Zu wenig Wirtschaft in der Politik?
22.05.2026 ItingenIndustrie- und Gewerbeapéro bei der Christen Transport AG
Volkswirtschaftsdirektor Thomi Jourdan (EVP) hat am 16. Itinger Industrie- und Gewerbeapéro Unternehmerinnen und Unternehmer dazu aufgerufen, sich in der Politik zu engagieren. Die Wirtschaft fehle dort – und das ...
Industrie- und Gewerbeapéro bei der Christen Transport AG
Volkswirtschaftsdirektor Thomi Jourdan (EVP) hat am 16. Itinger Industrie- und Gewerbeapéro Unternehmerinnen und Unternehmer dazu aufgerufen, sich in der Politik zu engagieren. Die Wirtschaft fehle dort – und das sei ein Problem.
André Frauchiger
Der Itinger Gemeindepräsident Martin Mundwiler hatte zum 16. Itinger Industrie- und Gewerbeapéro in die neuen Räumlichkeiten der Christen Transport AG am Zegliweg 2 in Itingen eingeladen – und mehr als 50 Personen folgten dieser Einladung. Dies war der letzte grössere Anlass vor seinem Rücktritt am 30. Juni – abgesehen von der Leitung der nächsten Gemeindeversammlung. Mundwiler wirkt seit April 2007 im Gemeinderat von Itingen; bereits am 21. Oktober desselben Jahres wurde er zum Gemeindepräsidenten gewählt. Am 14. Juni erfolgt nun die Ersatzwahl. Vom Gemeinderat vorgeschlagen wird Cécile Schmidt Bur.
Gemeindepräsident Mundwiler plädierte in seiner Begrüssung für einen weiterhin guten Dialog zwischen Unternehmen, Politik und Einwohnerschaft. Wichtig sei auch gegenseitiges Verständnis zwischen Firmen und der Politik. Itingen weise rund 2500 Einwohnerinnen und Einwohner sowie rund 2000 Arbeitsplätze auf. Diese Balance zwischen Wohnen und Arbeiten sei eine gute Voraussetzung für die weitere Entwicklung des Dorfs.
Regierungsrat und Volkswirtschaftsdirektor Thomi Jourdan (EVP) zeigte am Beispiel seiner Wohngemeinde Muttenz auf, dass «Innovation Grundlage für Wohlstand und Unternehmertum» sei. Es brauche Weitsicht, Mut, Fleiss und Risikobereitschaft der Unternehmerinnen und Unternehmer, um die Zukunft zu gestalten und Wohlstand zu generieren. Bereits vor mehr als 100 Jahren habe die Gemeinde Muttenz in visionärer Weise auf der «grünen Matte» zusammen mit den damals noch sehr jungen SBB die Grundlagen für den heutigen Zugverkehr und den Güterbahnhof mit internationaler Bedeutung geschaffen. Auch sei eine Tramlinie von Muttenz bis nach Sissach geplant worden – was aber bekanntlich nur bis Pratteln Realität wurde.
Es braucht Mut
Viele Innovationen seien auch auf der Basis von Fehlern entstanden, erklärte Jourdan. Der Mut für das Neue trotz vielfacher Rückschläge müsse einfach Oberhand haben. Als erfolgreiche Beispiele nannte der Volkswirtschaftsdirektor den Post-it-Kleber (mit schlechtem Leim), die Nespresso-Maschine sowie den Dyson-Staubsauger. Renommierte Firmen hingegen, denen die Innovation abhanden gekommen sei – wie etwa Nokia –, seien untergegangen. «Unternehmen schaffen Werte», sagte Thomi Jourdan.
Der Regierungsrat rief die Anwesenden dazu auf, sich politisch zu engagieren: «Wir brauchen die Wirtschaft.» Es gebe ausreichend Politikerinnen und Politiker, die von Wirtschaft kaum eine Ahnung hätten, aber eindeutig zu wenige Unternehmerinnen und Unternehmer in der Politik, so Jourdan.
Gastgeber Beat Christen stellte beim Apéro auf der Dachterrasse des Familienbetriebs die Christen Transport AG vor. Das im Jahr 1979 gegründete Unternehmen wird heute in vierter Generation geführt und zählt 25 Mitarbeitende in den Bereichen Transport, Gartenbau und Administration. Bekannt ist die Firma auch für ihren Muldenservice. Mit Stolz präsentiert wurde zudem der neueste Lastwagen des Unternehmens, der als Holztransportfahrzeug ausgerüstet und vielseitig einsetzbar ist.
