Wirtefamilie-Transfer
08.10.2026 BuusGastwirte wechseln vom «Kreuz» in Gelterkinden ins Gasthaus «Stab»
Nach dreieinhalb Jahren verlässt die Familie Di Silvestro das Restaurant «Kreuz» in Gelterkinden, das sie erfolgreich geführt hat. Ab Dezember wirtet die Familie im Gasthaus ...
Gastwirte wechseln vom «Kreuz» in Gelterkinden ins Gasthaus «Stab»
Nach dreieinhalb Jahren verlässt die Familie Di Silvestro das Restaurant «Kreuz» in Gelterkinden, das sie erfolgreich geführt hat. Ab Dezember wirtet die Familie im Gasthaus «Stab» in Buus – und findet dort vor allem eines: deutlich mehr Platz.
Christian Horisberger
Des einen Freud, des andern Leid: Die Familie Di Silvestro, die das Restaurant «Kreuz» in den vergangenen dreieinhalb Jahren mit zunehmendem Erfolg geführt hat, verlässt Gelterkinden. Die Gastwirte konnten dem Angebot der Gemeinde Buus nicht widerstehen, deren Gasthaus «Stab» zu übernehmen. Denn der vor wenigen Jahren von Grund auf renovierte und neu eingerichtete «Stab» bietet den Wirtsleuten das, woran es ihnen im «Kreuz» fehlt: Platz. «Es kommt leider viel zu oft vor, dass wir Gästen absagen müssen, weil wir ausgebucht sind», sagt Matthias Di Silvestro, der im «Vari Sapori – Restaurant zum Kreuz» an der Front wirkt.
An den Tischen im Gelterkinder Lokal finden maximal 32 Gäste Platz, auf der Terrasse haben die Wirtsleute 15 bewilligte Plätze. In der Gaststube des Buusner Traditionslokals hingegen könnten bis zu 60 Gäste bewirtet werden, draussen auf dem Hausplatz sowie im Scheunenbereich 40 bis 50 Personen. Ausserdem fänden im sanft restaurierten Saal im ersten Stock des historischen Gebäudes Gesellschaften mit rund 100 Personen Platz. Der Saal sei im sehr attraktiven Pachtzins für den «Stab» zwar nicht enthalten, er könne für grössere Gruppen aber jederzeit zugemietet werden, ergänzt Antonino Di Silvestro. Er ist im «Kreuz» und in Zukunft auch im «Stab» für die Pizza verantwortlich. Der Pizzaiolo freut sich auf die neue Wirkungsstätte: Die Gemeinde hat die Küche mit einem brandneuen Pizzaofen ergänzt, wohl auch, um den Wirtsleuten den Weggang von Gelterkinden zu erleichtern. Selbst bei den Parkplätzen unterstützt Buus die Pächter: Zusätzlich zu den sieben Abstellplätzen beim Restaurant stehen den «Stab»-Gästen weitere bei der Turnhalle zur Verfügung, sagt Matthias Di Silvestro: «Beim Kreuz gibt es eineinhalb Parkplätze: für ein normal grosses Auto und für einen Cinquecento …»
Abschied fällt schwer
Sie hätten sich mit diesem Entscheid trotz der Vorteile des Gasthauses «Stab» sehr schwer getan, sagen Mutter und Söhne unisono. Sie hätten die Gäste ins Herz geschlossen und die Gäste sie: «Ging in der Küche oder in der Gaststube etwas kaputt, war sofort jemand zur Stelle, der anbot, es zu reparieren», so Matthias. Ein Stammgast habe sogar eine Petition an die Gemeinde lanciert, mit dem Wunsch, fürs «Kreuz» mehr als nur 15 Terrassenplätze zu bewilligen. Mehrere Hundert Personen hätten die Bittschrift unterzeichnet. Die Gemeinde habe dem Anliegen aber nicht entsprechen können: Vorschriften sind Vorschriften.
Aufgrund der geringen Anzahl an Sitzplätzen in der Gaststube und der engen Platzverhältnisse auch in der Küche mit Temperaturen von mehr als 45 Grad im Sommer haben sich die Di Silvestros seit Anfang dieses Jahres nach einem alternativen Lokal in Gelterkinden umgeschaut. Doch hätten sie keines gefunden, von dem sie überzeugt gewesen seien. Dann habe – völlig überraschend – die Gemeinde Buus bei ihnen angeklopft. Es kam zu einer ersten Besichtigung. Die Begeisterung fürs neu hergerichtete Gasthaus mit einer topmodern eingerichteten Küche war sofort da. Doch taten sich Mutter und Söhne mit dem Gedanken schwer, Gelterkinden und ihre lieben und treuen Stammgäste verlassen zu müssen: «Wir sind hier als Zuzüger aus Pratteln und Gastro-Quereinsteiger toll aufgenommen worden.»
Im September sagten sie nach reiflicher Überlegung dennoch zu. Die Buusner Gemeindepräsidentin Nadine Jermann freut sich auf die neuen Pächter für den «Stab», der nach dem Abgang von Franziska Steiner (heute: «Villa Traumwerk» in Sissach) seit gut einem halben Jahr leer steht: «Die Wirtefamilie ist sehr warmherzig und die Chemie stimmt. Sie passt zu uns.» Nicht nur die Gemeindepräsidentin freut sich: Seit durchgesickert ist, wer das Lokal an der Hemmikerstrasse übernehmen wird, sind laut Matthias Di Silvestro vermehrt Gäste aus Buus und Maisprach im «Kreuz» eingekehrt, unter ihnen Vreni und Hugo Thommen, die das Gasthaus während 43 Jahren geführt haben: «Sie freuen sich darüber, dass wieder eine Familie das Lokal führen wird.»
Am 2. Dezember werden sich die neuen Pächter den Buusnerinnen und Buusnern bei einem Apéro mit Unterhaltungsmusik vorstellen, und tags darauf startet der reguläre Betrieb. Am bewährten Konzept des «Kreuz» werde festgehalten, sagt Giovanna Di Silvestro, die in der Küche das Sagen hat: klassische italienische Küche, wie sie sie von ihrer Mamma gelernt hat – und diese wiederum von ihrer Mamma. Neben Pizza zum Beispiel Rigatoni alla Siciliana mit hausgemachter Salsiccia, Paccheri mit Pistazien-Pesto und Burrata, zudem Saisongerichte. Dank der neuen Möglichkeiten in der Küche mit einer Grillplatte möchte die Köchin zusätzliche Fleischgerichte auf die Karte setzen. Mamma Giovanna plant ausserdem, in einem kleinen Shop eine Auswahl ihrer Spezialitäten wie das Pistazien-Pesto oder die Salsiccia zum Verkauf anzubieten. Platz dafür sei ja nun reichlich vorhanden.
Von den Gästen in Gelterkinden wird sich die Wirtefamilie am 28. November verabschieden. Es dürften Tränen fliessen, sagt Matthias Di Silvestro. «Nachdem es sich herumgesprochen hat, dass wir Gelterkinden verlassen werden, sagen viele Gäste als Erstes zu uns: ‹Das ist aber nicht wahr, dass ihr von hier weggeht!›»

