Auszug aus der Thomi-Jourdan-Rede
«Gesellschaft gestalten ist wie Bäume zu pflanzen: Man tut es für die kommenden Generationen» – so lautete der Titel der 1.-August-Rede des Baselbieter Regierungsratspräsidenten Thomi Jourdan (EVP) in Tenniken. Nachdem er ...
Auszug aus der Thomi-Jourdan-Rede
«Gesellschaft gestalten ist wie Bäume zu pflanzen: Man tut es für die kommenden Generationen» – so lautete der Titel der 1.-August-Rede des Baselbieter Regierungsratspräsidenten Thomi Jourdan (EVP) in Tenniken. Nachdem er kürzlich bei sich zu Hause fünf Obstbäume gepflanzt hatte, zog er in seiner Rede Parallelen zur Schweizer Bevölkerung.
«Unsere heutige Gesellschaft, aber auch der Wohlstand, in dem wir leben, ist nicht – und ich glaube, das ist wichtig, dass wir uns das auch immer wieder bewusst machen – ist nicht in erster Linie das Ergebnis unseres eigenen Schaffens, sondern die Ernte dessen, wofür sich unsere Eltern und Grosseltern engagiert haben. Unser Sozialstaat, unser Bildungssystem, die starke Wirtschaft, unser Wohlstand: Unsere Vorfahren haben die Grundlagen dafür gepflanzt – im Wissen, dass die Frucht davon erst ihre Kinder und Grosskinder ernten würden», sagte Jourdan.
Und weiter: «Lassen Sie uns deshalb bewusst machen, dass wir es sind, welche die Schweiz von morgen gestalten. Sie und ich. Heute und jetzt. Denn: «Wer glaubt, dass Werte und Haltungen, Gemeinsinn und Zusammenhalt, Gesellschaft und Demokratie, Erfolg und Wohlstand für ewig gesichert sind, der gleicht jenem Narren, der darauf hofft, dass ein Feld über Jahre hinaus Frucht bringt, nur weil vor langer Zeit einmal jemand etwas darauf gesät hat.»
Drei Werte als Wegweiser
Es gebe drei Begriffe, für die wir Verantwortung übernehmen müssten, sagte Jourdan. Dankbarkeit: Sie mache demütig, bringe uns dazu, anzuerkennen und zu staunen, was andere geschaffen hätten. Dankbarkeit freue sich über das, was ist, und sehe das halbvolle Glas. Und genau deshalb glaubt er, dass eine dankbare Gemeinschaft auch eine erfolgreiche sei.
Vergebung: Laut Jourdan habe nicht der verloren, der eine Differenz habe, sondern wer den Widerspruch nicht mehr zulasse, den Streit nicht mehr aushalte. Wir sollten eben gerade nicht ein einziges Volk sein im Sinne von Gleichförmigkeit und Eintönigkeit – sondern im gemeinsamen Willen, zusammen etwas zu schaffen, im Glauben daran, dass aus der Vielfalt und aus widersprüchlichen Ideen etwas Grosses entstehen könne. Neuanfang: Wer dankbar sei für das, was ist, und wer bereit sei zu vergeben, der könne auch wieder neu anfangen. Dies sei nicht nur die Geschichte seiner fünf Obstbäume, sondern auch jene des Schweizer Erfolgs.
Brigitt Buser
Gesamte Rede: www.thomijourdan.ch