Wenn Ehrenamt Leben rettet
12.06.2026 SeltisbergDaniela Inniger schützt Rehkitze mit Drohnentechnik vor dem Mähtod
Daniela Inniger aus Ziefen hat ein Herz für Rehkitze. Gemeinsam mit weiteren Freiwilligen sucht sie Felder vor dem Mähen mit einer Drohne und Wärmebildkamera ab und bringt die Jungtiere vor den ...
Daniela Inniger schützt Rehkitze mit Drohnentechnik vor dem Mähtod
Daniela Inniger aus Ziefen hat ein Herz für Rehkitze. Gemeinsam mit weiteren Freiwilligen sucht sie Felder vor dem Mähen mit einer Drohne und Wärmebildkamera ab und bringt die Jungtiere vor den Messern von Mähmaschinen in Sicherheit.
Sheryn Inniger
Die Rehkitzrettung ist eine wichtige Aufgabe, um junge Rehe vor dem Mähtod zu schützen. Besonders im Mai und Juni verstecken sich Rehkitze im hohen Gras, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Dort können sie von Bauern beim Mähen der Wiesen aber leicht übersehen werden. Deshalb setzen sich Freiwillige dafür ein, die Felder vor dem Mähen mit Drohnen und Wärmebildkameras abzusuchen und die Tiere zu schützen.
Die 49-jährige Daniela Inniger aus Ziefen ist in Bubendorf und Seltisberg aktiv. Da die Ausrüstung sehr teuer ist, gründete sie mit einer Freundin einen Verein. Durch einen Kurs beim Drohnen-Chef-Fluglehrer Dominik Mauchle lernten sie und ihre Mitstreiterin, wie Drohnen mit Wärmebildkameras funktionieren und wie die Geräte bei der Suche nach Rehkitzen helfen können. Inniger selbst ist für das Auffinden der Rehkitze zuständig, während ihre Freundin die Drohne pilotiert. Gemeinsam sammelten sie durch ein Crowdfunding annähernd das ganze Geld für die Anschaffung der mehr als 3000 Franken teuren Drohne. Den Rest haben sie selbst aufgebracht.
Für die Einsätze melden die Bauern jeweils ihre Felder bis am Nachmittag bei der lokalen Jägerschaft an. Am darauffolgenden Morgen fliegt die Drohnenpilotin diese Felder ab, während ein Jäger das Wärmebild beobachtet. Wenn ein Kitz gefunden wird, wird es unter anderem von Daniela Inniger gesichert, indem sie eine Holzkiste über das Tier stülpt und diese am Boden fixiert. Später wird diese Box entfernt und das Kitz ist wieder frei.
Erfahrung aus der Praxis
Die grösste Herausforderung bei der Rettung sei, wenn viele Bauern gleichzeitig mähen möchten und dadurch Zeitdruck für die Helferinnen und Helfer entstehe, sagte Inniger. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr eine Rettung von Zwillingen, die wegen eines Fuchses, der sie am Waldrand belauerte, lange bewacht werden mussten.
Das erste Rehkitz zu sehen, war für Daniela Inniger ein besonderer Moment. Sie war beeindruckt, wie klein das Tier ist und wie ruhig es im hohen Gras liegen blieb. In ihren bisher vier aktiven Jahren als Kitzretterin konnte Daniela Inniger ungefähr 32 bis 40 Tiere vor dem Mähtod retten. Bezahlt wird niemand aus dem Team, dem insgesamt fünf Personen angehören; alle engagieren sich ehrenamtlich. Daniela Inniger wünscht sich, dass die Bauern ihre Felder immer rechtzeitig anmelden und sofort nach der Kontrolle mähen. Sie freut sich nach jedem Einsatz, wenn alles gut gegangen ist.
Zur Person
sli. Die 49-jährige Daniela Inniger ist Coiffeuse und wohnt in Ziefen. Wenn sie in der Freizeit nicht mit ihren zwei Hunden Charly und Lilly spaziert, geht sie gerne ins Fitnessstudio.
Ihre Liebe zu Tieren ist nichts Neues. Seit sie 20 Jahre alt ist, hatte sie immer Haustiere, von Schildkröten bis Katzen war alles dabei.
Der Beitrag ist im Rahmen eines Schnupperpraktikums auf der Redaktion entstanden.

