DNA-Abklärung läuft – auch ein Hund kommt infrage
tho. Im Oberbaselbiet könnte erneut ein Wolf unterwegs sein. Nachdem am Sonntagmorgen in Beinwil im Kanton Solothurn ein Wolf gefilmt worden war, wurden wenig später auf dem Gemeindegebiet von ...
DNA-Abklärung läuft – auch ein Hund kommt infrage
tho. Im Oberbaselbiet könnte erneut ein Wolf unterwegs sein. Nachdem am Sonntagmorgen in Beinwil im Kanton Solothurn ein Wolf gefilmt worden war, wurden wenig später auf dem Gemeindegebiet von Bennwil zwei gerissene Schafe entdeckt. Ob tatsächlich ein Wolf für den Angriff verantwortlich ist, bleibt derzeit allerdings offen.
Für Aufsehen sorgte der Vorfall am Montagnachmittag in den Sozialen Medien. «Kaum einen Kilometer entfernt von unserem Hof in Oberdorf gab es einen Wolfsangriff auf Schafe», schrieb ein Landwirt auf «Facebook». Seine Herdenschutzhunde hätten den Wolf in den vergangenen Nächten mit starkem Gebell gewarnt und damit die eigenen Tiere geschützt, schrieb er weiter. Gegenüber der «Volksstimme» präzisierte der Landwirt gestern, dass sich der Angriff auf Gemeindegebiet von Bennwil ereignet habe.
Wie Julien Kurt, Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des Kantons Baselland, auf Anfrage mitteilt, war am Sonntagmorgen in Beinwil (SO) am Fuss des Passwangs ein Wolf gesichtet worden. Anhand eines Videos habe das Tier «klar als Wolf» bestimmt werden können. Ob ein Zusammenhang mit dem Vorfall in Bennwil besteht, ist unklar. Die Wildhut des Amts für Wald und Wild beider Basel habe die gerissenen Tiere vor Ort untersucht. «Anhand des Rissbildes ist unklar, ob es sich beim Angreifer um einen Hund oder möglicherweise um einen Wolf handelte», so Kurt. Deshalb seien DNA-Proben genommen worden. Erst deren Auswertung werde zeigen, ob tatsächlich ein Wolf beteiligt gewesen sei. Bis Resultate vorliegen, dürfte es allerdings noch einige Zeit dauern.
Mehrere Nachweise im Baselbiet
Weitere Sicht- oder Rissmeldungen gingen bis gestern Vormittag nicht ein. Ob sich der in Beinwil gesichtete Wolf überhaupt noch in der Region befindet, ist ebenfalls offen. Gerade junge Wölfe könnten «auf der Suche nach einem Fortpflanzungspartner innert kurzer Zeit grosse Distanzen zurücklegen», so Kurt. Mit einzelnen durchziehenden Wölfen müsse deshalb grundsätzlich jederzeit auch im Baselbiet gerechnet werden.
Im Kanton Baselland gab es in den vergangenen Jahren mehrere bestätigte oder wahrscheinliche Wolfsnachweise. Im November 2021 wurden in Lauwil sieben Ziegen gerissen – laut Kanton der erste gesicherte Wolfsnachweis seit der Ausrottung des Tiers im 19. Jahrhundert. Wenige Tage später wurde bei Zeglingen ein Wolf beobachtet und fotografiert. Im Frühjahr 2023 folgten weitere Hinweise: Im März bestätigte eine DNA-Analyse Wolfs-Kot bei Reigoldswil, im April tappte bei Brislach ein Wolf in eine Fotofalle. Anfang 2025 wurde schliesslich bei Langenbruck erneut ein wolfsähnliches Tier gefilmt; Fachleute stuften es mit hoher Wahrscheinlichkeit als Wolf ein. Bereits zuvor war im Oktober 2024 ein wolfsähnliches Tier zwischen Hölstein und Diegten beobachtet worden.