Florian Blumer lässt es in Basel morden
Florian Blumer, der frühere Wirtschaftsdozent und Autor von Fachbüchern, hat sich erstmals an einen Krimi gewagt, der nach bewährtem Muster in Basel zur Zeit des letztjährigen Eurovision Song Contest spielt. Der junge ...
Florian Blumer lässt es in Basel morden
Florian Blumer, der frühere Wirtschaftsdozent und Autor von Fachbüchern, hat sich erstmals an einen Krimi gewagt, der nach bewährtem Muster in Basel zur Zeit des letztjährigen Eurovision Song Contest spielt. Der junge Kommissär Fridolin Stalder klärt auf.
Jürg Gohl
«Nein», sagt Florian Blumer. Autorin Denise Buser (siehe Text oben) kenne er nicht persönlich. Beide sind sie in Basel aufgewachsen, wohnen dort und teilen sich auch den Jahrgang, 1959. Zudem haben sie bis vor Kurzem an Hochschulen gelehrt, sie als Strafrechtsprofessorin an der Universität Basel, er als Professor für Wirtschaftskommunikation an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Und von beiden ist in den vergangenen Wochen ein weiteres Buch erschienen.
Da aber erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten. Während sie im Zytglogge-Verlag in einem Essay über das Altern sinniert, hat er im Basler Reinhardt-Verlag seinen ersten Kriminalroman verfasst. Dabei bedient sich Florian Blumer eines bewährten Mittels, indem er das Morden und das Aufklären in der vertrauten Umgebung geschehen lässt. Jeff Wenger, ein Werbetexter, stirbt in seiner Wohnung im Gellertquartier in Basel eines gewaltsamen Todes, und der junge, unerfahrene Kommissär Fridolin Stalder, eben zum zweiten Mal Vater geworden, klärt den Mord auf den 240 folgenden Seiten auf.
Nach diesem Muster gestrickte Krimis verkaufen sich im ganzen deutschen Sprachraum erfolgreich. Rolf von Siebenthal, Autor und früherer Redaktor aus Oberdorf, schickte so zuerst den Journalisten Max Bollag und hinterher den Vorname-losen Raab auf Verbrecherjagd. Ein Autorenteam lässt unter dem Pseudonym Anne Gold Kommissär Ferrari ebenfalls ermitteln. Florian Blumers erster Mord, so viel sei verraten, ereignet sich ausgerechnet in den Tagen, in denen in Basel der Eurovision Song Contest ausgetragen wird und deshalb alle Polizeikräfte gebunden sind.
Fortsetzung vorgesehen
Bei «Mordsmusik», so der Titel des Buchs, handelt es sich um den ersten Kriminalroman von Florian Blumer, aber nicht um sein erstes Buch. So erschienen in der Serie «Bild-Geschichten» des Baselbieter Kantonsverlags ein Band namens «Sportliches Baselbiet» und einer über die Elektrifizierung des Kantons. Zu beiden trug er den Textteil samt Recherche bei. Zudem verfasste er das Jubiläumsbuch der EBL «125 Johr verbunde». Selbst ein Theaterstück schrieb er einst, das es aber nie auf die Bühne schaffte. Zudem erhielt er für den Bildband «Foto Jeck», den er vergangenes Jahr herausgab, die Silbermedaille des Deutschen Fotobuch-Preises. «Selbstverständlich gilt der Preis den hervorragenden Bildern von Lothar Jeck und nicht meinem Beitrag zum Buch», relativiert der frühere Spitzenhandballer und Sportjournalist mit dem Flair fürs Schreiben.
Im Untertitel von «Mordsmusik» – er lautet «Kommissär Stalders erster Fall» – wird bereits angedeutet, dass es nicht bei diesem ersten Krimi bleiben soll. An der Vernissage vom 2. März stellte der Verlag die Nummer zwei bereits auf diesen Herbst in Aussicht. Der Autor aber tritt sachte auf die Bremse. Krimis liessen sich wohl «in einem Zug» schreiben. Grundlagen-Recherchen seien aber auch hier unabdingbar. Und er wolle zuerst noch sein nächstes Projekt abschliessen: Eine Biografie zu FC-Basel-Legende Karli Odermatt.
Florian Blumer: «Mordsmusik – Kommissär Stalders erster Fall». Reinhardt-Verlag.