Zweiter Kinoprojektor fürs Marabu
01.09.2026 GelterkindenNach Tonproblemen schafft der Verein einen neuen Projektor an
Der alte Projektor des Marabus sorgte regelmässig für Tonausfälle während Kinovorstellungen, was zu Unterbrechungen führte. Nach fast 15 Jahren muss das Marabu-Kino deshalb die Investition eines neuen ...
Nach Tonproblemen schafft der Verein einen neuen Projektor an
Der alte Projektor des Marabus sorgte regelmässig für Tonausfälle während Kinovorstellungen, was zu Unterbrechungen führte. Nach fast 15 Jahren muss das Marabu-Kino deshalb die Investition eines neuen Kinoprojektors auf sich nehmen.
Lea Wieser
Wenn während der Vorstellung der Ton versagt, entspricht das weder für die Gäste noch für den Veranstalter dem gewünschten Kinoerlebnis. Mit diesem Problem sah sich das Marabu-Kino in den vergangenen Jahren mehrfach konfrontiert. Ein neuer Projektor war die einzig sinnvolle Lösung. «Die vorgesehene Lebenszeit für den alten Projektor betrug zehn Jahre. Er wurde bereits im Jahr 2012 im Marabu installiert, wodurch er ohnehin schon länger überlebt hat als zu erwarten war», sagt Stephan Simmendinger, seit 2005 Kinooperateur im Marabu.
«2012 haben wir vom analogen Modell mit Filmrollen zum digitalen Projektor gewechselt. Seitdem haben wir regelmässig Rückstellungen gemacht, um darauf vorbereitet zu sein, in etwa zehn Jahren einen neuen finanzieren zu können», sagt der Gelterkinder. Zeitlich sei genau da der Umbau dazwischengekommen, weshalb dieses Geld schliesslich dafür investiert wurde, in der Hoffnung, der alte Projektor halte noch lange genug durch. Nachdem sich Probleme mit dem Ton zu häufen begannen, sei es Zeit geworden: «Bei Kinovorstellungen fiel der Ton mehrfach aus, sodass wir den Projektor während der Vorstellungen runter- und wieder hochfahren mussten.»
Im Vergleich zu früher seien die Preise von Kinoprojektoren tatsächlich gesunken. «Wir haben 2012 mehr als doppelt so viel ausgegeben wie dieses Jahr für den neuen Projektor, den wir für rund 50 000 Franken gekauft haben», sagt Simmendinger.
Finanziell unterstützt werde das Marabu bei diesem Kauf durch die Ernst Göhner Stiftung. Auch die Gemeinde Gelterkinden sowie der Kanton würden sich finanziell beteiligen. Für einen Restbetrag komme der Verein Kultur Marabu selbst auf.
Bevor der Projektor offiziell in Betrieb genommen werden kann, müssen die acht Kinooperateurinnen und -operateure geschult werden, um das neue Gerät problemlos bedienen zu können. «Der Techniker und ich waren bei der Inbetriebnahme und der Konfiguration von Ton und Licht dabei.» Für die Schulung habe Simmendinger den Operateuren im direkten Vergleich zum alten Projektor gezeigt, welche Schritte sich wie verändert haben.
Im Anschluss wurde eine Betriebsanleitung zum neuen Projektor geschrieben, auch mit Blick auf zukünftige Kinooperateure.
Analog ist «unkaputtbar»
Beim Thema Langlebigkeit könnten die neuen, digitalen Modelle nicht mit den alten, analog betriebenen Projektoren mithalten. «Ich erinnere mich noch gut daran, mit Filmrollen zu arbeiten», sagt Simmendinger. «Als wir 2012 auf Digitaltechnik umstellten, hat mir schon ganz schön das Herz geblutet», sagt der Kinooperateur. Das Raffinierte an den analogen Systemen sei, dass sie, anders als bei der Elektronik, beinahe «unkaputtbar» wären. Einmal im Jahr sei der Projektor geölt worden, dann habe alles funktioniert. Sogar wenn ein Film gerissen ist, sei er lediglich mit der Klebepresse rasch zusammengeflickt und weiter abgespielt worden.
«Als ich aber den damals neuen, digitalen Projektor sah und erfuhr, was dieser alles für Möglichkeiten mit sich brachte, konnte ich mich recht schnell damit anfreunden», sagt Simmendinger. Schliesslich würden die Vorteile eines digitalen Projektors durchaus überwiegen.
Vieles sei auf einmal unkomplizierter geworden: «Statt eine schwarze Filmsequenz einzubauen, um genau dann Pause zu drücken und noch beim Diaprojektor am anderen Ende des Raums die Pausen-Folie einlegen zu müssen, konnte man plötzlich einfach auf den Stoppknopf drücken.» Auch Werbung und Trailer seien keine Schwierigkeit mehr gewesen, da man sie nun einfach abspielen konnte, anstatt alles auf Filmrollen haben zu müssen. So hätten auch mehr Menschen für den Job des Kinooperateurs begeistert werden können, denn die Angst vor überfordernden Aufgaben und reissenden Filmen habe man von da an nicht mehr haben müssen.
Im Vergleich zu früher sei dieser Job ohnehin weniger kompliziert geworden. Heutzutage brauche man ein gewisses Faible für Computertechnik, dann könne man sich das mit ein wenig Üben aneignen. «Im Vorfeld muss lediglich die Liste mit Trailern angefertigt und entschieden werden, wann im Film die Pause stattfinden soll. Danach drückt man auf Start und alles läuft wie am Schnürchen», erklärt Simmendinger.
«Übrigens ist für das Publikum durch den neuen Projektor keine Veränderung ersichtlich.» Wer dennoch an der Einweihung des Kinoprojektors teilhaben möchte, kann sich am 3. September im Marabu Gelterkinden «Die Odyssee», den neuen, ausschliesslich auf IMAX-Kameras gedrehten Film von Christopher Nolan ansehen. An diesem Abend wird der Kinoprojektor erstmals eingesetzt.

