Wir blechen für Aargau, Solothurn und Co.
23.09.2025 PolitikThomas Zumbrunn, Gemeindepräsident Rünenberg, parteilos
Die Gruppe «Junge Meinung», bestehend aus Schülerinnen und Schülern, wehrt sich gegen die Abbaupläne des Kantons an den Sekundarschulen. Ich möchte diesen jungen Menschen ...
Thomas Zumbrunn, Gemeindepräsident Rünenberg, parteilos
Die Gruppe «Junge Meinung», bestehend aus Schülerinnen und Schülern, wehrt sich gegen die Abbaupläne des Kantons an den Sekundarschulen. Ich möchte diesen jungen Menschen zu ihrem Engagement gratulieren und ihnen für weitere politische Aktivitäten Mut zusprechen.
Ein Beispiel aus meiner Studienzeit zeigt, dass sich Widerstand lohnen kann. Als Novartis der Universität Basel ein ausgedientes Laborgebäude «zu günstigen Bedingungen» anbot (es musste wegen Asbest saniert werden), wollte das Rektorat das kleine, wehrlose und inzwischen leider klammheimlich beerdigte Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz (NLU) zwangsumsiedeln. Die Fachgruppe Biologie wehrte sich gegen diesen Plan und prangerte ihn in einem Zeitungsartikel mit dem Titel «Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul» an. Das Rektorat krebste zurück.
Die Sparmassnahmen an der Sekundarschule sehen unter anderem vor, zwei Wahlpflichtlektionen zu streichen, die obligatorische Projektarbeit im letzten Schuljahr in den Wahlpflichtbereich zu verschie- ben und das Fach Medien und Informatik nicht mehr in Halbklassen zu unterrichten. Die Begründung dafür könnte fadenscheiniger nicht sein: Die Schülerschaft müsse «entlastet» werden. Was für ein Unsinn! Es geht einzig und allein darum, die Staatskasse zu «entlasten».
Bereits im Aufgaben- und Finanzplan 2025–2028 hat der Regierungsrat die Streichung der zwei Wahlpflichtlektionen angekündigt. Neben dieser Kürzung wurde eine ganze Reihe weiterer, mehr oder weniger transparent kommunizierter Massnahmen zur Reduktion von Ausgaben und zur Erschliessung weiterer Einnahmequellen beschlossen. Dass sich die SP nun gegen die Abbaupläne an den Sekundarschulen wehrt, begrüsse ich. Allerdings handelt es sich dabei um «Pflästerlipolitik» und es fehlt die Perspektive auf das grosse Ganze.
Die finanziellen Probleme des Kantons sind grösstenteils hausgemacht. Wir müssen nämlich unter anderem auch deshalb regelmässig sparen, weil wir zusammen mit Basel-Stadt die Ausbildung der Studierenden aus Aargau, Solothurn und Co. massiv quersubventionieren. Und das, obwohl es seit 2008 im Rahmen des nationalen Finanzausgleichs eine Verfassungsgrundlage gibt, die den beiden Basel eine massive Entlastung von jeweils über 60 Millionen Franken pro Jahr bieten würde. Anstatt endlich diesen Weg einzuschlagen, wursteln Regierung und Parlament lieber weiter wie bisher. Ab 2026 steigt der Globalbeitrag Basellands an die Uni Basel übrigens um 11 Prozent auf 183 Millionen Franken pro Jahr.
Liebe Schülerinnen und Schüler, ihr dürft euch bei Regierungs- und Landrat bedanken. Sie möchten an diesem Kurs festhalten, um bei euch und eurer schulischen Grundausbildung zu sparen. Das eingesparte Geld wird dann über die Universität Basel unseren Nachbarkantonen geschenkt, damit diese wiederum ihre Steuern senken können (siehe Aargau).
Wer einen Kurswechsel möchte, unterstützt die Bemühungen der elf Gemeinden, welche die Uni-Finanzierungs-Initiative eingereicht haben. Denn ohne unaufhörlichen und intensiven Druck wird sich nichts bewegen.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

