Das Bankkonto, das Bücherregal und das Weingestell sind voll. Und das Leben ist endlich. Was schenken wir also Bekannten im besten Alter – damit sind immer die ungefähr gleichaltrigen gemeint – zu Weihnachten? Heks hilft den Bedürftigen auf der ganzen Welt aus der Not ...
Das Bankkonto, das Bücherregal und das Weingestell sind voll. Und das Leben ist endlich. Was schenken wir also Bekannten im besten Alter – damit sind immer die ungefähr gleichaltrigen gemeint – zu Weihnachten? Heks hilft den Bedürftigen auf der ganzen Welt aus der Not und uns aus der Verlegenheit. Das Hilfswerk schreibt sich wie Fifa, Uefa, Unesco und die Sissacher «Mega» tatsächlich nur am Anfang mit einem Grossbuchstaben, wie die Sprachpolizei vor längerer Zeit dargelegt hat.
Heks bietet Urkunden für Schenkungen an «Menschen, die schon lange keinen Wunschzettel mehr haben» an. Per Knopfdruck können wir über das Internet für sie Fussbälle, Mädchentoiletten, ein Tschukkudu, 40 Enten, 200 Mangrovensetzlinge und vieles mehr bestellen. Das ist selbst für Leute im besten Alter kinderleicht.
Wenn am Ende dann die bestellten Zertifikate für «zwanzig Hühner» und «100 Moringabäume» bestätigt werden, wundert sich die Sprachpolizei kurz über die Schreibung. Als Faustregel für Zahlen gilt: Ganze Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben, ab 13 geht es arabisch weiter. Selbstverständlich sind gerade bei runden Zahlen Ausnahmen erlaubt. Dann aber sollten die Regeln einheitlich angewandt oder gebrochen werden.
Beim einheitlichen Schreiben von Zahlen dürfte es sich spätestens seit einem Präsidentenwechsel am 20. Januar 2025 um das weitaus kleinste Problem für die vielen Hilfswerke in der christlichen Welt handeln. Es bleibt nebensächlich, ob 100 oder hundert Bäume mit zwanzig oder 20 Hühnern bestellt werden, solange wir gerne und überzeugt die richtige Taste drücken, wenn am Ende der Befehl «Zahlen» erfolgt.
Jürg Gohl