Wärmepumpen auf dem Vormarsch
22.10.2026 SchweizJedes vierte Wohngebäude heizt alternativ zu Öl und Gas
In jedem vierten Wohngebäude in der Schweiz ist mittlerweile eine Wärmepumpe installiert. Gleichzeitig verlieren Öl- und Gasheizungen zunehmend an Bedeutung. Das zeigt die neuste Gebäude- und ...
Jedes vierte Wohngebäude heizt alternativ zu Öl und Gas
In jedem vierten Wohngebäude in der Schweiz ist mittlerweile eine Wärmepumpe installiert. Gleichzeitig verlieren Öl- und Gasheizungen zunehmend an Bedeutung. Das zeigt die neuste Gebäude- und Wohnungsstatistik des Bundesamts für Statistik.
Die Wärmepumpe gewinnt in der Schweiz weiter an Bedeutung. Im Jahr 2025 war bereits jedes vierte Gebäude mit Wohnnutzung mit einer solchen Heizung ausgestattet. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Anteil damit versechsfacht. Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei Neubauten: Drei Viertel der in den vergangenen zehn Jahren erstellten Wohngebäude verfügen über eine Wärmepumpe. Dies geht aus der aktuellen Gebäude- und Wohnungsstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.
Trotz dieser Entwicklung bleiben fossile Energieträger die wichtigste Heizquelle. Noch immer wird die Hälfte aller Wohngebäude in der Schweiz mit Öl oder Gas beheizt. Am weitesten verbreitet sind Ölheizungen mit einem Anteil von 33 Prozent. Dieser ist allerdings in den vergangenen 40 Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gasheizungen kommen in 17 Prozent der Gebäude zum Einsatz.
Bei der Nutzung von Gas zeigen sich grosse regionale Unterschiede. Während in städtischen Gemeinden 29 Prozent der Gebäude mit Gas beheizt werden, sind es in ländlichen Gemeinden lediglich 4 Prozent. Wärmepumpen sind dagegen besonders in Einfamilienhäusern verbreitet. In nahezu jedem dritten Einfamilienhaus ist eine solche Anlage in Betrieb. Weitere 12 Prozent der Wohngebäude werden mit Holz und 7 Prozent mit Elektrizität beheizt.
Auf Haushaltsebene präsentiert sich die Situation etwas anders. Insgesamt 58 Prozent der Haushalte heizen mit fossilen Energieträgern, davon 32 Prozent mit Öl und 25 Prozent mit Gas. Rund 22 Prozent der Haushalte leben in einem Gebäude mit Wärmepumpe.
Neben der Energieversorgung liefert die Statistik auch Einblicke in die Wohnverhältnisse. Ende 2025 zählte die Schweiz rund 1,8 Millionen Gebäude mit Wohnnutzung und insgesamt 4,88 Millionen Wohnungen. Mehr als 1 Million dieser Gebäude sind Einfamilienhäuser. Bemerkenswert ist deren Belegung: In 55 Prozent der bewohnten Einfamilienhäuser leben lediglich eine oder zwei Personen.
Die durchschnittliche Wohnfläche einer bewohnten Wohnung beträgt 102 Quadratmeter. Mehr als die Hälfte aller Wohnungen, nämlich 54 Prozent, verfügen über drei oder vier Zimmer. Pro Person stehen in der Schweiz durchschnittlich 46,6 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Dieser Wert war über viele Jahre kontinuierlich gestiegen, stagniert jedoch seit 2021. Je nach Region bestehen deutliche Unterschiede. Am wenigsten Platz haben die Menschen in der Genferseeregion mit durchschnittlich 42,5 Quadratmetern pro Person. Deutlich grosszügiger sind die Wohnverhältnisse in der Ostschweiz mit 49,7 und im Tessin mit 49,8 Quadratmetern.
Auch bei der Grösse der Wohngebäude zeigt sich eine Entwicklung. Die durchschnittliche Grundrissfläche aller Wohngebäude lag im vergangenen Jahr bei 174 Quadratmetern. Bei Neubauten nimmt diese Fläche seit dem Jahr 2000 laufend zu. Gebäude, die in den vergangenen zehn Jahren erstellt wurden, weisen im Durchschnitt eine Grundrissfläche von 231 Quadratmetern auf. Gleichzeitig bieten diese neueren Gebäude mehr Bewohnerinnen und Bewohnern Platz.
Die Zahlen des BFS verdeutlichen damit zwei Entwicklungen: Während sich die Wohnfläche pro Person zuletzt kaum mehr verändert hat, schreitet der Wandel bei den Heizsystemen voran. Besonders bei Neubauten hat sich die Wärmepumpe inzwischen als dominierende Heiztechnologie etabliert.

