Konzert des Männerchors Liederkranz unter dem Einfluss des Jubiläums
Im Rahmen des Jubiläums «Sissach2025» präsentierte der Männerchor Liederkranz in der St. Jakobs-Kirche unter dem Motto «800 Jahre Chorsingen» ein abwechslungsreiches Konzert ...
Konzert des Männerchors Liederkranz unter dem Einfluss des Jubiläums
Im Rahmen des Jubiläums «Sissach2025» präsentierte der Männerchor Liederkranz in der St. Jakobs-Kirche unter dem Motto «800 Jahre Chorsingen» ein abwechslungsreiches Konzert mit Liedern aus mehreren Zeitepochen und Ländern.
Sander van Riemsdijk
Mit dem gregorianischen Choral «Salve Regina» (Sei gegrüsst, o Königin), der im Mittelalter in Klöstern und Gemeinden oft zu hören war, eröffnete der Männerchor Liederkranz am Samstagabend sein Jahreskonzert. Der Anlass in der reformierten Kirche stand unter dem Label des Jubiläums «Sissach2025» und lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Es war ein erster Glanzpunkt des hochklassigen Konzertabends. Mit Javier Robledano Cabrero am Dirigentenpult bildete das einstimmige Lied bei Kerzenlicht den Auftakt zu einem einmaligen Auftritt des 1859 gegründeten Männerchors. Das Musikprogramm, das in der Folge präsentiert wurde, war eine gelungene Mischung aus klassischen Chorwerken, volkstümlichen Liebesliedern, Liedern aus der Zeit der Renaissance bis zum Hip-Hop aus dem 20. Jahrhundert.
Die Sänger schafften es, mit ihren Tenor-, Bariton- und Bassstimmen dank gut verständlicher Artikulation immer wieder Verbindung zum Publikum aufzunehmen und dieses so auf die Zeitreise mitzunehmen. Das Repertoire zog sich durch die vielen Epochen und Genres in der Musikgeschichte. Unter anderem mit der Hochzeitskomposition «Il Sileno» von Francesco Corteccia aus dem Jahr 1539, mit «Der kühle Fluss war aus reiner Milch und die Eichen schwitzten Honig», dem gefühlsbetonten «Belle qui tiens ma vie» des französischen Komponisten Thoinot Arbeau von 1589 – einer Pavane für vier Stimmen – und dem religiösen Abendlied «Der Mond ist aufgegangen» von Matthias Claudius von 1778. Alles Lieder, die alle Sinne ansprachen und das Publikum zum andachtsvollen Innehalten einluden.
Lebendige Präsentation
Wer wollte, konnte sich vom einfühlsamen und mit einer ausdrucksvollen Tiefe gesungenen «Dorma bain» des Engadiner Jodelkomponisten Nuot Vonmoos forttragen lassen. Oder schwelgte in Nostalgie beim «Caprifischer», einem Evergreen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, der auch dank Interpreten wie Paola oder Vico Torriani auch hierzulande berühmt geworden ist
Am Ende des von Andrea Wüthrich moderierten Konzertprogramms mit amüsanten Anekdoten aus der Dorf- und Kirchengeschichte von Sissach kam das Publikum in den Genuss von zeitgemässen Darbietungen, mit einer rhythmische Hip-Hop-Performance aus dem letzten Jahrhundert als krönendem Abschluss.
Mit dem von Ernst Rudin zusammengestellten anspruchsvollen Repertoire mit den unterschiedlichen Gesangsstilen bewies der Männerchor, dass er fähig ist, die Lebendigkeit im Gesangsvortrag und eine harmonische Reinheit bis zuletzt zu behalten. Dafür erntete er nach der Zugabe einen lang anhaltenden wohlverdienten Applaus.