Wilder Westen auf Oberbaselbieter Weiden
30.04.2026 BuusFamilie Weiss lädt am 1. Mai auf die Texas-Longhorn-Ranch
Morgen wird es oberhalb von Buus wieder ein wenig texanisch: Auf der Texas-Longhorn-Ranch von Urs und Daniela Weiss findet das traditionelle Ranchfest statt – mit Begegnungen zwischen Besuchern und den Rindern mit den ...
Familie Weiss lädt am 1. Mai auf die Texas-Longhorn-Ranch
Morgen wird es oberhalb von Buus wieder ein wenig texanisch: Auf der Texas-Longhorn-Ranch von Urs und Daniela Weiss findet das traditionelle Ranchfest statt – mit Begegnungen zwischen Besuchern und den Rindern mit den grossen Hörnern.
André Frauchiger
Urs und Daniela Weiss sind stolz auf ihre Texas-Longhorn-Ranch auf der Hochebene über Buus. Zur Ranch gehören 12 Hektaren meist Grasland, und wenig Pachtland, auf dem aktuell 14 Muttertiere der Rinderrasse Texas Longhorn mit ihren 14 Kälbern und Jungtieren und einem Stier namens Hans leben. Charakteristisch sind bei Stieren und Kühen dieser amerikanischen Rasse die ausladenden Hörner, die eine Spanne bis über 2,5 Meter aufweisen können. Glücklicherweise seien die Tiere gutmütig, so dass es mit den Hörnern nur selten zu gefährlichen Auseinandersetzungen mit Artgenossen kommt, wie Urs und Daniela Weiss betonen. Die Tiere seien von Natur aus schlank und hätten sehr fettarmes Fleisch, das besonders gesund und deshalb beliebt sei.
Das Texas Longhorn ist eine Rasse des Hausrinds, das bis vor wenigen Jahren nur in Mitteltexas, im Gebiet zwischen den Städten Houston und San Antonio, verbreitet war. Urs und Daniela Weiss, die ihre Ranch 1991 von Urs’ Eltern übernommen hatten – er war damals erst 24 Jahre alt –, unternahmen 1998 mit dem Schweizerischen Bauernverband eine Reise nach Texas und «verliebten» sich in diese alte Rinderrasse.
Zu einem Zeitpunkt, als die Texas-Longhorn-Rinderrasse in Europa noch praktisch inexistent war, gelang es der Familie Weiss, am 11. November 2004 die erste Kuh namens First Lady durch Geburt zu erhalten. Am 25. Dezember, gewissermassen als Weihnachtsgeschenk, erblickte Stier King Noel das Licht der Welt. Beide Kälber wurden durch eine Leihmutterschaft mit zwei aus Texas eingeführten Embryonen ausgetragen. 2005 gründete die Familie Weiss den Zweckverband Swiss Texas Longhorn – aus der Überzeugung heraus, dass diese Rasse auch in der Schweiz gefördert werden soll.
Beinahe ausgestorben
Im 17. Jahrhundert waren aus Spanien und Portugal mehrere Rinderrassen nach Texas gebracht worden. Spätere Kreuzungen mit anglo-amerikanischen Rassen brachten dann die heutigen Texas Longhorns hervor. Der oft karge Boden in Texas und auch eine gewisse Verwilderung hatten bei Generationen von Rindern zur Folge, dass die Tiere heute über eine hohe Futterund Trockenstressresistenz verfügen. Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten waren und sind weitere Vorzüge dieser Rasse. Sie sind sehr genügsam, kommen mit kargen Weiden und einfacherem Futter zurecht und haben dadurch auch fettarmes, gesundes Fleisch. Eine Kuh wiegt zwischen 450 und 550 und ein Stier zwischen 700 und 900 Kilogramm. Ein Kalb bringt gleich nach der Geburt bereits 20 bis 35 Kilo auf die Waage.
Im Jahr 1866 gab es in Texas noch rund 4 Millionen Tiere. Bereits 1927 waren sie aber fast ausgestorben, weil die Farmer fettreichere und mehr Fleisch gebende Rinderrassen bevorzugten. Dann folgte in Texas die Rettung: Die Tiere wurden in Reservate gebracht, wo sie sich wieder erholen und vermehren konnten. Die Popularität der Rinderrasse nahm wieder deutlich zu. Die Universität von Texas kürte das Texas Longhorn sogar zu ihrem Maskottchen. Und heute ist die Existenz des Texas Longhorns überhaupt nicht mehr gefährdet. Es ist weit verbreitet – auch in Europa. Insbesondere in Deutschland gibt es mehrere grosse Ranches mit dieser Rasse.
Wildwest-Gefühl
Dass die Konkurrenz nicht schläft, haben Urs und Daniela Weiss längst erfahren. Sie setzen auf die Schweizer Kundschaft und wissen, dass mit den Texas-Longhorn-Rindern das in Teilen der Bevölkerung beliebte Westernleben untrennbar verbunden ist. Die Rinderrasse verkörpert gewissermassen den berühmten Wilden Westen.
Das Wildwest-Gefühl und -Träumen kann morgen Freitag auf der Texas-Longhorn-Ranch erlebt werden. Urs und Daniela Weiss führen bereits zum 18. Mal ihr Ranchfest auf ihrem Hof durch. Um 11 Uhr wird das Fest eröffnet – mit Musiker Heinz Flückiger und Jim Bows. Weitere Bands stossen im Lauf des Tages dazu. Den Kindern liest der Geschichtenerzähler Märlin Spannendes vor. Grilladen der verschiedensten Art – das Fleisch natürlich vom Texas-Longhorn-Rind –, Chili con carne und mehr warten auf hungrige Gäste. Zudem gibt es als spezielles Getränk einen «Cowboy Coffee». Der für das Ranchfest ausgeräumte Stall wird im Bedarfsfall geheizt.

