Wer wird neue ZS-Torhüterin?
18.09.2026 Sport, EishockeySWHL-B-Team ist online auf Goalie-Suche
Acht Tage vor dem Start der SWHL-B-Meisterschaft sucht Flavio Costeggioli immer noch zwei neue Torhüterinnen für die ZS-Ladies. Unerwartete Gründe führten den neuen Teamleiter in eine Sackgasse, doch es zeichnen sich ...
SWHL-B-Team ist online auf Goalie-Suche
Acht Tage vor dem Start der SWHL-B-Meisterschaft sucht Flavio Costeggioli immer noch zwei neue Torhüterinnen für die ZS-Ladies. Unerwartete Gründe führten den neuen Teamleiter in eine Sackgasse, doch es zeichnen sich Lösungen ab.
Daniel Monnin
Für Aufsehen sorgte in den vergangenen Tagen ein «Facebook»- und «Instagram»-Post, in dem die ZS-Ladies eine Torhüterin suchen. Ungewöhnlich, zumal zu diesem Zeitpunkt die Kader eigentlich längst komplettiert sein wollten.
Doch der Reihe nach: Ende April meldeten die ZS-Ladies unter anderem den Zuzug der ehemaligen italienischen Nationaltorhüterin Elisa Biondi (von Langenthal). So weit, so gut. Doch drei Monate später bat Biondi völlig überraschend um die Auflösung des Vertrags. «Sie machte persönliche Gründe für ihren Rückzieher geltend, sie meinte, sie stehe vor existenziellen Problemen und könne sich ein Leben in der Schweiz unter den gegebenen Bedingungen nicht vorstellen», sagt Teamleiter Flavio Costeggioli. Auch wenn die Einsicht unerwartet und spät kam, blieb ihm nichts anderes übrig, als dem Wunsch der Spielerin zu entsprechen.
Was für Costeggioli folgte, waren schlaflose Nächte und unzählige Gespräche und Kontakte, die ihn unter anderem nach Tschechien, Kanada und in die Vereinigten Staaten führten. Allein: Etwas Konkretes hat sich nicht ergeben, vor allem auch aus finanziellen Gründen; denn das neueste Reglement des Staatssekretariats für Migration (SEM) sieht für Berufssportlerinnen aus Nicht-EU-/Efta-Ländern ein monatliches Mindestgehalt von 5900 Franken vor. Eine Fantasiesumme für die SWHL B. «Und einen Job für eine ausländische Eishockeyspielerin zu finden, ist auch nicht einfach», sagt Costeggioli.
Renggli und Ferrari …
In der Folge konzentrierte er sich wieder auf den eher ausgetrockneten Schweizer Markt und schien nach längerem Suchen die Lösung gefunden zu haben. Costeggioli setzte auf die 22-jährige ehemalige Ambri-Torhüterin Saskia Camenzind. «Sie gab mir das Gefühl, dass wir uns finden werden und sie zu uns wechseln wird.» Doch weit gefehlt. Die Innerschweizerin unterschrieb schliesslich beim Liga-Konkurrenten Bassersdorf. Womit der Ladies-Teamleiter wieder vor dem Nichts stand.
Die neueste Favoritin auf den ersten Goalie-Posten der ZS-Ladies ist die 21-jährige Sarina Renggli, die mit einer B-Lizenz verpflichtet werden soll. Doch noch stellt sich gemäss Costeggioli der HC Luzern – Renggli gehört dem dortigen 2.-Liga-Kader an – quer. Die Engelbergerin stammt aus dem Luzerner Nachwuchs und spielte die beiden vergangenen Saisons für Luzerns U20- und U21-Teams sowie für die Bassersdorf Ladies (18 Spiele).
… oder doch Berger?
Auf guten Wegen sei auch eine B-Lizenz für die 28-jährige Laetitia Ferrari von Ajoie. Sie ist in Sissach keine Unbekannte. In der Saison 2016/17 kam sie in vier Spielen für die damals neu gegründeten ZS-Ladies zum Einsatz. Ein Jahr zuvor spielte Ferrari fünf Partien für das Vorgängerteam Laufen. Ferrari ist zurzeit allerdings noch mit den Courroux Wolfies in der Inline-Nationalliga A beschäftigt. Ihr Wechsel könnte sich deshalb noch hinauszögern.
Als Backup vorgesehen wäre die erst 16-jährige Burgdorferin Melina Berger. Sie hat nach einer Hüftoperation das Training im Nachwuchs wieder aufgenommen, doch jetzt macht ihr die andere Hüfte Sorgen. Noch stehe nicht fest, ob Berger ein zweites Mal unters Messer muss und damit für die ZS-Ladies nicht infrage kommen wird, so Costeggioli.
Gespräche hat Flavio Costeggioli auch mit der Baselbieterin Caroline Spies geführt. Die 24-Jährige stand die vergangenen drei Jahre bei den Davos Ladies unter Vertrag. Spies hat sich dem Laufner 2.-Liga-Team angeschlossen und «wir prüfen zurzeit, ob Einsätze bei uns möglich sein werden», fasst Costeggioli die aktuelle Situation zusammen. Doch das ist kein Selbstläufer, denn im Kader des EHC Laufen stehen drei Torhüter, davon zwei Frauen. Die zweite ist die aktuelle Nummer 2 des SC Bern, Nadia Häner. Die 22-Jährige wird in der Hauptstadt jedoch bald zur Nummer 1 aufsteigen, wenn Nati-Torhüterin Saskia Maurer Anfang November ins Trainingslager des PWHL-Clubs Las Vegas ziehen könnte. Alles andere als ein Vertrag für Maurer käme einer Überraschung gleich. Wer beim Saisonstart definitiv im Tor der ZS-Ladies stehen wird, bleibt damit offen. Vielleicht bringt ausgerechnet die Suche über Social Media die Lösung.
