Sinfonieorchester konzertiert im Stadtcasino
vs. Beim Konzert «Leidenschaftlich» am 6. und 7. Mai ist eine der bedeutendsten Geigerinnen ihrer Generation beim Sinfonieorchester Basel zu Gast: Julia Fischer spielt Werke von Josef Suk und Ottorino Respighi. ...
Sinfonieorchester konzertiert im Stadtcasino
vs. Beim Konzert «Leidenschaftlich» am 6. und 7. Mai ist eine der bedeutendsten Geigerinnen ihrer Generation beim Sinfonieorchester Basel zu Gast: Julia Fischer spielt Werke von Josef Suk und Ottorino Respighi. Chefdirigent Markus Poschner leitet das Orchester in Pjotr Iljitsch Tschaikowskis 6. Sinfonie, Pathétique. Einer Sinfonie, die Tschaikowski als sein «bestes und aufrichtigstes» Werk bezeichnete.
Pjotr Iljitsch Tschaikowski füllte in seiner 6. Sinfonie die formalen Gesetze einer romantischen Sinfonie mit einer für seine Zeit aussergewöhnlich persönlichen Botschaft vom Leid als Movens des Lebens. Und in mal strahlenden, mal von Glück erleuchteten Farben durchmisst Suks poetische Fantasie für Violine und Orchester den Lebensraum eines jungen Menschen. Für einen selbstkritischen Komponisten ist es bemerkenswert, dass er seine letzte Sinfonie als sein «aufrichtigstes» Werk bezeichnete. Sein früher Tod hat die Nachwelt oft dazu veranlasst, in ihr eine Art Requiem zu sehen.
Doch Tschaikowski plante keinen Selbstmord. Seine 6. Sinfonie ist vielmehr die Synthese zwischen innerem und äusserem Anspruch. Ähnlich wie in der 5. Sinfonie sollte auch die Sechste Tschaikowskis fatalistische Sicht auf das menschliche Schicksal darstellen. Anders jedoch als das Vorgängerwerk endet die Pathétique ohne Happy End mit ungewöhnlich ruhigem Finale.
«Jeder Musiker muss leidenschaftlich sein.» Das sagt Julia Fischer. Die Intensität ihres Spiels, ihre instrumentale Virtuosität sowie ihre Fähigkeit der intellektuellen Durchdringung überzeugen weltweit. In Basel präsentiert sie zwei Werke für Violine und Orchester, die als Erweiterungen des gängigen Repertoires zu zählen sind. Ottorino Respighis edel gefärbtes «Poema autunnale», ein «Herbstgedicht» in Musik. Der Komponist, selbst auch Geiger, hatte sich damit vor 100 Jahren in eine Welt von Faunen, Bacchantinnen und dem flötenden Pan hineingeträumt.
Zu Suks Fantasie für Violine und Orchester hat Fischer eine besondere Beziehung. Ihre Mutter stammt aus der ehemaligen Tschechoslowakei: «Wir hatten zu Hause eine CD von Josef Suk, auf der er das Violinkonzert von Dvorák und die Fantasie seines Grossvaters spielte. Ich war von beiden Werken hingerissen und dachte, dass sie zum Grundrepertoire von jedem Geiger gehören.» Suks Fantasie ist das Werk eines jungen, unbeschwerten Komponisten. In den Melodien und der Orchestrierung ist deutlich das grosse Vorbild erkennbar: Suks Lehrer Antonín Dvorák.
Konzert «Leidenschaftlich»,
Mittwoch, 6., und Donnerstag, 7. Mai, jeweils um 19.30 Uhr,
Stadtcasino, Basel.