Weniger «Kommen und Gehen»
25.09.2026 EishockeySWHLB: ZS-Frauen gehen mit schmalem Kader in die Saison
Einiges ist neu beim Frauenteam des EHC Zunzgen-Sissach, doch das Fundament des SWHLB-Teams ist das gleiche geblieben. Vier ehemalige Langenthal-Akteurinnen sollen neuen Schwung bringen.
Daniel Monnin
...SWHLB: ZS-Frauen gehen mit schmalem Kader in die Saison
Einiges ist neu beim Frauenteam des EHC Zunzgen-Sissach, doch das Fundament des SWHLB-Teams ist das gleiche geblieben. Vier ehemalige Langenthal-Akteurinnen sollen neuen Schwung bringen.
Daniel Monnin
Für Flavio Costeggioli, den neuen Teamleiter der ZS-Ladies, war die erste Saison als Verantwortlicher eine Achterbahnfahrt: Bereits im April meldete er den Transfer von vier Spielerinnen des aufgelösten Langenthaler Frauen-Teams zu den ZS-Ladies: Torhüterin Elisa Biondi, Verteidigerin Nadia Maier und die beiden Stürmerinnen Viktoria Maskalova und Samantha Gius sollten zusammen mit Vanessa Bärtschi (definitive Übernahme) das neue Rückgrat des Teams werden. An der Bande hat Costeggioli nichts geändert und sprach dem Interims-Duo Michael Buser und Stefan Schwander das Vertrauen aus.
Doch die ZS-Ladies haben nicht nur klimatisch einen turbulenten Sommer erlebt. Biondi trat von ihrem Vertrag zurück und stürzte Costeggioli und sein Team in eine Goalie-Depression. Und weil auch Vanessa Bärtschi andere Prioritäten setzte (Trainerin bei Oltens U16-Frauenteam), erlitt die Transferbilanz plötzlich Risse, die erst in den vergangenen Tagen einigermassen geflickt werden konnten.
Im Goalie-Drama hat sich doch noch einiges zum Guten gewendet: Die ZS-Ladies haben die A-Lizenz für die 29-jährige Michèle Renggli erworben. Sie wird nach fünf Jahren Pause ihr Comeback geben: Unter ihrem ledigen Namen Käppeli spielte sie letztmals in der Saison 2021/22 für die ZS-Ladies, nachdem sie zuvor bei Reinach, Langenthal, Thun und Sursee das Tor gehütet hatte.
Die zweite Rückkehrerin ist die italienische Verteidigerin Nadia Maier. Die 26-Jährige ist im Besitz einer Schweizer Lizenz und spielte letztmals in der Saison 2023/24 für die ZS-Ladies. Dabei zeichnete sie sich nicht nur als «Verteidigungsministerin» aus, sondern auch als Punktesammlerin (7 Tore und 13 Assists in 21 Spielen). Mit ihrer Vista und Spielintelligenz wird sie zu einer wichtigen Ergänzung in der Abwehr.
Für offensiven Schwung sorgen sollen auch die 31-jährige Italienerin Samantha Gius (Ausländerlizenz) und die 26-jährige Slowakin Viktoria Maskalova, die nach sieben Jahren in der Schweiz bei Thun, Reinach, Bern und Langenthal über eine Schweizer Lizenz verfügt. Vor allem Maskalovas Erfahrung aus 186 «Women’s League»-Partien mit 51 Toren und 68 Assists dürfte sich als wertvoll erweisen.
Zuversicht statt Hadern
Mit mittlerweile vier Torhüterinnen, sechs Verteidigerinnen und elf Stürmerinnen ist der Kader der ZS-Ladies nicht überbesetzt. Headcoach Michael Buser sieht darin keinen Nachteil: «Die Spielerinnen haben zwar keine Stammplatz-Garantie, aber sie wissen, dass sie – Leistung vorausgesetzt – Eiszeit erhalten werden.» Flavio Costeggioli fügt bei, dass die Partnerschaft mit Fribourg-Gottéron verlängert worden sei, «aber wir wollten kein ‹Kommen und Gehen› mehr. Das hat dem Teamzusammenhalt in der vergangenen Saison oft geschadet.»
Einzige Freiburger Verstärkung für den Moment wird die 27-jährige Amerikanerin Megan Cornell sein. Sie ist zurzeit überzählige Ausländerin bei Gottéron. «Wir warten ab, ob mit der Arbeitsbewilligung alles okay ist, danach sollte einem Einsatz nichts mehr im Wege stehen. Die B-Lizenz ist bereits gelöst,» sagt Costeggioli.
Headcoach Michael Buser hat trotz des Goalie-Dramas keine schlaflosen Nächte hinter sich. Er blieb cool und gibt sich zuversichtlich. Er sieht in einigen Dingen lieber das Positive, als nach einem negativen Punkt zu suchen. «Ich habe ein gutes Gefühl. Ich denke, dass alle am gleichen Strick ziehen und wieder Freude am Eishockey haben. Das ist mir wichtig.» Die neuen Spielerinnen hätten Schwung ins Team gebracht, sagt er. «Sie sind angenehm im Umgang, auf und neben dem Eis und sie bringen Erfahrungen aus ihren langjährigen Karrieren ins Team». Buser baut auch auf seine «älteren Spielerinnen, die schon lange dabei sind. Sie bilden das Rückgrat des Teams.» Auch das sei eine wichtige Voraussetzung für Erfolg.
Die ZS-Ladies, die nur zwei Testspiele bestritten haben, starten am Sonntag auswärts in die Meisterschaft 2026/27. Es geht gegen den EHC Bassersdorf, einen seit Jahren unbequemen Gegner, von dem die ZS-Frauen im Voraus nie wissen, was auf sie zukommt. In lichten Momenten sind die «Basi-Ladies» Spitze, an anderen Tagen eher Mittelmass. Das erste Heimspiel der ZS-Ladies steht am Sonntag, dem 4. Oktober, um 20.15 Uhr gegen Thun auf dem Programm.
Kader 2026/27
Tor: Melina Berger (2010, neu), Laetitia Ferrari (1998, neu, B-Lizenz von Ajoie), Michèle Renggli (1997, neu), Sarina Renggli (2004, neu, B-Lizenz von HC Luzern).
Verteidigung: Nathalie Buser (1989), Mirjam Häfelfinger (2006), Meret Hofstetter (2008), Nadia Maier (2000, neu, von Langenthal, ITA, CH-Lizenz,), Noelia Rueff (2006), Neah Rueff (2010), Megan Cornell (27, neu, B-Lizenz von Gottéron, USA).
Angriff: Margaux Balscheit (2010), Nina Buser (2008), Stefanie Gehrig (2006), Samantha Gius (1994, neu, Langenthal, ITA), Janina Habegger (1996), Selina Hehlen (2001), Noemi Chantal Kurt (2000), Viktoria Maskalova (1999, neu, Langenthal, SVK, CH-Lizenz), Clara Seibert (2007), Laura Stahel (2010), Sabrina Tönz (1998).

