kultur
Das nach 1945 gegründete Sportmuseum stand schon 1997 vor dem Aus, als Basel-Stadt es nicht mehr als kantonales Museum betrachtete und die Finanzierung kappte. Seither sucht es neue Wege und Gelder. 2011 hat es ein öffentliches «Begehlager»in Münchenstein BL an der Grenze zu Basel-Stadt eingerichtet; das Publikumsinteresse hat zugenommen.

Das einzige Sportmuseum des Landes hat mit seinen rund 150\'000 Objekten eine der weltweit grössten Sammlungen zur Sport-Geschichte. Sein Ziel ist primär das Einbetten des Sports in die Schweizer Kulturgeschichte. Historiker bereiten die Bestände auf, die durch Schenkungen und Leihgaben auch immer weiter wachsen.


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