Wenig Freude am Steigern
24.03.2026 SissachHolzgant frühzeitig abgebrochen
Die Holzschöpfe der Teilnehmenden an der Sissacher Holzgant dürften trotz strengen Winters noch immer gut gefüllt sein. Nur die Hälfte des für die Gant vorbereiteten Brennholzes wurde an der Gant ersteigert.
...Holzgant frühzeitig abgebrochen
Die Holzschöpfe der Teilnehmenden an der Sissacher Holzgant dürften trotz strengen Winters noch immer gut gefüllt sein. Nur die Hälfte des für die Gant vorbereiteten Brennholzes wurde an der Gant ersteigert.
Christian Horisberger
Der vergangene Winter war aus Sicht der Brennholzlieferanten nicht der schlechteste. Insbesondere während der längeren Kältephasen dürften die Holzöfen und Cheminées kräftig eingeheizt worden sein. An der Sissacher Holzgant vom Samstag im Gebiet Langenboden oberhalb der Deponie Strickrain war davon jedoch wenig zu spüren. Auch der Hinweis von Bürger-Waldchef Niggi Bärtschi, dass die Spälten in den 1-Ster-Bünden anders als im Vorjahr dünn wie «Pommes frites» und damit leicht zu spalten seien, vermochte den Umsatz nicht zu steigern.
Als die Hälfe der 140 vorbereiteten Bünde versteigert war, hatte sich das Interesse an weiteren Holzkäufen bereits erschöpft und der Bürgerrat brach die Gant ab. Als mögliche Gründe für die geringe Kauflust nannte Revierförster Thomas Tanner die geringe Anzahl Teilnehmender, noch immer gut gefüllte Holzschöpfe nach sehr guten Verkäufen im Vorjahr (2025 wurden gut 200 Ster abgesetzt) sowie die Möglichkeit, bereits trockenes Brennholz jederzeit direkt beim Forstrevier beziehen zu können.
So ging es am Samstagnachmittag unerwartet früh zur Verpflegung bei der Langenbodenhütte, die übrigens 2020 versetzt worden ist, um nicht von der Deponie Strickrain verschlungen zu werden. Dort wurde ein von Metzger Rolf Häring zubereiteter Imbiss serviert. Häring war es auch, der am längsten mitgeboten hatte: «Letztes Jahr habe ich 86 Ster Holz ersteigert», sagte er nach dem geschäftlichen Teil der Gant, «gebraucht hätte ich heuer eigentlich keines.» Mit seinen Käufen wolle er zum Erhalt des Traditionsanlasses beitragen. Er würde es bedauern, wenn ihn die Bürgergemeinde wegen mangelnden Interesses einstellen würde.
In finanzieller Hinsicht war das Ergebnis der diesjährigen Holzgant für das Forstrevier durchschnittlich. Der Doppelster wurde für 196 bis 200 Franken ausgerufen und der Zuschlag erfolgte anfänglich bei bis zu 225 Franken. Je mehr Käufer ihr Holz auf sicher hatten und sich ihrem «Kaffi Luz» zuwandten, desto mehr kühlte sich die Biet-Euphorie ab. Manche Bünde gingen bereits zum Schatzungspreis weg. Der durchschnittliche Erlös für den Doppelster sollte schliesslich 215 Franken betragen.
In einer ganz anderen Dimension spielte sich die Versteigerung des Doppelsters ab, mit dem die Bürgergemeinde vor der Wacht für die Holzgant geworben hat. Beim Gebot von 405 Franken erhielt der Sissacher Weinbauer Daniel Wiedmer den Zuschlag für das prestigeträchtige Holz, nachdem er vom früheren Sissacher Bürgerrat und heutigen Nusshöfer Gemeindepräsidenten Rolf Wirz und Metzger Häring hochgeboten worden war. Immerhin kann sich Wiedmer den Spezialster ohne Aufpreis bis zur Haustüre liefern lassen.
Ebenfalls Tradition hat für die Bürgergemeinde die Gabholz-Verlosung. Diese wird am kommenden Donnerstag erfolgen. Alle Sissacher Bürgerinnen und Bürger, die am kommenden Donnerstag persönlich auf der Wacht erscheinen, können Gabholz beanspruchen: einen Doppelster zum vergünstigten Preis von 140 Franken. Hier ist das Interesse jeweils hoch, und die Warteschlange reicht bis zum Fuss der Aussentreppe der Wacht.
Das nicht ersteigerte oder als Gabholz bezogene Brennholz wird durch das Forstrevier Sissach gelagert und – auf Wunsch als Scheite – verkauft. Dies während des ganzen Jahres. Laut Revierförster Thomas Tanner werden über diesen Kanal jährlich rund 200 Ster abgesetzt.


