Entscheid über gemeinsame Verwaltung mit Lampenberg steht an
Was im März noch vertagt werden musste, soll nun beschlossen werden: Hölstein stimmt am Montag über die Verwaltungszusammenarbeit mit Lampenberg ab. Die beteiligten Gemeinden sehen darin eine ...
Entscheid über gemeinsame Verwaltung mit Lampenberg steht an
Was im März noch vertagt werden musste, soll nun beschlossen werden: Hölstein stimmt am Montag über die Verwaltungszusammenarbeit mit Lampenberg ab. Die beteiligten Gemeinden sehen darin eine Win-win-Situation.
Pascal Kamber
Mit mehr als zwei Monaten Verspätung dürfen die Hölsteiner Einwohnerinnen und Einwohner am kommenden Montag doch noch über die Vereinbarung zur Verwaltungszusammenarbeit zwischen ihrem Dorf und Lampenberg entscheiden. Ursprünglich war das Geschäft an der Gemeindeversammlung im vergangenen März traktandiert. Weil die Überprüfung der Vertragsdokumente durch den Kanton aber länger dauerte als geplant, musste das Thema verschoben werden.
Nun steht einer Behandlung nichts mehr im Weg. Hölsteins Gemeindepräsidentin Andrea Heger blickt der Versammlung zuversichtlich entgegen: «Bislang gab es keine Anzeichen von Kritik, im Gegenteil. Ich gehe davon aus, dass die Bevölkerung dem Verwaltungszusammenschluss viel Wohlwollen entgegenbringt.» Sie beruft sich dabei auf den im vergangenen Februar durchgeführten Informationsanlass in Lampenberg, bei dem auch positive Hölsteiner Voten dokumentiert worden seien. Auch die mehrmonatige Testphase habe gezeigt, dass dieser Schritt in vielerlei Hinsicht sinnvoll sei.
Synergien nutzen
Auslöser für die angestrebte Zusammenarbeit waren personelle Engpässe in Lampenberg nach dem Weggang der früheren Gemeindeschreiberin und Schwierigkeiten bei der Nachfolgeregelung. Bereits im vergangenen März betonten die Verantwortlichen, dass das Vorhaben in erster Linie organisatorisch motiviert sei. Lampenberg soll von den grösseren personellen Ressourcen und der höheren Ausfallsicherheit in Hölstein profitieren. Gleichzeitig erwarten beide Gemeinden Synergien und Einsparungen, etwa durch den Abbau von Doppelstrukturen sowie die gemeinsame Nutzung von Software, Dienstleistungen und Verwaltungssystemen. Für Lampenberg wird mit jährlichen Kosteneinsparungen von rund 10 000 Franken gerechnet.
Die politische Selbstständigkeit von Lampenberg bleibt dabei vollständig erhalten. «Lampenberg existiert unverändert weiter», betonte Gemeindepräsidentin Charlotte Gaugler vergangenen Februar gegenüber der «Volksstimme». Künftig sollen jedoch Verwaltungsaufgaben in Hölstein erledigt werden, wo auch die Schalterdienste angeboten werden. Das Lampenberger Verwaltungs- und Werkhofpersonal wird in Hölstein angestellt sein. Die Gemeinderäte beider Gemeinden sehen in der Zusammenarbeit eine Win-win-Lösung und verweisen auf die bereits seit Jahren erfolgreich funktionierende Kooperation bei der Baugesuchsprüfung.
Die gemeinsame Verwaltung soll bereits am 1. August ihre Arbeit am Standort in Hölstein aufnehmen. Voraussetzung dafür ist, dass am Montag die Hölsteiner Gemeindeversammlung den Vertrag genehmigt. Zwei Tage später müsste selbiges in Lampenberg geschehen.
Sollte das Projekt wider Erwarten in einer der beiden Gemeinden scheitern, müssten die Verantwortlichen nochmals über die Bücher. «Wir müssten dann auf die Bevölkerung zugehen, um zu hören, welche genauen Gründe sie zur Ablehnung bewogen haben», sagt Andrea Heger. Angesichts der bisherigen Erkenntnisse erscheint dieses Szenario aber doch eher unwahrscheinlich.